• 24.10.2011, 09:45:34
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Umweltdachverband, Ökosoziales Forum und Umweltbundesamt veranstalten Konferenz: "Warum wir uns Natur leisten müssen"

- Nachhaltige Entwicklung, biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen im Fokus

Wien (OTS) - - Es diskutieren u.a.: EU-Umweltkommissar Janez
Potocnik, die Direktorin der Europäischen Umweltagentur, Jacqueline
McGlade, Umweltminister Nikolaus Berlakovich und NÖ
Naturschutzlandesrat Stephan Pernkopf

Wien, 24.10.11 - Das Ziel, den Rückgang der biologischen Vielfalt bis
zum Jahr 2010 zu stoppen, wurde trotz erheblicher Anstrengungen nicht
erreicht. Mit der Festlegung von neuen EU-Biodiversitätszielen bis
2020 fängt eine neue Ära der Biodiversitätspolitik an. "Wir müssen
dringend beginnen, den Biodiversitätsverlust als das zu sehen, was er
tatsächlich ist: ein Indiz für die Nicht-Nachhaltigkeit unserer
Gesellschaft und nicht ein unvermeidbarer Kollateralschaden als
Ergebnis der wirtschaftlichen Entwicklung", erklärt
EU-Umweltkommissar Janez Potocnik. "Im Rahmen der Tagung "Nachhaltige
Entwicklung, Ökosystemleistungen und Biodiversität: Warum wir uns
Natur leisten müssen", die heute im Europahaus in Wien statt findet,
diskutieren wir mit hochrangigen Gästen wie effektiver und
sektorübergreifender Biodiversitätsschutz künftig gelingen kann. Dazu
stehen der ökonomische Wert von Biodiversität und der Schutz von
Ökosystemleistungen im Fokus", sagt Gerhard Heilingbrunner, Präsident
des Umweltdachverbandes. Der Umweltdachverband, das Ökosoziale Forum
und das Umweltbundesamt veranstalten diese Konferenz in Kooperation
mit der Österreichischen UNESCO-Kommission, dem Land NÖ und dem
Lebensministerium.

Österreichweite sektor- und länderübergreifende
Biodiversitätsstrategie
Die Erreichung des EU-Biodiversitätsziels 2020, den Rückgang der
biologischen Vielfalt zu stoppen und die Ökosystemleistungen
wiederherzustellen, stellt uns vor große Herausforderungen. Denn wir
alle sind für die Ursachen des Biodiversitätsverlustes -
Flächenversiegelung, Lebensraumfragmentierung, Intensivierung der
Landwirtschaft, Schadstoffzunahme u.v.m. - mitverantwortlich. "Unser
stetig steigender Ressourcenverbrauch hat u.a. zur Folge, dass
täglich weltweit rund 150 Arten aussterben und ganze Ökosysteme vor
dem Kollaps stehen. Ziel muss es daher sein, dass alle NutzerInnen
der Biodiversität, auch aus den Bereichen Wirtschaft, Verkehr,
Wasser, Tourismus, Raumplanung, etc., auf allen Regelungsebenen -
Gemeinden, Länder und Bund - für eine gemeinsame österreichische
Biodiversitätsstrategie zum Schutz der Vielfalt an Arten, Genen und
Lebensräumen an einem Strang ziehen. Es ist höchst an der Zeit, sich
mit dem Biodiversitätsproblem ernsthaft zu befassen und auch im
Rahmen künftiger EU-Förderprogramme die nötigen finanziellen
Ressourcen für Gegenmaßnahmen, wie die Schutzgebietsbetreuung,
Renaturierungs- oder Agrarumweltprogramme zur Verfügung zu stellen.
Außerdem müsste analog zur Klimaverträglichkeitsprüfung von
Gesetzesentwürfen auch eine Biodiversitätsverträglichkeitsprüfung
eingeführt werden. Erst wenn man die wahren Auswirkungen von in
Gesetze gegossener Politik kennt, kann man objektiv darüber
entscheiden, ob man umweltschädliche Konsequenzen in Kauf nimmt, oder
vielleicht doch noch nachschärft", so Heilingbrunner.

