Rektor Bast zur PH-Reform: "Regierung verweigert Koordination in Bildungspolitik"

Vorstoß von Ministerin Schmied als weiteres Beispiel im Katalog koalitionärer Fehlleistungen

Wien (OTS) - Ein neuerliches Beispiel von "krasser Kommunikations-und Koordinationsverweigerung der Bundesregierung in der Bildungspolitik" sieht Rektor Gerald Bast, geschäftsführender Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), im jüngsten Vorstoß von Unterrichtsministerin Claudia Schmied zur "Stärkung des akademischen Charakters der Pädagogischen Hochschulen (PH)" samt der Ankündigung der Einrichtung mehrerer "Master-Studienrichtungen" an den PH. Immerhin verhandelt der Wissenschaftsminister derzeit mit Universitäten und Fachhochschulen den Österreichischen Hochschulplan. Obwohl der Sektor der Lehramtsstudien für die Universitäten inhaltlich und quantitativ von großer Bedeutung ist, existiert das Thema "Lehrer/innenbildung und Kooperation mit den Pädagogischen Hochschulen" für den Hochschulplan nicht. Rektor Bast: "Zwar wissen alle Beteiligten, wie unsinnig das ist, aber daran ist nichts zu ändern, weil für die PH ein anderes Ministerium zuständig ist."

Nachstehend hält Rektor Bast der Regierung einen Katalog der Widersprüchlichkeiten und Fehlleistungen in der Bildungspolitik vor:

  • Während der Wissenschaftsminister auf laufende Gespräche zur Reform der Lehrer/innenbildung mit der Unterrichtsministerin verweist, stellt diese im Alleingang der Presse eine PH-Reform vor, einschließlich eines "Entwicklungsrates für PH, der auch um die Aufgaben für Universitäten erweitert werden kann".
  • Während die Unterrichtsministerin für 2012/13 neue Studienangebote an den PH ankündigt, deren Finanzierung "im Budget dargestellt" sei, kämpft der Wissenschaftsminister mit der Finanzministerin um ein Budget, das zumindest verhindern würde, dass die Universitäten ab 2013 Studienrichtungen schließen und Personal abbauen müssen. Die Finanzministerin schweigt zu der von Minister Töchterle angekündigten "Universitäts-Rettungsmilliarde" bisher ebenso wie der Bundeskanzler.
  • Während die SPÖ in Zeiten eines bevorstehenden Lehrer/innenmangels für Lehramtsstudien an PH Zulassungsprüfungen befürwortet, wird das für völlig überlastete Studienrichtungen in anderen Bereichen abgelehnt.
  • Während die Unterrichtsministerin für 2012/13 neue Masterstudien an PH ankündigt und die Universitäten als zentrale Träger der Lehrer/innenbildung in den Gesprächen über die Reform der Lehrer/nnenbildung konsequent beiseite lässt, bieten einzelne Unis in Zusammenarbeit mit PH bereits Masterstudien an und schließen Verträge miteinander ab. Dies passt offensichtlich nicht in die parteipolitischen Konzepte, in denen es um gegenseitiges Abgrenzen von Ressortinteressen geht.
  • Während Bundeskanzler und Finanzministerin von den Universitäten "mehr Effizienz und Transparenz" einfordern, beschränken sich Regierungsmitglieder und Parlamentarier auf antagonistische Polit-Rhetorik und Problemverschleierung unter Vermeidung eines nennenswerten Wirkungsgrades (Effizienz) - und sehen zu, wie das österreichische Universitätssystem Schaden nimmt.

Rektor Bast appelliert daher an Regierung und Parlament, die eigenen Aufrufe selbst zu beherzigen: "Macht endlich eine effiziente Bildungspolitik auf internationalem Niveau - aber nicht gegeneinander, sondern miteinander."

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