- 27.10.2011, 10:05:40
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15 Jahre Nationalpark Donauauen mit Licht und Schatten
Via donau-Vasallen in Nationalparkverwaltung untragbar
Wien (OTS) - Vor 15 Jahren wurde der Staatsvertag zur Gründung des
Nationalparks Donauauen unterzeichnet. Für die aus der
Hainburg-Bewegung hervorgegangene Umweltorganisation VIRUS ist dies
Anlaß für gemischte Gefühle. Sprecher Wolfgang Rehm: "Wir freuen uns
über das nunmehr 15-jährige Bestehen des Nationalparks.
Kontraproduktiv ist allerdings das Verhalten der
Nationalparkdirektion vor allem bei der flussbaulichen Gestaltung der
Donau, uninformiert, unausgewogen, unklug und unselbständig."
Kernpunkt der Kritik von VIRUS ist, dass sich die Spitzen der
Nationalparkverwaltung, anstatt sich Optionen offenzuhalten auf
Gedeih und Verderb der via donau ausgeliefert hätten. "Da hat man
sich mit absoluter Verbissenheit auf deren Einreichprojekt
eingeschworen, das wegen seiner zahlreichen Mängel vom Scheitern
bedroht ist, und tritt dabei noch unflexibler auf, als es die
Projektwerberin selbst tut," kritisiert Rehm. Bei den
Schifffahrtszielen habe man sich ebenso aufs Eis führen lassen, wie
in der wichtigen Frage der Eintiefung der Donausohle. "Hier braucht
es primär Sofortmaßnahmen durch Geschiebezugabe, wogegen sich aber
trotz besserer Öko-Verträglichkeit ausgerechnet Ökologen mit falschen
Wirtschaftlichkeitsargumenten wehren. Wenn wir jetzt mit Experimenten
beginnen, dann kommt da keine kurzfristige Lösung heraus, schon gar
nicht, wenn sich hinter vorgeblichen Versuchen nur das erste Baulos
für das Flussbauliche Gesamtprojekt verbirgt, das an der Genehmigung
vorbeigeschummelt werden soll," stellt Rehm klar und setzt nach:"So
tritt anstelle des dringend benötigten frischen Windes eine
Desinformations- und Blockadepolitik für jeden Ansatz, der von der
für sakrosankt erklärten Gorbach-Planung aus dem Jahr 2004 abweicht".
Erschwerend wirke in dieser Situation, dass auch der
Wissenschaftliche Beirat des Nationalparks keine ausgleichende
Funktion ausübe und sich für Versuche, in laufende
Genehmigungsverfahren einzugreifen instrumentalisieren lasse. Dessen
Äußerungen würden auch das Mindestniveau, das man von einem
derartigen Gremium erwarten muss deutlich verfehlen. "Hier braucht es
mehr Qualität und - nachdem einzelne Beiratsmitglieder auch direkt in
Planung und Steuerung involviert waren - klarere
Unvereinbarkeitsregeln," so Rehm
Die Politik will VIRUS neben ihrer hier gefragten ordnenden
Funktion auch an die offene Flächenausweitung erinnern. "Noch immer
umfasse der Nationalparks nur 9300 ha anstelle der vorgesehenen 11500
ha und fehlen demzufolge unverzichtbare Augebiete bei Petronell,
Fischamend und Schönau," so Rehm.
Hinter der vordringlichen Öffnung für neue Impulse in der
flussbaulichen Planung sei auch angesichts weiterer Bedrohungen ein
Umdenken vonnöten. Es sei wenig hilfreich, wenn der
Nationalparkdirektor etwa bei der Lobauautobahn den Unbeteiligten
gibt."Im Gegensatz zu anderen haben wir nie daran geglaubt, dass sich
mit der Nationalparkgründung alle Probleme miterledigen werden, es
gibt noch viel zu tun" so Rehm abschließend.
Rückfragehinweis:
Wolfgang Rehm
0699/12419913
[email protected]
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