- 23.11.2011, 11:31:35
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Experten erwarten steigenden Bedarf bei Energieforschung
Oesterreichs Energie Trendforum: klares Bekenntnis zu Forschung und Investitionen erforderlich.
Wien (OTS) - Energieforschung in Österreich wird zu großen Teilen
von der innovativen und wettbewerbsfähigen E-Wirtschaft finanziert.
Jetzt gilt es, langfristig und vorausschauend zu planen und weiter zu
investieren. Dieses Ziel nannten hochrangige Experten im Rahmen des
Oesterreichs Energie Trendforum in der Aula der Wissenschaften in
Wien anlässlich des 20jährigen Bestehens der Forschungsgemeinschaft
der E-Wirtschaft, "Oesterreichs Energie Forschung & Innovation". Rund
70 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung waren der Einladung
zur Diskussion mit Vertretern der österreichischen Forschungsszene
gefolgt.
Zwischen 2003 und 2007 finanzierte die österreichische E-Wirtschaft
über die gemeinsame Forschungsplattform nicht weniger als 36,9
Prozent der gesamten heimischen Forschungsausgaben im Energiebereich,
erklärte DI Dr. Peter Layr, Präsident von Oesterreichs Energie.
Klimawandel, fossile Energie-Ressourcen sowie der Energiehunger der
Schwellenländer stellten das Energiesystem aktuell vor große
Herausforderungen. "Die E-Wirtschaft kann sich kein Black-Out
erlauben, um zu lernen. Um den Lebensstandard für die kommenden
Generationen zu sichern, muss die Energieforschung verstärkt werden",
so Layr. Dafür sei ein Commitment der Politik erforderlich. "Wir
brauchen nicht nur Ziele, sondern auch entsprechende
Rahmenbedingungen. Unternehmen, aber auch Gemeinden müssen in der
Lage sein, langfristig Investitionen in die Infrastruktur zu planen",
forderte der Präsident von Oesterreichs Energie.
Know-how entscheidend für Energiewende
Wie wichtig ein klares Bekenntnis zur Forschung für die
Energiezukunft Europas ist, unterstrich Prof. Dr. Ulrich Buller,
Vorstand für Forschungsplanung der Fraunhofer-Gesellschaft, in seiner
Keynote-Speech anlässlich des Trendforums: "Unsere Studien zeigen,
dass die Energiewende in Europa machbar ist. Aber Neues zu
entwickeln, bedeutet auch, Geld in die Hand zu nehmen." Strom werde
in Zukunft zum wichtigsten Energieträger, der Energiemix müsse mit
erneuerbaren Energien wesentlich breiter werden.
Den Übertragungs- und Verteilnetzen der E-Wirtschaft wird eine
entscheidende Rolle für das Energiesystem der Zukunft zukommen.
Buller: "Für die Versorgungssicherheit müssen die Pumpspeicher
ausgebaut und erweitert und neue Speicher-Technologien für Strom
entwickelt werden - etwa Gas- oder Wasserstoff-Speicher." Immer
stärker werde auch das Netz als "Speicher" einspringen müssen,
beispielsweise indem die Batterien der künftigen E-Mobil-Flotte als
virtueller Speicher eingesetzt werden. Auch die Bedeutung der IT
werde weiter wachsen: "Die Elektronik wird uns helfen, Strom
intelligent zu speichern, zu vernetzen und damit Energie
einzusparen", erklärte Buller. So könnten in der Produktion bis zu 30
und in der Beleuchtung bis zu 80 Prozent der Energie eingespart
werden. Forschung sei hier entscheidend für das Funktionieren der
Energiewende, vor allem um die notwendigen Effizienzgewinne zu
ermöglichen.
