- 13.10.2011, 14:44:35
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Kärnten setzt auf Früherkennung bei Lese- und Rechenschwäche
Bildungsreferent LHStv. Scheuch forciert Projekt EVEU als Kärntens Antwort auf die PISA-Probleme
Klagenfurt (OTS/LPD) - Die letzten Ergebnisse der PISA-Studien
haben eines gezeigt: Österreich hat Aufholbedarf im pädagogischen
Bereich. Das Land Kärnten verstärkt daher mit dem Projekt EVEU ("Ein
veränderter Elementarunterricht") Bemühungen zur Beseitigung von
Lernschwächen und setzt noch stärker auf Früherkennung von
Legasthenie und Dyskalkulie schon im Elementarunterricht der ersten
zwei Volksschulklassen. "Durch vermehrte Aus- und Weiterbildung der
Lehrer im Bereich der Lese- und Rechenschwächen, durch den Einsatz
von geschulten Förderlehrern und durch die Behebung schon zum frühest
möglichen Zeitpunkt in den ersten Schuljahren, kann man große Erfolge
erzielen", stellte Bildungsreferent LHStv. Uwe Scheuch heute,
Donnerstag, bei einer Pressekonferenz in Klagenfurt fest.
Auch für Landeschulratspräsident Walter Ebner ist die Bekämpfung
der angeführten Lernschwächen schon im Grundstufenbereich besonders
wichtig. "Dieses Projekt wird durch laufende, eigenständige
Fortbildung der Pädagogen und durch die direkte Umsetzung in der
Praxis ständig weiterentwickelt. Damit haben wir ein geeignetes
Instrument in Händen, um betroffenen Schülern schnell und
praxisorientiert helfen zu können", so Ebner. Der derzeitige
personelle Aufwand sei durch bereits bestehende Personalressourcen
gedeckt. In den nächsten Jahren solle das Projekt etappenweise auf
weitere Lehrkräfte kärntenweit ausgeweitet werden, erklärte Ebner die
weitere Vorgehensweise.
Beginnend mit den Mobilen Diensten der Förderlehrer im Jahr 2006
habe EVEU immer mehr Lehrer animiert, sich selbst weiterzubilden. Die
Kurse und Seminare seien übervoll, meinte die Initiatorin des
Projekts, Angelika Kittner. "Die Intensivbegleitung durch
Förderlehrer und die Qualitätszirkel, also der monatliche
Erfahrungsaustausch der beteiligten Lehrer, erfreuen sich wegen des
pädagogischen Erfolgs immer größerer Beliebtheit. Rechen-, Lese- und
Rechtschreibstörungen sind genauso zu beheben wie eine Sehschwäche,
die man mit der richtigen Brille beseitigt. EVEU ist darauf
ausgelegt, von Anfang an schon Erfolge zu vermitteln und beim Lesen
und Schreiben Fehler zu vermeiden, statt Fehler zu bestrafen und zu
korrigieren. In der Mathematik bzw. der Dyskalkulie wird forschend
und mit spielerischen Rechenübungen der Lerninhalt vermittelt",
führte Kittner aus.
Für Scheuch besteht kein Zweifel, dass durch weitere
Umstrukturierungen und Optimierungen beim Einsatz der Lehrer künftig
die Ressourcen für solche individuellen Schulprojekte bereitgestellt
werden müssen. "Es gibt so viele neue wissenschaftliche Erkenntnisse,
die nur darauf warten, im Unterricht umgesetzt zu werden. Allein
schon anhand der Alterstruktur bei den Lehrern erkennt man den
Fortbildungsbedarf. Schließlich sind zwei Drittel über 45 Jahre. Eine
weitere Modernisierung der Unterrichtsmethodik, wie durch das Projekt
EVEU, erscheint also mehr als sinnvoll. Daher werden wir EVEU auch
schrittweise ausbauen und erhoffen uns, weitere Lehrer zur Teilnahme
motivieren zu können", meinte Scheuch.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung, Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-22 852
http://www.ktn.gv.at
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