FPÖ-Podgorschek: Freiwilligenarmeen in Europa gescheitert

Darabos-Konzept ist bereits vor der Umsetzung überholt

Wien (OTS) - "Wie die Erfahrungen anderer europäischer Staaten zeigen, gibt es große Probleme bei den neuen Freiwilligenarmeen. Vor allem die Rekrutierung von Nachwuchs kann nicht zufriedenstellend durchgeführt werden", erklärt der freiheitliche NR Abgeordnete Elmar Podgorschek, Mitglied des Landesverteidigungsauschusses.

Vor allem Schweden, das im Juli 2010 die Wehrpflicht abschaffte, wurde von Verteidigungsminister Norbert Darabos immer wieder als Vorbild genannt. Die dortige Situation erwies sich als äußerst ernüchternd: Die schwedischen Streitkräfte wollten 2010 5.300 Rekruten anwerben, erreichten mit 2.400 neuen Soldaten aber nur die Hälfte des Ziels. Ein ähnliches Bild biete die Bundesrepublik Deutschland, wo sich bis Ende Februar 2011 nur 306 Freiwillige gemeldet hätten, obwohl für das erste Quartal 2011 3.077 neue Soldaten benötigt worden wären. Noch erschreckender sei die Aussteigerquote. Im Juli 2011 hatten von 780 der 3.459 neuen Rekruten ihren Dienst bereits wieder quittiert, was einer Aussteigerquote von 22,5 Prozent entspreche. Podgorschek verweist in diesem Zusammenhang auf die ähnliche Bevölkerungsstruktur Österreichs und Deutschlands.

"Es fällt den Freiwilligenarmeen aber nicht nur schwer, eine ausreichende Anzahl an Bewerbern zu rekrutieren. Auch die Qualifikation der Bewerber lässt zu wünschen übrig", meint Podgorschek. Die Bundeswehr musste inzwischen ankündigen, sich besonders um Minderqualifizierte und Schulabbrecher zu bemühen. Dies stehe in direktem Gegensatz zu dem, von Verfechtern einer Freiwilligenarmee vorgebrachten Argument, die Professionalität und Qualifikation sei höher als bei einer Truppe mit Wehrpflichtigen. Als letzte verzweifelte Maßnahme werde jetzt die Zulassung von Ausländern zum Dienst an der Waffe erwogen. "Das kann doch nicht der Weg sein, den wir einschlagen wollen: Zu wenige Rekruten, die dabei oftmals nicht ausreichend qualifiziert sind", kritisiert Podgorschek Minister Darabos, der die Warnzeichen aus dem Ausland offensichtlich bewusst übersehe.

Derartige Missstände seien in den größeren Armeen der Welt bereits Gang und Gebe. Sowohl die US Armee als auch die britischen Streitkräfte rekrutierten bereits massiv im Ausland oder in Gefängnissen, die Spanier mussten die geistigen Anforderung an die Bewerber stark absenken, in Belgien sei das Heer völlig überaltert. "Das Konzept der Freiwilligenarmee ist, wie diese Beispiele zeigen, de facto bereits überholt", resümiert Podgorschek.

"Rund um Europa gibt es neue Konfliktherde, die Rüstung steigt weltweit stark an. Auch in Europa selbst gibt es durchaus Konfliktzonen, in denen kriegerische Auseinandersetzungen stattfinden könnten. Die letzten Kriege auf dem Balkan sind nur knapp über zehn Jahre her. Neben der Landesverteidigung ist das Bundesheer auch für den Katastrophenschutz unverzichtbar. In einer solchen Situation ein so problembehaftetes Modell wie die Freiwilligenarmee einzuführen, halte ich für grob fahrlässig", schließt Podgorschek.

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