Österreichs E-Wirtschaft will weiter in Forschung investieren
Österreichs E-Wirtschaft war in den vergangenen Jahren ein wichtiger
Motor der Entwicklung: Kein anderer Wirtschaftszweig weist eine
vergleichbare Dynamik in der Forschung auf. Von 2003 und 2007
finanzierte die E-Wirtschaft 36,9 Prozent der Forschung zu
Energiethemen in Österreich. Zwischen 2008 und 2010 wurden die
Forschungsaufwendungen von durchschnittlich 12,3 Mio. Euro auf fast
30 Mio. Euro mehr als verdoppelt. Schwerpunkte bilden die
anwendungsorientierte Forschung zu innovativen Technologien wie
E-Mobilität oder Gebäudetechnik, der intelligenten Nutzung der
Energieträger sowie integrierten Systemen wie Smart Grids.
In den kommenden Jahren sollen die Forschungsaktivitäten noch
verstärkt werden. "Damit wir uns optimal für die Zukunft rüsten
können, darf es keinen Stillstand in der österreichischen
Energieforschung geben", erklärte Kelag-Vorstandssprecher Prof. Dr.
Hermann Egger, der Vorsitzende von Oesterreichs Energie Forschung &
Innovation: "Wir werden weiter in die Forschung zu intelligenten
Netzen und Speichertechnologien investieren". Auch die Politik sieht
Egger gefordert: "Damit wir die Forschung verstärken können, müssen
die Ausgaben der E-Wirtschaft in diesem Bereich von der
Regulierungsbehörde anerkannt werden." Darüber hinaus gelte es, den
technisch-naturwissenschaftlichen Nachwuchs an Österreichs
Universitäten und Fachhochschulen zu fördern und insbesondere mehr
Frauen für technische Studienrichtungen zu begeistern.
Bewusstsein erhöhen und Kunden begleiten
In einem Punkt waren sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion beim
Trendforum, Prof. Dr. Ulrich Buller, Vorstand für Forschungsplanung
der Fraunhofer-Gesellschaft, Dipl.-Ing. Dr. Ludovit Garzik, MBA DWT,
Geschäftsführer, Rat für Forschung und Technologieentwicklung,
Univ.-Prof. DI Dr. Hans Sünkel, ehemaliger Vorsitzender der
Österreichischen Universitätenkonferenz und ehemaliger Rektor der
Technischen Universität Graz sowie DI Dr. Emmanuel Glenck, Leiter des
Bereichs Thematische Programme Österreichische
Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG) mit Egger einig: Um die
Akzeptanz für neue Technologien und den Umbau des Energiesystems und
die dafür notwendigen Infrastrukturinvestitionen zu fördern, ist noch
viel an Bewusstseinsarbeit erforderlich: "Wir müssen den Nutzen noch
klarer kommunizieren - und die Kunden dabei unterstützen, ihr
Verhalten zu ändern und aktiv mitzumachen", so Egger.
Über Oesterreichs Energie
Oesterreichs Energie vertritt seit 1953 die gemeinsam erarbeiteten
Brancheninteressen der E-Wirtschaft gegenüber Politik, Verwaltung und
Öffentlichkeit. Als erste Anlaufstelle in Energiefragen arbeiten wir
eng mit politischen Institutionen, Behörden und Verbänden zusammen
und informieren die Öffentlichkeit über Themen der
Elektrizitätsbranche.
Die rund 140 Mitgliedsunternehmen erzeugen mit knapp 21.000
Mitarbeitern mehr als 90 Prozent des österreichischen Stroms und
betreiben die Transport- und Verteilnetze Österreichs. Die
Stromproduktion der Mitglieder von Oesterreichs Energie erreichte
2010 rund 60 Milliarden Kilowattstunden, davon 60 Prozent aus
nachhaltiger Wasserkraft.
Rückfragehinweis:
Oesterreichs Energie Ernst Brandstetter Pressesprecher Tel.: 0043 1 50198 - 260; Mobil: 0043 676 845019260 mailto:[email protected] www.oesterreichsenergie.at
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