Ökologisierung des Steuersystems und Streichen umweltschädlicher
Subventionen
"Wir müssen künftig ökosozial entscheiden, um nachhaltiger zu
wirtschaften. Nicht nur, weil es ökologisch notwendig ist, sondern
auch, weil es den dringenden Wunsch der Menschen nach einer
sozialeren Wirtschaftsordnung gibt. Das gelingt uns aber nur dann,
wenn wir zugleich für wirtschaftliche Prosperität sorgen", betont
Franz Fischler, der Präsident des Ökosozialen Forums. "Das erfordert
tiefgreifende Veränderungen in der Produktion, im Lebensstil und in
den gesetzlichen Rahmenbedingungen. Erste Voraussetzung dafür ist die
vollständige Kostenwahrheit bei Produkten und Dienstleistungen.
Umsetzungsschritte sind eine Know-How-Intensivierung, die
Ökologisierung des Steuersystems, das Streichen von umweltschädlichen
Subventionen und der ständige Dialog mit den Menschen, die diese
Reformen mittragen müssen", fordert Fischler rasches politisches
Handeln. "Nur so können auch künftige Generationen sicher sein, in
einer reichhaltigen und intakten Natur aufwachsen zu können."

Nachhaltige Bewirtschaftungskonzepte, neue Bewertungsinstrumente
und Dialog
"Wir Menschen profitieren immens von den vielfältigen Leistungen der
biologischen Vielfalt - in Österreich vom sauberen Wasser als eine
der wichtigsten Lebensgrundlagen, vom starken Wald als Schutz vor
Lawinen und Muren oder auch von der vielfältigen Kulturlandschaft,
die touristisch so attraktiv ist. Die Funktionsfähigkeit dieser
Ökosysteme zu erhalten ist eine zentrale Herausforderung für die
nächsten Jahrzehnte", betont Umweltbundesamt-Geschäftsführer Georg
Rebernig. "Als Folge wirtschaftlicher Entwicklungen,
gesellschaftlicher Trends und demografischer Veränderung wird der
Druck auf Ökosysteme und Biodiversität weiter zunehmen. Diese
Entwicklungen müssen wir ernst nehmen und entgegen steuern. Wir
werden einen klugen Umgang mit unseren Ressourcen lernen müssen, der
zu einer Balance zwischen Schutz und Nutzung führt. Dafür braucht es
nachhaltige Bewirtschaftungskonzepte, neue Bewertungsinstrumente und
den Dialog mit allen Beteiligten. Es geht darum, Perspektiven für die
Zukunft unserer Lebensgrundlagen zu entwickeln - nicht nur in
Österreich, sondern auch auf europäischer Ebene."

Vielfalt der Arten erhalten und schützen
"Biodiversität bezieht sich auf alle Aspekte der Vielfalt in der
lebendigen Welt. Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen
Vielfalt bzw. ihrer Elemente gelten als wichtige Grundlagen für das
menschliche Wohlergehen. Daher muss es unser aller Anliegen sein die
Vielfalt der Arten zu erhalten und gleichermaßen zu schützen. Dies
garantiert unser aller Wohlergehen in unserer bekannten ökologischen
Umwelt - und dies noch weit über unsere Generation hinaus", so
Umweltminister Niki Berlakovich.

Schutzgebiete sichern sowie Lebensräume entwickeln und verbessern
"Niederösterreich ist ein Naturland und setzt zahlreiche Maßnahmen,
um Schutzgebiete zu sichern sowie Lebensräume zu entwickeln und zu
verbessern. Als Beispiele möchte ich das LIFE-Projekt zum Schutz der
Großtrappe oder das Projekt Alpen-Karpaten-Korridor erwähnen, bei
denen verschiedene Fachdisziplinen zum Erhalt der Biodiversität
vorbildhaft zusammenarbeiten. Auch das Programm zur Entwicklung des
ländlichen Raumes oder das landwirtschaftliche Umweltprogramm sind
wichtige Säulen im niederösterreichischen Naturschutzkonzept. Nützen
und Schützen lautet das Motto zum Thema biologische Vielfalt in
Niederösterreich", erklärt Niederösterreichs Naturschutz-Landesrat
Stephan Pernkopf.
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Das Projekt "Biologische Vielfalt 2010+" ist ein Kooperationsprojekt
der Umweltdachverband GmbH und der Naturschutzabteilung des Landes
Niederösterreich mit dem Ziel, das Bewusstsein für die Bedeutung der
biologischen Vielfalt zu stärken: www.vielfalt-2010-plus.at
MIT UNTERSTÜTZUNG VON BUND, LAND UND EUROPÄISCHER UNION

Rückfragehinweis:

Umweltdachverband
   Dr.in Sylvia Steinbauer
   Öffentlichkeitsarbeit
   Tel.: (++43-1)40113/21
   mailto:[email protected]
   http://www.umweltdachverband.at

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