15 Jahre Nationalpark Donauauen mit Licht und Schatten

Via donau-Vasallen in Nationalparkverwaltung untragbar

Wien (OTS) - Vor 15 Jahren wurde der Staatsvertag zur Gründung des Nationalparks Donauauen unterzeichnet. Für die aus der Hainburg-Bewegung hervorgegangene Umweltorganisation VIRUS ist dies Anlaß für gemischte Gefühle. Sprecher Wolfgang Rehm: "Wir freuen uns über das nunmehr 15-jährige Bestehen des Nationalparks. Kontraproduktiv ist allerdings das Verhalten der Nationalparkdirektion vor allem bei der flussbaulichen Gestaltung der Donau, uninformiert, unausgewogen, unklug und unselbständig."

Kernpunkt der Kritik von VIRUS ist, dass sich die Spitzen der Nationalparkverwaltung, anstatt sich Optionen offenzuhalten auf Gedeih und Verderb der via donau ausgeliefert hätten. "Da hat man sich mit absoluter Verbissenheit auf deren Einreichprojekt eingeschworen, das wegen seiner zahlreichen Mängel vom Scheitern bedroht ist, und tritt dabei noch unflexibler auf, als es die Projektwerberin selbst tut," kritisiert Rehm. Bei den Schifffahrtszielen habe man sich ebenso aufs Eis führen lassen, wie in der wichtigen Frage der Eintiefung der Donausohle. "Hier braucht es primär Sofortmaßnahmen durch Geschiebezugabe, wogegen sich aber trotz besserer Öko-Verträglichkeit ausgerechnet Ökologen mit falschen Wirtschaftlichkeitsargumenten wehren. Wenn wir jetzt mit Experimenten beginnen, dann kommt da keine kurzfristige Lösung heraus, schon gar nicht, wenn sich hinter vorgeblichen Versuchen nur das erste Baulos für das Flussbauliche Gesamtprojekt verbirgt, das an der Genehmigung vorbeigeschummelt werden soll," stellt Rehm klar und setzt nach:"So tritt anstelle des dringend benötigten frischen Windes eine Desinformations- und Blockadepolitik für jeden Ansatz, der von der für sakrosankt erklärten Gorbach-Planung aus dem Jahr 2004 abweicht". Erschwerend wirke in dieser Situation, dass auch der Wissenschaftliche Beirat des Nationalparks keine ausgleichende Funktion ausübe und sich für Versuche, in laufende Genehmigungsverfahren einzugreifen instrumentalisieren lasse. Dessen Äußerungen würden auch das Mindestniveau, das man von einem derartigen Gremium erwarten muss deutlich verfehlen. "Hier braucht es mehr Qualität und - nachdem einzelne Beiratsmitglieder auch direkt in Planung und Steuerung involviert waren - klarere Unvereinbarkeitsregeln," so Rehm

Die Politik will VIRUS neben ihrer hier gefragten ordnenden Funktion auch an die offene Flächenausweitung erinnern. "Noch immer umfasse der Nationalparks nur 9300 ha anstelle der vorgesehenen 11500 ha und fehlen demzufolge unverzichtbare Augebiete bei Petronell, Fischamend und Schönau," so Rehm.

Hinter der vordringlichen Öffnung für neue Impulse in der flussbaulichen Planung sei auch angesichts weiterer Bedrohungen ein Umdenken vonnöten. Es sei wenig hilfreich, wenn der Nationalparkdirektor etwa bei der Lobauautobahn den Unbeteiligten gibt."Im Gegensatz zu anderen haben wir nie daran geglaubt, dass sich mit der Nationalparkgründung alle Probleme miterledigen werden, es gibt noch viel zu tun" so Rehm abschließend.

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Wolfgang Rehm
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