Becker schlägt Alarm: "Fordere rasches Eingreifen gegen Energie- und Nahrungsmittel-Teuerung auf EU-Ebene und in Österreich!"

Politik und Wirtschaft schuldet Millionen Pensionisten sowie allen Menschen mit niedrigen Einkommen eine maximale Entlastung

Wien/Strassburg (OTS) - Seniorenbund-Generalsekretär und Europaabgeordneter Heinz K. Becker nimmt die heute veröffentlichten Inflationsdaten der Statistik Austria zum Anlass, Alarm zu schlagen und rasches Handeln seitens Politik und Wirtschaft einzufordern. Becker führt aus, dass die Oktober-Teuerungsrate (VPI) von 3,4 % und der Pensionistenpreisindex (PIPH) von 3,6 %, trotz eines insgesamt leichten Rückgangs, äußerst alarmierende Tendenzen zeigt, die insbesondere die insbesondere Menschen mit niedrigen Einkommen und damit bekanntlich einen Großteil aller Pensionisten in ihrer Existenz trifft:

1. Haushaltsenergie und Heizen wurden binnen nur eines Monats um 7,2% teurer, alleine Gas um 13% und Heizöl sogar um 21%!
2. Nahrungsmittel verteuerten sich seit September durchschnittlich um 4,0%, alleine Molkereiprodukte und Eier um 7%!

Becker geht daher in die Offensive: "Im Interesse von Millionen Betroffenen, Großteils Seniorinnen und Senioren, allein in Österreich fordere ich die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft auf, jetzt rasch einzugreifen, um mögliche existenzielle Notlagen bei Millionen Menschen zu verhindern, die darauf vertrauen, dass man sie nicht im Stich lässt!"

Der Seniorenbund-Generalsekretär führt im Detail aus, was bei den Energiekosten im eigenen Land geschehen müsse:

- Abgesehen davon, dass Österreich weiterhin den Ausbau der erneuerbaren Energien noch deutlicher beschleunigen müsse, sei es dringend erforderlich, unabhängiger von den derzeit wenigen Energielieferanten, besonders bei Gas, zu werden.

- Außerdem müssten sofort alle regionalen Energiepreiserhöhungen -wie zuletzt besonders in der Bundeshauptstadt Wien - gestoppt werden, leider wird hier von sozialem Handeln geredet, aber unsozial gehandelt.

- Die Kontrollmöglichkeiten der e-control müssten gerade jetzt aktiv genützt werden.

- Die Umstiegsmöglichkeiten der Strom-/Gasversorger müsse weiter massiv propagiert werden - zu viele Menschen scheinen nicht ausreichend informiert zu sein.

- Gerade Seniorinnen und Senioren müssten niederschwellig und ausführlich informiert werden, wie sie selbst Energie sparen könnten, hatte doch erst gestern Statistik Austria belegt, dass besonders in Seniorenhaushalten der Energieverbrauch weiterhin stärker steigt als in anderen Haushalten.

Bei Nahrungsmitteln sieht Becker mehrere Aktionsebenen, speziell auf europäischer Ebene:

- Erstens gelte es, den immer klarer erkennbaren "Österreich-Aufschlag" zu beseitigen, den ausländische Hersteller von österreichischen Handelsketten verlangen, indem sie diese zwingen, bei bestimmten Vertragsfirmen zu höheren Einstandspreisen einzukaufen und sie so daran hindern, diese Waren woanders billiger zu beziehen. Dass dies mit dem allgemeinen Verständnis von freiem Handel in einem offenen Binnenmarkt wenig zu tun hat, leuchtet wohl Jeder und Jedem ein.

- Zweitens müsse jenen Finanzspekulationen bei Nahrungsmittelrohstoffen ein Riegel vorgeschoben werden, die durch eine Art Wetten auf höhere Preise eine Teilverantwortung dafür tragen, dass dann fallweise auch wirklich die Lebensmittelpreise steigen, obwohl dies nicht durch geringere Marktmengen begründbar ist. Auch wenn der Rohstoffhandel für die längerfristige Sicherung der Versorgung einen positiven Faktor darstellt, sind derartige spekulative Auswüchse von der realen Wirtschaft losgelöste Finanzmarktentwicklungen, die nicht mehr weiter toleriert werden sollen.

Becker weiß als Europaabgeordneter, dass auch die Europäische Union diese Probleme bereits erkannt hat und versucht, durch stärkere Regulierung der Finanzmärkte das Problem der Lebensmittelspekulation einzudämmen. Nun gilt es jedoch die anvisierten Reformen - auch im Hinblick auf eine Stärkung des Binnenmarktes und dadurch schrittweise Beseitigung des Österreich-Aufschlags bei Lebensmitteln - so rasch wie möglich zu beschließen und prompt umzusetzen.

"Eins ist jedoch klar: Diese Problemthemen können lediglich auf Ebene der EU vernünftig angegangen werden. Europa kann hier einen klaren Mehrwert leisten und ist daher gerade deshalb speziell gefordert - ich bleibe am Ball und verfolge die angekündigten Schritte genau " so der Europaparlamentarier Becker abschließend.

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