• 06.10.2011, 14:12:42
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AMA Marketing: Österreichs agrarischer Außenhandel schlägt alle Rekorde

Optimismus zur Halbzeit bei zweistelligem Plus in allen Warengruppen

www.apa-fotoservice.at/galerie/2337/
v.l.n.r.: Dr. Michael Blass (Fachverband der Lebensmittelindustrie), Dr. Stephan Mikinovic (GF AMA Marketing)

Wien (OTS) - "Österreichs gesamte Agrarexporte konnten im ersten
Halbjahr 2011 um 21,2% zulegen und haben damit einen Umsatz von EUR
4,5 Mrd. erreicht, was optimistisch für den Rest des Jahres stimmt,
bei gleichbleibender Entwicklung die 9-Milliarden-Euro-Grenze zu
knacken und hoffentlich im kommenden Jahr eine ausgeglichene
Agraraußenhandelsbilanz zu erreichen", erklärte AMA
Marketing-Geschäftsführer Stephan Mikinovic bei der halbjährlichen
Exportbilanz anlässlich der größten Lebensmittelmesse der Welt, der
ANUGA, die von 08. bis 12.10.2011 in Köln stattfindet.

Die Warenströme in die alten EU-Länder entwickelten sich mit +21%
auf hohem Niveau, während die zwölf neuen Mitgliedstaaten ihre
Umsätze sogar um +24% steigern konnten. Herausragend ist dabei die
Exportentwicklung mit Ungarn, Slowenien und Tschechien, trotz der
schlechteren wirtschaftlichen Lage dieser Staaten. Wichtigster
Handelspartner bleibt aber weiterhin Deutschland, wohin bereits ein
Drittel der wertmäßigen Agrarausfuhren geht. Von Jänner bis Ende Juni
2011 wurden österreichische Waren im Wert von EUR 1,5 Mrd. (+15% an
Menge) zum nördlichen Nachbarn abgesetzt. Deutschland liebt Qualität
und Genuss "Made in Austria". Michael Blass vom Fachverband der
Lebensmittelindustrie führt dies auf die Lebensmittelkrisen der
letzten Zeit zurück, die in Deutschland "deutliche Spuren"
hinterlassen haben. Die Verbraucher würden dadurch, trotz intensiven
Preiswettbewerbs am deutschen Markt, "mehr Wert auf Qualität legen".

Molkereiprodukte sind Exportschlager

Molkereiprodukte (inkl. Käse) sind wertmäßig die wichtigste
Warengruppe, die Österreich nach Deutschland exportiert. Hier konnte
das konstante Wachstum im ersten Halbjahr 2011 mit +15% fortgesetzt
werden. Wertmäßig sind das EUR 243 Mio., was rund 17% der gesamten
agrarischen Ausfuhren entspricht. Die deutschen Einfuhren nach
Österreich betragen demgegenüber EUR 170 Mio. "Das rot-weiß-rote
Aushängeschild im deutschen Handel bleibt aber Käse, dessen
Exportwert um sagenhafte 30% gesteigert werden konnte. Ein absolut
tolles Ergebnis, das in Europa seines Gleichen sucht. Bei der Menge
halten wir bereits bei 26.383 t und einer Steigerungsrate von
ebenfalls fast 30%, die nach Deutschland geliefert wird. Auch in den
deutschen Käsetheken rangiert Österreich nach den Big Playern
Holland, Dänemark und Frankreich bereits an vierter Stelle", so
Mikinovic.

Zweistellige Wachstumsraten auch in anderen Warengruppen

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Agrarausfuhren nach
Deutschland ist Frischfleisch, von dem wertmäßig EUR 100 Mio.
abgesetzt wird. Dabei hatte Rindfleisch von Jänner bis Juni 2011 die
höchste Steigerung (+56%) und damit mengenmäßig zu Italien
aufgeschlossen. Auch im Bereich Schweine- (+4%) und Geflügelfleisch
(+15%) gibt es Steigerungsraten.

Ein weiterer Ausbau ist ebenso bei den Fleischzubereitungen (+6%)
gelungen. Das entspricht einem Absatzvolumen von rund EUR 111 Mio.
Das Segment Wurstwaren und Schinken weist +7% aus, Speck verzeichnet
wieder einen kleinen Zuwachs von 3%. Die Einfuhren der gesamten
Warengruppe Fleischzubereitungen entsprechen allerdings weniger als
der Hälfte (EUR 54 Mio.) unserer Ausfuhren.

Bei Obst und Gemüse gibt es, laut Mikinovic, trotz der EHEC-Krise
im Frühjahr und Sommer nur Gewinner: Denn bei frischem Gemüse stieg
der Exportwert um +31%, bei frischem Obst um +12%. Auch bei
Zubereitungen wurden stolze +27% erreicht, die sich mit einem
Absatzvolumen von EUR 110 Mio. auswirken.

Exporte in neue EU-Länder wachsen überdurchschnittlich

"Sehr hoch" ist mit +24% auch der Außenhandel mit den neuen zwölf
EU-Mitgliedsländern ausgefallen. Damit wachsen diese Länder stärker
als der gesamte weltweite Handel. "Fast 20% der österreichischen
Agrarexporte gehen mittlerweile in die Staaten des ehemaligen
Ostens", so Mikinovic. Insgesamt konnten Waren mit einem Volumen von
EUR 827 Mio. abgesetzt werden. Dem stehen Importe im Wert von EUR 633
Mio. gegenüber. "Damit bleibt Österreich die langjährige positive
Außenhandelsbilanz erhalten", erläuterte der AMA
Marketing-Geschäftsführer.

