- 27.10.2011, 10:40:20
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Experten orten erhöhten Bedarf an physikalischer Medizin
Zu wenig Planstellen in Österreich - Unnötig viele Krankenstandstage und erhöhte Folgekosten
Wien (OTS) - In Österreich gibt es nach wie vor zu wenige
Planstellen für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte für physikalische
Medizin und allgemeine Rehabilitation. Dies hat auch Auswirkungen auf
die Kostenstruktur im Gesundheitswesen, denn Studien belegen, dass
durch den gezielten Einsatz von Physikalisten speziell bei der
Behandlung von Beschwerden des Stütz- und Bewegungsapparats sich
jährliche Einsparungen in Millionenhöhe ergeben könnten. ****
Eine norwegische Studie zeigt, wie groß die Kostenersparnisse
durch eine physikalische Kombinationstherapie tatsächlich sind:
Krankenstände infolge von Erkrankungen des Stütz- und
Bewegungsapparats dauern unter physikalischer Kombinationstherapie
exakt um 23,36 Prozent kürzer als eine Behandlung ohne physikalische
Medizin. "Auf Österreich umgerechnet bedeutet dies, dass wir in einem
Jahr bis zu 320 Millionen Euro allein bei den Krankenstandskosten
einsparen könnten", sagt dazu der zuständige Fachgruppenobmann in der
Wiener Ärztekammer und Fachgruppen-Bundessprecher Friedrich Hartl.
Die beeindruckenden Dimensionen belegen weitere Zahlen, die Hartl
im Vorfeld des "3. Zentraleuropäischen Kongresses für physikalische
Medizin und Rehabilitation" und dem parallel dazu stattfindenden "7.
Europäischen Sport Medizin Kongress" in Salzburg nennt: "Allein im
Jahr 2009 wurden in Österreich 461.000 Krankenstände unter Stütz- und
Bewegungsapparat verbucht. Das sind in Summe mehr als 8,3 Millionen
Krankenstandstage in nur einem Jahr beziehungsweise in etwa 18
Krankenstandstage pro Fall."
Durch den verstärkten und gezielten Einsatz von Physikalisten
ließen sich diese Krankenstandstage maßgeblich reduzieren. Hartl:
"Unsere Arbeit hat, abgesehen von der menschlichen Komponente, also
auch einen enormen gesellschaftspolitischen Nutzen." Der
Fachgruppenobmann fordert daher von der Politik und der
Sozialversicherung sowohl im niedergelassenen Bereich als auch in
stationären Einheiten, wie Rehabilitationseinrichtungen, Spitäler und
Kureinrichtungen, die vermehrte Schaffung von Planstellen, um der
hohen Nachfrage an physikalischer Medizin und Rehabilitation in
Österreich effizient nachkommen zu können.
Zudem rechnet Hartl mit einem weiteren Bedarfsanstieg in den
nächsten Jahren, bedingt durch viele Trendsportarten und die
demografische Entwicklung und dem damit zusammenhängenden Anstieg von
Verletzungsfolgen, degenerativen Erkrankungen des Stütz- und
Bewegungsapparats und den Folgen von Gefäßerkrankungen und
Erkrankungen des Nervensystems, wie zum Beispiel Schlaganfälle.
Kongress in Salzburg vom 26. bis 29. November 2011
Die sozialmedizinischen Aspekte am Beispiel der Behandlung von
Beschwerden des Stütz- und Bewegungsapparats sind nur eines der
Hauptthemen beim "3. Zentraleuropäischen Kongress für Physikalische
Medizin und Rehabilitation" und dem parallel dazu stattfindenden "7.
Europäischen Sport Medizin Kongress" in Salzburg.
Mehr als 600 Experten aus dem In- und Ausland werden noch bis
einschließlich Samstag über sämtliche Aspekte der physikalischen
Medizin sowie der Sportmedizin diskutieren, wobei Veränderungen von
Muskeln und Gelenken im Alter, neue Trends bei der Behandlung von
Sportverletzungen, Gelenksprobleme bei älteren Menschen sowie die
generellen Möglichkeiten der physikalischen Therapie bei Sport-,
Überlastungs- und Haltungsproblemen besondere Bedeutung zukommen.
(hpp)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223, 0664/1014222, F:51501/1289
mailto:[email protected]
http://www.aekwien.at
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