- 13.10.2011, 09:52:41
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Korun: Spindelegger macht mit König Abdullah-Zentrum den Bock zum Gärtner
Bei ernstgemeintem Dialog müssen auch religiöse Reformbewegungen eingebunden werden
Wien (OTS) - "Die heutige Unterzeichnung des Abkommens zur
Gründung des 'König Abdullah Bin Abdulaziz-Zentrums für
interreligiösen und interkulturellen Dialog' erhebt den König eines
Landes, in dem Religions- und Meinungsfreiheit ein Fremdwort ist, zum
glorreichen Namensgeber einer internationalen Organisation.
Ausgerechnet ein König soll den internationalen interreligiösen
Dialog fördern wollen, in dessen Land auf 'Abfall vom Islam' die
Todesstrafe steht. Österreich sollte sich nicht dazu missbrauchen
lassen, auf diese Weise dem saudischen Unterdrückungsregime einen
Persilschein auszustellen, der dann als internationales Feigenblatt
für unwürdige Menschenrechtsverhältnisse in Saudi-Arabien dient"
kritisiert Alev Korun, Menschenrechtssprecherin der Grünen, die
heutige Unterzeichnung des Abkommens.
"Wenn König Abdullah schon als Namensgeber fungieren will, dann muss
es auch endlich Religionsfreiheit für alle Menschen in Saudi-Arabien
geben! Im eigenen Land dieses fundamentale Menschenrecht nicht einmal
buchstabieren zu können, sich aber international als Dialogführer
zwischen den Religionen zu gerieren, ist völlig unglaubwürdig", so
Korun. "Unsere Bedenken diesbezüglich haben sich auch nach einem
zweiten Gespräch mit dem Außenministerium nicht zerstreut. Dort
vertritt man anscheinend die merkwürdige Ansicht, dass religiöser
Dialog nicht wirklich etwas mit Menschenrechten zu tun habe", merkt
Korun an. "Für einen echten interreligiösen Dialog ist es
unabdingbar, dass auch Reformbewegungen der vertretenen Religionen
miteinbezogen werden. Wir werden jedenfalls die Entwicklungen dieses
Zentrums weiterhin genau im Auge behalten" schließt Korun.
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]
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