• 23.09.2011, 09:13:06
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Zu wenig Bewegung bringt Generation von chronisch Kranken

Ärztepräsident Dorner fordert Ganztagsschule mit Turnschwerpunkt - gesellschaftliches Problem

Wien (OTS) - Mit zwölf Jahren erreichen sie den Gipfel ihrer
körperlichen Leistungsfähigkeit. Dann geht es bergab. Bei Burschen
stagniert die Fitness danach auf niedrigem Niveau, bei Mädchen sinkt
sie sogar mit Einsetzen der Pubertät. Österreichs Jugendliche sind
auf dem besten Weg, zu einer Generation von chronisch Kranken zu
werden. Dies ist das Ergebnis einer in der Österreichischen
Ärztezeitung vorgestellten Studie der Universität Salzburg und des
Unterrichtsministeriums.

Vor diesem Hintergrund fordert der Präsident der Österreichischen
Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner, eine rasche Umsetzung der
Ganztagsschule mit doppelt so vielen Turnstunden sowie
verpflichtender Ernährungs- und Gesundheitslehre. "Die Politik muss
sofort handeln. Wie viele alarmierende Studien braucht es noch, damit
sich Unterrichts- und Gesundheitsministerium endlich auf konkrete
Maßnahmen einigen?", sagte der Ärztechef am Freitag in einer
Aussendung.

Für Ärztepräsident Dorner ist der körperliche Zustand des
österreichischen Nachwuchses ein alarmierendes Problem, mit dem sich
die gesamte Gesellschaft befassen müsse. Eltern, Kindergärten,
Schulen, Gebietskörperschaften, Medien seien aufgefordert, an einem
umfassenden Programm zur "Remobilisation" der Kinder und Jugendlichen
mitzuwirken. Dorner regt an: "Wenn die Kinder schon stundenlang
fernsehen oder im Internet surfen, muss man sie auch dort abholen.
Kindersendungen und Computerspiele sollten durch regelmäßige Inserts
unterbrochen werden, die zum Mitturnen einladen."

Kinder werden früher sterben als Eltern

Die Studie "Klug & Fit" testete 67.000 Schülerinnen und Schüler
zwischen zehn und 15 Jahren auf jene motorischen Fähigkeiten, die in
direktem Zusammenhang mit der Gesundheit stehen: Kraft (Knochen,
Rückenbeschwerden), Koordinationsfähigkeit (Sturzprophylaxe) und
Ausdauer (Herz-Kreislauf). Im Vergleich mit Referenzdaten aus den
1980er-Jahren habe sich die körperliche Leistungsfähigkeit "in sehr
kurzer Zeit dramatisch verschlechtert". Chronische Erkrankungen wie
Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose, aber auch
psychische Leiden würden das weitere Leben der heute Jungen prägen,
erklärt Studienleiter Univ.-Prof. Erich Müller vom Institut für
Sport- und Bewegungswissenschaft der Universität Salzburg. "Es gibt
Untersuchungen, denen zufolge diese Generation die erste sein wird,
die durchschnittlich früher sterben wird als ihre Eltern", warnt der
Experte.

Freude an Bewegung - mehr Lernerfolg

Weiteres Ergebnis der neuen Studie: Bewegung steigert die
Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung sowie die Fähigkeit,
sich rasch auf neue Anforderungen einzustellen. Schon 30 Minuten
Bewegung in der Früh führten laut Sportmediziner Müller zu besseren
Lernerfolgen - allerdings nur, wenn sich die Kinder gern und
freiwillig bewegten. (ar/ms)

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: (++43-1) 513 18 33 - 14 DW

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