• 31.10.2011, 17:41:50
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Bundeskanzler Faymann empfing Chinas Staatspräsidenten Hu Jintao

Kanzler erläutert Gipfelbeschlüsse zu Euro-Stabilisierung - weitere Themen: wirtschaftliche Beziehungen, Kooperation bei "grüner Technologie"

Wien (OTS) - Bundeskanzler Werner Faymann empfing heute,
Montagnachmittag, den Staatspräsidenten der Volksrepublik China, Hu
Jintao, sowie dessen hochrangige Delegation zu einem Arbeitsgespräch
im Bundeskanzleramt. Der höchste Repräsentant der VR China befindet
sich bis morgen, Mittwoch, auf Staatsbesuch in Österreich. 2011 jährt
sich zum 40. Mal die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen
den beiden Ländern.

"Staatspräsident Hu Jintao und ich hatten bereits im Mai dieses
Jahres in Peking Gelegenheit zu einem längeren Gespräch. Es freut
mich, dass wir nunmehr anlässlich seines Staatsbesuches in Österreich
darauf aufbauen konnten. Unser Treffen war erneut von einer
ausgesprochen freundschaftlichen Atmosphäre gekennzeichnet, was die
hervorragenden Beziehungen der beiden Staaten unterstreicht", so
Bundeskanzler Faymann nach dem Gespräch im Ministerratssaal des
Bundeskanzleramts.

Auf chinesischer Seite waren neben dem Präsidenten unter anderem
Vizepremier Wang Quishan, Außenminister Yang Jiechi, der Minister für
Entwicklung und Reform Zhang Ping, Handelsminister Chien Deming, die
hochrangigen Parteifunktionäre Ling Jihua und Wang Huning sowie der
Botschafter der VR China in Österreich, Shi Mingde, anwesend. Auf
österreichischer Seite nahmen neben dem Bundeskanzler unter anderem
Sozialminister Rudolf Hundstorfer, Staatssekretär Josef Ostermayer,
Staatssekretär Wolfgang Waldner, Notenbank-Gouverneur Ewald Nowotny
sowie der Botschafter Österreichs in Peking, Martin Sajdik, teil.

Hauptthema des knapp einstündigen Gesprächs war die wirtschaftliche
Entwicklung Europas. "Präsident Hu Jintao hat sich genau darüber
erkundigt, wie die jüngsten Beschlüsse beim Gipfel der Staats- und
Regierungschefs der Eurozone zustande gekommen sind und wie sie aus
österreichischer Sicht zu bewerten sind", so der Bundeskanzler. Diese
Aspekte der europäischen Politik sowie Fragen der Finanzmärkte hatten
zuvor auch Chinas Vizepremier Wang sehr interessiert, mit dem Kanzler
beim Staatsbankett in der Hofburg intensiv diskutiert hatte.

Der Kanzler erläuterte daraufhin die Beschlüsse zur Stärkung des
Euro-Schutzschirmes EFSF sowie die konkreten Maßnahmen zur
Unterstützung Griechenlands: "Der Gipfel hat gezeigt, dass die Länder
Europas, wenn es darauf ankommt, durchaus in der Lage sind, gemeinsam
zu handeln und Lösungen zu finden. Daher sehe ich die Ergebnisse des
Gipfels sehr positiv", bekräftigte Bundeskanzler Faymann gegenüber
dem chinesischen Staatsoberhaupt.

Beide Seiten erkannten die Notwendigkeit, dass als Antwort auf die
Krise sowohl Sparmaßnahmen wie auch Investitionsprogramme gefunden
werden müssten. Bundeskanzler Faymann unterstrich außerdem erneut,
welche Bedeutung die Finanztransaktionssteuer in diesem Zusammenhang
habe.

Zum Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden
Staaten betonte Chinas Staatspräsident, dass vor allem "grüne
Technologien" im Zentrum künftiger Zusammenarbeit stehen sollten, ein
österreichisch-chinesischer Ökologiepark in China sei bekanntlich in
Planung. Bundeskanzler Faymann legte wie auch schon bei seiner Reise
im vergangenen Mai die Gründe für die strikte Anti-Atomkraft-Politik
Österreichs dar und nannte den geplanten gemeinsamen Ökologiepark
"ein wichtiges Zukunftsprojekt für die erneuerbaren Energien".
Staatspräsident Hu Jintao wiederum gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass
sich die Handelsvolumina zwischen China und Österreich bis 2015 im
Vergleich zum Vorjahr verdoppeln würden.

Schließlich sprach der Bundeskanzler die Bedeutung einer aktiven
internationalen Politik Österreichs an - etwa als aktuelles Mitglied
im UN-Menschenrechtsrat sowie als Teilnehmer an den Friedensmissionen
der Vereinten Nationen. Weiters bedankte er sich für die
Unterstützung Chinas bei der anstehenden Wahl Österreichs in den
Exekutivrat der UNESCO.

Rückfragehinweis:
Nedeljko Bilalic
Pressesprecher des Bundeskanzlers
Tel.: (01) 531 15 - 2104, 0664/88 455 330
mailto:[email protected]

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