Korun: Spindelegger macht mit König Abdullah-Zentrum den Bock zum Gärtner

Bei ernstgemeintem Dialog müssen auch religiöse Reformbewegungen eingebunden werden

Wien (OTS) - "Die heutige Unterzeichnung des Abkommens zur
Gründung des 'König Abdullah Bin Abdulaziz-Zentrums für interreligiösen und interkulturellen Dialog' erhebt den König eines Landes, in dem Religions- und Meinungsfreiheit ein Fremdwort ist, zum glorreichen Namensgeber einer internationalen Organisation. Ausgerechnet ein König soll den internationalen interreligiösen Dialog fördern wollen, in dessen Land auf 'Abfall vom Islam' die Todesstrafe steht. Österreich sollte sich nicht dazu missbrauchen lassen, auf diese Weise dem saudischen Unterdrückungsregime einen Persilschein auszustellen, der dann als internationales Feigenblatt für unwürdige Menschenrechtsverhältnisse in Saudi-Arabien dient" kritisiert Alev Korun, Menschenrechtssprecherin der Grünen, die heutige Unterzeichnung des Abkommens.

"Wenn König Abdullah schon als Namensgeber fungieren will, dann muss es auch endlich Religionsfreiheit für alle Menschen in Saudi-Arabien geben! Im eigenen Land dieses fundamentale Menschenrecht nicht einmal buchstabieren zu können, sich aber international als Dialogführer zwischen den Religionen zu gerieren, ist völlig unglaubwürdig", so Korun. "Unsere Bedenken diesbezüglich haben sich auch nach einem zweiten Gespräch mit dem Außenministerium nicht zerstreut. Dort vertritt man anscheinend die merkwürdige Ansicht, dass religiöser Dialog nicht wirklich etwas mit Menschenrechten zu tun habe", merkt Korun an. "Für einen echten interreligiösen Dialog ist es unabdingbar, dass auch Reformbewegungen der vertretenen Religionen miteinbezogen werden. Wir werden jedenfalls die Entwicklungen dieses Zentrums weiterhin genau im Auge behalten" schließt Korun.

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