Kukacka: "MKV begrüßt schulpolitische Reformen der Bundesregierung" Androsch Volksbegehren wird abgelehnt"

Wien (OTS) - Der MKV begrüßt die Einigung der Regierung über die rasche Weiterentwicklung der Hauptschulen zur flächendeckenden Neuen Mittelschule, stellte heute der Vorsitzende des Mittelschüler Kartellverbandes der katholisch farbetragenden Mittelschülerstudentenverbindungen Mag. Helmut Kukacka fest.
Mit dieser notwendigen Reform wird die Neue Mittelschule konkurrenzfähiger zur Unterstufe der AHS gemacht. Es bestehe damit eine gute Chance, dass diese nicht mehr - wie bisher die Hauptschulen in den städtischen Ballungszentren und vor allem in Wien - zu Restschulen aller leistungsschwächeren Schüler verkommt. Mit der Neuen Mittelschule wird auch der Druck der Eltern geringer, ihre Kinder unbedingt in die Unterstufe der AHS schicken zu wollen. Sie kann damit zukünftig eine bildungspolitische Alternative darstellen, erläuterte Kukacka.
Die Durchlässigkeit des österreichischen Schulsystems wird auch in Zukunft sicherstellen, dass die bildungspolitische Entscheidung bis zum 14 Lebensjahr offen bleibt, und nicht wie von den Gesamtschulbefürwortern behauptet, schon mit 10 Jahren getroffen werden muss.
Jeder dafür geeignete Schüler kann auch nach der Neuen Mittelschule in eine der verschiedenen Oberstufenformen (Oberstufenrealgymnasium, HAK, HTL, Lehre mit Matura, etc.) übertreten und die Matura erreichen, stellt Kukacka klar.
Der MKV wendet sich aber gegen die Unterstützung des Androsch Volksbegehren, weil dieses letztlich die staatlich verordnete Gesamtschule bis zum Ende der Schulpflicht fordert. Diese bedeutet auch das Ende der Entscheidungsfreiheit der Eltern bzgl. der Schulwahl ihrer Kinder. Nur mehr für Eltern die sich teure Privatschulen leisten können gibt es dann eine Alternative zur staatlichen Einheitsschule bis 15.
Im Übrigen zeigt der Vergleich der Schulsysteme insbesondere auch in der Bundesrepublik, dass die Gesamtschule keines ihrer Versprechen eingelöst hat. Weder hat sie für Chancengleichheit gesorgt noch das Leistungsniveau angehoben.
Vielmehr liegen die deutschen Bundesländer mit verpflichtender Gesamtschule, in den schulpolitischen Rankings, hinter den Bundesländern mit differenziertem Schulsystem (z.B. Bayern, Baden -Württemberg).
Darüberhinaus bleibt das Androsch Volksbegehren bei weitgehend plakativen Gemeinplätzen. Es kennt keine Begabtenförderung und lässt Fragen offen ob es Zugangstest für Hochschulen, Studiengebühren oder ähnliches geben soll, stellte Kukacka fest.
Um die Förderung individueller Begabungen und Bildungswünsche weiter zu gewährleisten, muss das differenzierte österreichische Schulwesen beibehalten, aber weiterhin verbessert und weiterentwickelt werden. Denn bestmöglichste Bildung und Ausbildung muss vor allem auf die frühe und umfassende Förderung individueller Begabungen und Talente ausgerichtet sein, schloss Kukacka.

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