VKI gegen Alkoholwerbung - Klage auch gegen Splashline

Maturareisen mit "Rum und Vodka rund um die Uhr" beworben

Wien (OTS/VKI) - Das Unternehmen Splashline bietet - in Zusammenarbeit mit dem Reiseveranstalter TUI - Maturareisen in die Türkei an. Im Prospekt und auf der Homepage des Event-Unternehmens wird die Reise aggressiv damit beworben, dass es hochprozentigen Alkohol (Rum und Wodka) gibt. Diese Reisen werden in den Maturajahrgängen österreichischer Schulen angeboten. Gleichzeitig ist in vielen Bundesländern den Schülern - nach den Jugendschutzbestimmungen - der Konsum solcher harten Getränke verboten. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) geht daher gegen diese aggressive Alkohol-Werbung mit Verbandsklage nach dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) vor und klagt nunmehr (nach DocLX) auch Splashline auf Unterlassung solcher Werbemaßnahmen.

Splashline bewirbt das Matura-Event 2012 "Summer Splash" auf der ersten Seite des Kataloges sinnigerweise mit einer - aus Menschen im Pool - geformten Flasche von "Absolut-Vodka". Auf der Homepage erfährt man: "Premium Alkohol wie Absolut Vodka und Havana Club Rum im All Inclusive Konzept von 0-24h! Wir bleiben unserer Linie treu -Summer Splash ist auch 2012 die Maturareise, bei der es rund um die Uhr Absolut Vodka, Havana Club Rum und die passenden Qualitäts-Beigetränke gibt!" Dazu finden sich zahlreiche Bilder, auf denen Jugendliche mit Rum- und Wodkaflaschen in der Hand in die Kamera lachen.

Nachdem sich gestern der zunächst geklagte Veranstalter DocLX u.a. damit gerechtfertigt hatte, dass Splashline mit dieser Alkoholwerbung begonnen habe, wird der VKI heute - nach Prüfung der Werbeunterlagen - auch gegen Splashline Klage auf Unterlassung einbringen.

"Die großen Maturareise-Veranstalter scheinen sich damit übertrumpfen zu wollen, wer ein Mehr an harten Alkoholika zu bieten hat", zeigt sich Dr. Peter Kolba, Leiter des Bereiches Recht im VKI über das Verhalten der Marktführer bei Maturareisen empört. "Das sind Werbeauswüchse, die es zu bekämpfen gilt." Schließlich sind harte Getränke - zu Recht - in vielen Bundesländern für Jugendliche verboten. Ebenso wie es für Radio und Fernsehen Werbebeschränkungen gibt und man damit - so das Schulunterrichtsgesetz - an Schulen keine Werbung treiben darf.

"Es geht uns hier nicht darum, Jugendliche um ihren Spaß an der Maturareise zu bringen, sondern wir bekämpfen aggressive Werbemethoden, die vermeintlich vorgeben, was Spaß zu machen hat", begründet Kolba das Engagement des VKI.

Der VKI wird unter www.verbraucherrecht.at über den Fortgang der Verfahren weiter berichten.

Rückfragen & Kontakt:

Verein für Konsumenteninformation
Dr. Peter Kolba, Leiter Bereich Recht
Tel.: 01 / 58877 - 320

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