• 06.10.2011, 11:45:08
  • /
  • OTS0153 OTW0153

Rektor Bast zur PH-Reform: "Regierung verweigert Koordination in Bildungspolitik"

Vorstoß von Ministerin Schmied als weiteres Beispiel im Katalog koalitionärer Fehlleistungen

Wien (OTS) - Ein neuerliches Beispiel von "krasser Kommunikations-
und Koordinationsverweigerung der Bundesregierung in der
Bildungspolitik" sieht Rektor Gerald Bast, geschäftsführender
Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), im jüngsten Vorstoß von
Unterrichtsministerin Claudia Schmied zur "Stärkung des akademischen
Charakters der Pädagogischen Hochschulen (PH)" samt der Ankündigung
der Einrichtung mehrerer "Master-Studienrichtungen" an den PH.
Immerhin verhandelt der Wissenschaftsminister derzeit mit
Universitäten und Fachhochschulen den Österreichischen Hochschulplan.
Obwohl der Sektor der Lehramtsstudien für die Universitäten
inhaltlich und quantitativ von großer Bedeutung ist, existiert das
Thema "Lehrer/innenbildung und Kooperation mit den Pädagogischen
Hochschulen" für den Hochschulplan nicht. Rektor Bast: "Zwar wissen
alle Beteiligten, wie unsinnig das ist, aber daran ist nichts zu
ändern, weil für die PH ein anderes Ministerium zuständig ist."

Nachstehend hält Rektor Bast der Regierung einen Katalog der
Widersprüchlichkeiten und Fehlleistungen in der Bildungspolitik vor:

- Während der Wissenschaftsminister auf laufende Gespräche zur 
   Reform der Lehrer/innenbildung mit der Unterrichtsministerin 
   verweist, stellt diese im Alleingang der Presse eine PH-Reform 
   vor, einschließlich eines "Entwicklungsrates für PH, der auch um 
   die Aufgaben für Universitäten erweitert werden kann".

 - Während die Unterrichtsministerin für 2012/13 neue 
   Studienangebote an den PH ankündigt, deren Finanzierung "im 
   Budget dargestellt" sei, kämpft der Wissenschaftsminister mit der 
   Finanzministerin um ein Budget, das zumindest verhindern würde, 
   dass die Universitäten ab 2013 Studienrichtungen schließen und 
   Personal abbauen müssen. Die Finanzministerin schweigt zu der von
   Minister Töchterle angekündigten "Universitäts-Rettungsmilliarde"
   bisher ebenso wie der Bundeskanzler.
 
 - Während die SPÖ in Zeiten eines bevorstehenden 
   Lehrer/innenmangels für Lehramtsstudien an PH Zulassungsprüfungen
   befürwortet, wird das für völlig überlastete Studienrichtungen in
   anderen Bereichen abgelehnt. 

 - Während die Unterrichtsministerin für 2012/13 neue Masterstudien 
   an PH ankündigt und die Universitäten als zentrale Träger der 
   Lehrer/innenbildung in den Gesprächen über die Reform der 
   Lehrer/nnenbildung konsequent beiseite lässt, bieten einzelne 
   Unis in Zusammenarbeit mit PH bereits Masterstudien an und 
   schließen Verträge miteinander ab. Dies passt offensichtlich 
   nicht in die parteipolitischen Konzepte, in denen es um 
   gegenseitiges Abgrenzen von Ressortinteressen geht.

 - Während Bundeskanzler und Finanzministerin von den 
   Universitäten "mehr Effizienz und Transparenz" einfordern, 
   beschränken sich Regierungsmitglieder und Parlamentarier auf 
   antagonistische Polit-Rhetorik und Problemverschleierung unter 
   Vermeidung eines nennenswerten Wirkungsgrades (Effizienz) - und 
   sehen zu, wie das österreichische Universitätssystem Schaden 
   nimmt.

Rektor Bast appelliert daher an Regierung und Parlament, die
eigenen Aufrufe selbst zu beherzigen: "Macht endlich eine effiziente
Bildungspolitik auf internationalem Niveau - aber nicht
gegeneinander, sondern miteinander."

Rückfragehinweis:

Manfred Kadi
   Referent für Öffentlichkeitsarbeit 
   Österreichische Universitätenkonferenz
   Floragasse 7/7
   1040 Wien
   Tel.: +43 (0)1 310 56 56 - 24
   Fax: +43 (0)1 310 56 56 - 22
   Email: [email protected]
   Homepage: www.uniko.ac.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | RKO

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel