• 24.11.2011, 10:00:39
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Österreichische Energieagentur Studie: Atomkraft weder klimafreundlich noch wirtschaftlich

Wien (OTS) - Das Österreichische Ökologie-Institut und die
Österreichische Energieagentur präsentieren ihre Studie zur
Energiebilanz und den CO2-Emissionen der Kernkraft.

"Atomkraft ist weder klimafreundlich noch wirtschaftlich," fasst
Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur
das Ergebnis zusammen. "Eine Kilowattstunde Atomstrom verursacht mehr
CO2-Emissionen als Strom aus erneuerbaren Energieträgern," so
Traupmann.

"Der Uranerzgehalt wird in Zukunft sinken - dadurch wird der Abbau
mehr Energie benötigen. Ab einem Erzgehalt von ca. 0,01 % wird der
Energieaufwand für den Abbau so hoch, dass die Gesamtenergiebilanz
negativ wird," erläutert Andrea Wallner vom Österreichischen
Ökologie-Institut, Gesamtleiterin des Projektes.
Zum Vergleich: Der weltweit durchschnittliche Erzgehalt lag in den
letzten fünf Jahrzehnten zwischen 0,05 % und 0,15 %.

Die Studie "Energiebilanz der Nuklearindustrie" zeigt rechtzeitig
zur Weltklimakonferenz in Durban auf, dass neben den bekannten
Problemen der Sicherheit von Kraftwerken und dem Umgang mit
radioaktivem Abfall die Kernenergie auch keine Lösung für den
Klimaschutz bietet.

"Da der Rohstoff Uran ebenso wie Erdöl nur begrenzt vorhanden ist,
fehlt dem Atomstrom die Zukunftsfähigkeit. Jede Investition in
Atomkraft hemmt darüber hinaus den Ausbau der Erneuerbaren und den
Umbau des Energiesystems als Ganzes," so Traupmann.

Ein Kernkraftwerk, das jetzt gebaut wird, könnte unter Annahme des
niedrigen Ausbauszenarios der World Nuclear Association nicht bis zum
Ende seiner Nutzungsdauer mit Uran versorgt werden.
Auch wenn bei einem derzeit noch verfügbaren Uranerzgehalt von 0,1 %
die CO2-Emissionen der Kernenergie bei nur 26 g CO2 pro
Kilowattstunde liegen, ist der Einsatz der Kernenergie als Mittel zur
Verringerung von Treibhausgasen teuer und langsam. Es dauert
Jahrzehnte, bis eine Netto-Reduktion der Treibhausgase eintreten
könnte.

"Bei den schlechter werdenden Erzgehalten um 0,01 % steigen die
CO2-Emissionen bis auf 210 g CO2/kWhel an - im Vergleich: jene von
Erneuerbaren befinden sich im Bereich von ca. 3 - 60 g kWh," erklärt
Andrea Wallner.

Die CO2-Vermeidungskosten von Kernenergie sind zudem höher als die
jeder anderen möglichen Technologie mit Ausnahme traditioneller
Kohlekraftwerke. Windkraftanlagen und KWK-Anlagen sind 1,5 mal so
kosteneffektiv bei der Reduktion von CO2 wie Kernenergie, Maßnahmen
zur Verbesserung der Energieeffizienz bis zu 10 mal so
kosteneffektiv.

"Hartnäckig hält sich die Meinung, dass Kernenergie billig
CO2-armen Strom liefere. Dieses Argument ist nur dann gültig, wenn
sämtliche direkten und indirekten Subventionen in diese Energiequelle
nicht berücksichtigt werden," erläutert Stephan Renner, Experte der
Österreichischen Energieagentur.

"Wenn die Kernenergie tatsächlich billigen Strom produziere, gäbe
es in einem funktionierenden Markt keine Probleme, neue Reaktoren
privat zu finanzieren. Dies ist aber nicht der Fall. Weltweit gibt es
keinen einzigen Reaktor, bei dessen Bau das finanzielle Risiko einzig
von privaten Akteuren getragen wurde. Es ist daher erstaunlich, dass
eine Technologie, die über 60 Jahre alt ist und angeblich den
billigsten Strom liefert, noch immer massiv Subventionen erhält," so
Renner abschließend.

Auch der aktuelle World Energy Outlook der Internationalen
Energieagentur zeigt, dass Energieeffizienz und Energiesparen den
größten Beitrag zu Energiesicherheit und Erreichung der Klimaziele
leisten. "Es mag wohl für manche Profit aus der Atomkraft geben, aber
der Weg in eine klimafreundliche Zukunft führt in eine andere
Richtung," ist Traupmann überzeugt.

Die Studie "Energiebilanz der Nuklearindustrie. Eine Analyse von
Energiebilanz und CO2-Emissionen der Nuklearindustrie über den
Lebenszyklus" gefördert aus Mitteln des Klima- und
Energiefonds und der Wiener Umweltanwaltschaft steht auf den Websiten
der Projektpartner zum Download zur Verfügung.

www.ecology.at/lca_nuklearindustrie.htm
http://www.ots.at/redirect/energyagency

Über die Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency:

Die Österreichische Energieagentur ist das nationale
Kompetenzzentrum für Energie in Österreich. Sie berät auf Basis ihrer
vorwiegend wissenschaftlichen Tätigkeit Entscheidungsträger aus
Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Ihre Schwerpunkte liegen in der
Forcierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im
Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umweltschutz
sowie Versorgungssicherheit. Dazu realisiert die Österreichische
Energieagentur nationale und internationale Projekte und Programme,
führt gezielte Informations- und Öffentlichkeitsarbeit durch und
entwickelt Strategien für die nachhaltige und sichere
Energieversorgung. Die Österreichische Energieagentur setzt
klima:aktiv - die Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums -
operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den
Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und
Erneuerbare Energie. Weitere Informationen für Mitglieder und
Interessenten unter www.energyagency.at.

Über das Österreichische Ökologie-Institut

Als etablierte Forschungs- und Beratungseinrichtung ist das
Ökologie-Institut seit 1985 im Umfeld Ökologie und Nachhaltigkeit
tätig. Wir arbeiten für und mit Politik und Verwaltung, Wirtschaft
und Interessensvertretungen sowie den direkt Betroffenen von
gesellschaftlichen Veränderungen. Unsere ExpertInnen aus den
unterschiedlichen Fachbereichen bieten ein breites Feld an
inhaltlichen und methodischen Zugängen. Damit stellen wir uns der
ambitionierten Herausforderung einer Nachhaltigen Entwicklung in
seiner ökologischen, sozialen und ökonomischen Dimension.
Klimaschutz und Nukleartechnologie sind seit 25 Jahren Kernthemen des
Österreichischen Ökologie-Instituts. Weitere Informationen unter
www.ecology.at.

Rückfragehinweis:

Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency 
   Mag. Heinrich Sigmund, MSc
   Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-101
   E-Mail: [email protected]
   Web: www.energyagency.at 
   
   Österreichisches Ökologie-Institut
   Mag. Andrea Wallner
   Tel.: +43 (0) 699 1 523 61-35
   E-Mail : [email protected]
   Web: www.ecology.at

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