- 21.10.2011, 18:20:35
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DER STANDARD-Kommentar: "Schwarze Hinterfotzigkeit" von Gerald John
Ausgabe vom 22.10.2011
Wien (OTS) - Gabriela Moser reagierte entrüstet. Niemals habe sie
vor einer Gesetzesänderung Kontakt zur Telekom gehabt, beteuerte die
grüne Anwärterin auf den Vorsitz im kommenden Untersuchungsausschuss.
Was der Lobbyist Peter Hochegger da behauptet, sei eine blanke
Unterstellung, ein "Vorwurf aus dem blauen Himmel".
Eine verunglückte, weil überhitzte Replik. Was, bitte, ist
verwerflich daran, wenn sich eine einschlägig spezialisierte
Abgeordnete mit Vertretern eines Infrastrukturkonzerns austauscht?
Moser wäre eine schlechte Volksvertreterin, unterhielte sie nicht
Kontakte zu Gott und der Welt. Dazu zählt, sich Anliegen von
Wirtschaftsbossen anzuhören.
Zum Skandal würden Mosers Connections dann, hätte sie sich von der
Telekom bestechen oder einkochen lassen: Mit Geld, Geschenken oder
Einladungen zu exquisiten Jagdausflügen. Solange diesbezüglich aber
nichts vorliegt, ist die Behauptung der ÖVP, Moser sei nun
"belastet", eine hinterfotzige Niederträchtigkeit. Der Verdacht der
Grünen liegt nahe: Die Schwarzen wollen lästige, investigativ begabte
Fragesteller aus dem Ausschuss katapultieren.
Agiert so eine Partei, die volle Aufklärung will? Fast hätte man der
ÖVP diesen Anspruch abgenommen, stimmte sie doch als erste
Regierungspartei einem umfassenden Ausschuss zu; offenbar ein Irrtum.
Wer Licht ins skandalöse Dunkel bringen will, sollte sich die
Angeklagten zur Brust nehmen - und nicht die Ankläger.
Rückfragehinweis:
Der Standard, Tel.: (01) 531 70/445
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