Bedeutendste Warengruppe ist dabei Frischfleisch, mit einem
Volumen von über EUR 100 Mio., auch wenn es hier wertmäßig ein Minus
von 1,2% gibt. Dafür konnte der Bereich der Fleischzubereitung um 10%
auf EUR 29 Mio. im Wert zulegen. Österreich kann auch hier auf eine
positive Außenhandelsbilanz verweisen.

Die heimischen Milchprodukte (exkl. Käse) konnten in den neuen
EU-Ländern um 12% zulegen und damit den Absatz auf EUR 29 Mio.
steigern. Bei Käse ist die bisher konstante Entwicklung im ersten
Halbjahr 2011 abgeflacht, dennoch beträgt der Umsatz über EUR 13 Mio.
Damit wurde eine Gesamtmenge von fast 5.000 t exportiert, während der
langjährige Warenfluss von Milchprodukten (meist Funktional Food)
nach Österreich vor allem aus Polen rückläufig ist. Dieser Trend
setzt sich auch heuer im ersten Halbjahr erneut mit -17% fort.

Schöne Steigerungsraten im Wert werden auch in allen Obst- und
Gemüsesegmenten verzeichnet: bei frischem Gemüse +18%, bei frischem
Obst sogar +37%.

Ungarn rückt im weltweiten Exportranking auf Platz 3 vor

Mit +43% sind die Steigerungsraten im Export nach Ungarn so hoch
ausgefallen, wie nie zuvor. Österreich hat in diesem Halbjahr um +43%
mehr Waren zum östlichen Nachbarn geliefert (Wert: EUR 224 Mio.),
womit Ungarn in der Exportstatistik auf Platz drei vorrückt. Weitere
wichtige Bezieher österreichischer Agrarprodukte sind die Slowenen
(EUR 158 Mio.; +11%), gefolgt von den Tschechen (EUR 146 Mio.; +20%).

Deutschland bleibt aber weltweit der wichtigste Abnehmer von
österreichischen Frischeprodukten wie Käse, Milch, Obst und
Fleischzubereitung. Die größten Mengen an Rind- und Schweinefleisch
führt hingegen Italien als langjähriger und verlässlicher Partner
ein. Ferner kristallisieren sich immer mehr neue Länder in der EU wie
die Niederlande, Griechenland und Spanien als Liebhaber größerer
Mengen des österreichischen Genusses ab. Auch ferne Märkte wie
Südkorea, Japan und auch China entdecken die Qualität unserer
Lebensmittel. "Unsere Produkte haben einen hohen Stellenwert in
dieser Welt, verfügen über absolutes Vertrauen und überzeugen durch
ihren natürlichen Geschmack und beste Qualität. Das wird zunehmend
von den Konsumenten gefragt", nennt Mikinovic auch die Gründe für
diesen Erfolg.

Heimische Lebensmittelindustrie legt im Exportwert um 20% zu

Nach dem verheerenden Umsatzeinbruch in den Krisenjahren 2008 bis
2010 ist auch in der österreichischen Lebensmittelindustrie nun
"Entspannung" eingekehrt. Die Produktion sei im ersten Halbjahr 2011
um 10%, die Exporte wertmäßig um 20% gesteigert worden. Angesichts
sinkender Anteile der Lebensmittel an den monatlichen
Haushaltsausgaben und einer weiteren Konzentration im heimischen
Lebensmittelhandel mit zunehmenden Preisschlachten und einem
Eigenmarken-Boom sei es nicht verwunderlich, dass mittlerweile zwei
Drittel der Waren in den Export gehen und der Heimmarkt nur mehr
zweitrangig sei, informierte Blass vom Fachverband. Wichtigste
Exportdestinationen für Waren des Zollkapitels 16 bis 24 sind
Deutschland, Italien, die USA, Großbritannien, Schweiz und Ungarn.
Ziel sei es, bis 2015 den Anteil der Agrar- und Lebensmittelprodukte
am Gesamtexport auf 10% zu erhöhen, so Blass. "Im Vorjahr lag dieser
Wert bei 7,1%, was uns optimistisch stimmt, unser Ziel zu erreichen."

ANUGA: Von 8. bis 12. Oktober 2011 in Köln

Bei der diesjährigen ANUGA in Köln werden auf rund 300.000
Quadratmetern mehr als 6.500 Aussteller aus fast 100 Ländern ihre
Produkte präsentieren. Österreich ist mit insgesamt 120 Exporteuren
vertreten und damit eines der bedeutendsten Ausstellerländer.
Zielgruppen der Fachmesse sind Hersteller, Importeure und Großhändler
aus dem EU-Raum, aus Osteuropa, dem Mittleren Osten, Asien und Nord-
sowie Südamerika aus den Bereichen Lebensmittel, Getränke,
Gastronomie, Hotellerie und Handelsagenturen.
(Schluss) wol

Rückfragehinweis:
Reinhard Schuster, AMA-Exportmanager
Tel. 01/33151-406,
E-mail: [email protected]

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