• 10.10.2011, 10:30:37
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Umweltorganisationen starten Projekt zur Umsetzung der EU-Donauraumstrategie: "Blaues Band der Biodiversität"

- Umweltdachverband, Umweltorganisation Virus und Bund Naturschutz in Bayern setzen Zeichen für die EU-Donauraumstrategie

Wien (OTS) - Leitbild: Rettet die Donau! - Wege zu einer umwelt-
und naturschutzverträglichen Schifffahrt

Ende Juni 2011 wurde die EU-Donauraumstrategie von den europäischen
Staats- und Regierungschefs beschlossen. Sie soll darauf abzielen,
das Wirtschaftspotenzial in der Region zu entwickeln und die
Umweltbedingungen nachhaltig zu verbessern. "Die Donau ist eine
zentrale Achse für die Sicherung der Biodiversität in Europa. Ein
überwiegender Anteil der Donau ist Teil des europäischen
Schutzgebietsnetzwerks NATURA 2000, darunter Nationalparks und
UNESCO-Welterbegebiete. Wir möchten zusammen mit weiteren
Umweltinitiativen und -verbänden im Rahmen der EU-Strategie
mithelfen, diese Vielfalt zu erhalten und mit dem Projekt "Blaues
Band der Biodiversität" die Idee des Auenverbunds Donau abwärts bis
zum Schwarzen Meer durchsetzen. Außerdem wollen wir dafür sorgen,
dass Natur- und Umweltschutz in der Donauraumstrategie das nötige
Gewicht bekommen", erklären Gerhard Heilingbrunner, Präsident des
Umweltdachverbandes und Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes
Naturschutz in Bayern (BN) und des BUND. "Wir setzen uns insbesondere
auch dafür ein, dass die Nutzung der Donau als Wasserweg in
ökologisch verträglicher Form erfolgt und primär jene bislang zu
wenig beachteten nautischen Potenziale natürlicher Flusssysteme
genützt werden, die gar keine Ausbaumaßnahmen erfordern. Abgesehen
davon müssen alle Donauanrainerstaaten in Umsetzung der EU-WRRL für
einen zumindest guten ökologischen Zustand der Donau und ihrer
Zubringer sorgen", betont Wolfgang Rehm von der Umweltorganisation
Virus.

Donauraumstrategie darf nicht für Ausbauziele der Schifffahrt
missbraucht werden
Eine wesentliche Grundlage für das Leitbild ist die gemeinsame
Position von 22 NGOs aus 10 Donau-Anrainerstaaten zur Schifffahrt im
Donaueinzugsgebiet "Rettet die Donau! - Wege zu einer umwelt- und
naturschutzverträglichen Schifffahrt" vom Oktober 2009. "Wir werden
weitere Signatarorganisationen kontaktieren, um unsere
Donauraumstrategie-Plattform zu erweitern. Ziel ist es, das
Rahmenprojekt "Blaues Band der Biodiversität" in abgestimmten
Einzelprojekten in allen Donauanrainerstaaten umzusetzen", erklären
die Projektpartner und betonen, dass eine naturschutzverträgliche
Schifffahrt ein besonders wichtiges Ziel im Rahmen der Zusammenarbeit
ist. Denn: "Die in der Donauraumstrategie formulierten Ausbauziele in
Bezug auf die Schifffahrt sind maßlos überzogen und können so nicht
hingenommen werden. Dahinter steckt die Absicht, die Donau unter dem
Banner der Donauraumstrategie über den gesamten Verlauf von 2.800
Kilometern zu einem reinen Wasserstraßenkanal zu degradieren - zum
Schaden von Natur und Umwelt! Dies ist auch angesichts der potenziell
bescheidenen Rolle einer real stagnierenden Güterschifffahrt im
Verkehrssystem nicht zu rechtfertigen. Der Bogen wurde hier extrem
überspannt. Deshalb steht jetzt eine Abänderung im Raum, deren
formelle Umsetzung in den EU-Gremien allerdings noch ausständig ist",
konstatiert Rehm.

Die neu gegründete Plattform vertritt daher folgende Anliegen:
1) Die frei fließenden Donauabschnitte müssen als als Hot Spot der
Artenvielfalt im Rahmen der Donauraumstrategie anerkannt werden. Sie
bilden das Rückgrat für das Projekt "Blaues Band der Biodiversität",
das prioritär im Rahmen des Aktionsfeldes Naturschutz umgesetzt
werden sollte.
2) Die Schifffahrt muss sich an den Möglichkeiten des Stroms
orientieren und nicht der Strom an den im Namen der Schifffahrt
vorgebrachten Wünschen! Ökologisch wertvollste Streckenabschnitte
entlang der Donau sind als solche außer Streit zu stellen und ihr
Wert insbesondere auch für einen nachhaltigen Tourismus anzuerkennen.
3) Die Umsetzung der Donauraumstrategie erfordert die Bildung von
sektorübergreifenden Arbeitsgruppen unter entsprechender Einbindung
der Zivilgesellschaft.

Rückfragehinweis:

Umweltdachverband
   Dr.in Sylvia Steinbauer
   Öffentlichkeitsarbeit
   Tel.: (++43-1)40113/21
   mailto:[email protected]
   http://www.umweltdachverband.at

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