Baustopp für Belo Monte - Dreikönigsaktion und Südwind sehen sich in ihrer Kritik bestätigt

Belém/Brasilien (OTS) - Knalleffekt rund um das umstrittene Staudammprojekt Belo Monte: Am Abend des 28.09. verhängte das Bundesgericht des Bundesstaats Pará einen sofortigen Baustopp für alle Arbeiten, die zu einer Veränderung des Flußlaufes des Xingu-Flusses führen würden. Die bereits aufgefahrenen Bagger, die gigantische Kanäle, Dämme und Staumauern für das drittgrößte Kraft der Welt errichten sollen, müssen stillstehen, ansonsten riskiert das Errichtungs- und Betreiberkonsortium Norte Energia S. A. hohe Strafzahlungen.

Bundesrichter Carlos Eduardo Castro Martins gab der Klage des Zierfisch-Zucht- und Exportverbands von Altamira (Acepoat) recht und verbietet mit sofortiger Wirkung "jegliche Bauarbeiten, die den natürlichen Lauf des Xingu-Flusses stören und damit die Fisch-Fauna verändern würden."

Im aktuellen Gerichtsurteil geht es um den lokalen Fang von Zierfischen. Allein im Xingu-Fluss gibt es viermal mehr Fischarten als in allen Flüssen Europas zusammen, viele von ihnen würden verschwinden, wenn Belo Monte gebaut wird. Der zuständige Richter sprach aber auch von einer "Bedrohung für die gesamte Bevölkerung am Fluss, die vom Fischfang lebt".

"Es ist eigentlich zynisch, dass die Bedrohung von Zierfischen nun ausschlaggebend war, aber es ist begrüßenswert, dass der Lebensraum der Indigenen nun vorläufig gesichert ist" freut sich Christina Schröder von Südwind, die im Februar im Amazonas war, um sich vor Ort ein Bild von der Situation der Betroffenen zu machen. Für die indigenen Gemeinschaften am Xingu-Fluss ist Fisch ein Grundnahrungsmittel, das 70 % ihres Proteinbedarfs deckt.

"Die brasilianische Regierung versucht den Bau von Belo Monte um jeden Preis durchzudrücken und wollte sich nicht mit den lästigen Rechten von Betroffenen und den Umweltgesetzen aufhalten. Das rächt sich jetzt und das Projekt zerbröckelt", so Herbert Wasserbauer von der Dreikönigsaktion.

"Wir haben auch die durch Turbinenaufträge involvierte Andritz AG mehrfach darauf hingewiesen, dass es sich bei Belo Monte um ein Unrechtsprojekt handelt. Anstatt das Projekt bei jeder Gelegenheit zu verteidigen, soll die Andritz AG die Konsequenzen ziehen und endlich aus dem Projekt aussteigen", appelliert Wasserbauer.

Bildmaterial zu Belo Monte: http://www.ots.at/redirect/belo_monte

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