• 23.09.2011, 08:45:40
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Melancholie und Provokation. Das Egon Schiele-Projekt

Elisabeth Leopold und Diethard Leopold präsentierten Schiele-Ausstellung

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/2254/
Im Rahmen einer Pressekonferenz im Auditorium des Leopold Museum wurde gestern die große Schiele-Ausstellung 'Melancholie und Provokation' präsentiert. Kuratorin Dr. Elisabeth Leopold skizzierte eine neue Sicht auf das frühe, expressive Werk von Egon Schiele (1890-1918). Im Bild v.l.n.r.: Mag. Peter Weinhäupl (Managing Director, LMPS), Dr. Hubert Klocker (Kurator), Dr. Diethard Leopold (Vorstandsmitglied, LMPS), Dr. Elisabeth Leopold (Vorstandsmitglied, LMPS), Philipp Gehmacher, Claudia Bosse

Wien (OTS) - Im Rahmen einer Pressekonferenz im Auditorium des
Leopold Museum wurde gestern, Donnerstag die große
Schiele-Ausstellung "Melancholie und Provokation" präsentiert.
Kuratorin Dr. Elisabeth Leopold skizzierte eine neue Sicht auf das
frühe, expressive Werk von Egon Schiele (1890-1918).

Traumbilder Schieles

Es sei eine Welt der "Traumbilder" Schieles, eine "Zwischenwelt",
die vor genau 100 Jahren in der von Carl Moll geleiteten Galerie
Miethke präsentiert worden war, sagte Elisabeth Leopold anlässlich
der Vorstellung der großen Jubiläumsschau zum zehnjährigen Bestand
des Hauses. Bilder wie der in der Ausstellung gezeigte "Lyriker", die
noch von Schiele später übermalte "Weltwehmut" oder das verschollene
Werk "Delirien".

Jugendstil und brodelnder Expressionismus

Für Elisabeth Leopold sind die Jahre um 1910/11 in Wien durch zwei
Gegenpole charakterisiert. Auf der einen Seite der stilisierende
Jugendstil auf der anderen Seite das Brodeln im Untergrund, der
Expressionismus. Eine Zeit in der Richard Strauss Hoffmannsthals
"Frau ohne Schatten", Arnold Schönberg Albert Girauds "Pierrot
Lunaire" oder Stefan Georges "Ich fühle Luft von anderem Planeten"
vertonte, Claude Debussy Maurice Maeterlincks "Pelléas et Mélisande"
zu einer Oper verarbeitete.

Schiele: Gotiker und Träumer

Provokateure: Schiele und Kokoschka, Pose und Tanz

Für Rudolf Leopold sei Schiele ein "Gotiker und Träumer" gewesen.
Der provokative Kokoschka hingegen, der in der Kunstschau 1908 für
Aufregung sorgte und neues Terrain betrat, hätte den Boden für die
Provokationen Schieles bereitet. Im zweiten Raum zeigt Elisabeth
Leopold die Melancholie, den Abschied, Bilder wie die "Versinkende"
Sonne, Egon und Wally aber auch Anselm Feuerbachs "Medea", als
wunschloses Unglück, das letzte von Rudolf Leopold erworbene Gemälde,
wie Elisabeth Leopold betonte. Im dritten Raum schließlich sieht man
das Thema von Pose, Tanz und Bewegung, beinflusst durch den
Ausdruckstanz aber auch im interessanten Vergleich mit den
Schattenspielfiguren aus Java. Die Ausstellung zeigt Werke der
eigenen Sammlung, aus Privatbesitz und wunderbare Leihgaben aus
bedeutenden Museen wie der Albertina, dem Belvedere, dem Lentos oder
dem Wien Museum.

Das Egon Schiele Projekt

Kurator Dr. Diethard Leopold präsentierte den zeitgenössischen
Teil der Ausstellung mit der Frage "What is art and why does it
matter". Er hat fünf Künstler, Günter Brus, Elke Krystufek, Claudia
Bosse, Franz Graf und Philipp Gehmacher sowie einen Kurator, Dr.
Hubert Klocker eingeladen Werke Schieles mit den Werken der Gegenwart
in Verbindung zu bringen.

Schwarzkogler trifft Schiele

Österreichische Avantgarde: Expressionismus und Aktionismus

Klocker präsentiert das Werk des wie Schiele mit 28 Jahren
verstorbenen Aktionismus-Enfant Terribles Rudolf Schwarzkoglers, der
in Dialog mit Schiele tritt. Schiele habe ihn "von Anfang an, seit er
sich mit Kunst befasse begleitet". Die Wiener Aktionisten sieht er
als letzte österreichische Avantgarde nach den österreichischen
Expressionisten. Er freue sich, dass "das Leopold Museum die
Bedeutung des Aktionismus in der Österreichischen Kunsttradition
anerkannt habe.

Gehmacher: "it's all about holding it together"

Der Choreograph Philipp Gehmacher erklärte seinen Raum als
Grauraum mit Egon Schiele, die Besucher sollen sensibilisiert werden.
6 ausgewählte Zeichnungen von Schiele, ein Materialtisch und
Videoinstallationen befassen sich mit Verdrehung und Abbild. Es gehe
um Strukturen - "it's all about holding it together" - und Spannungen
"damit etwas entsteht", erläuterte Gehmacher. So zeigt er u.a. die
Situation von 2 Männern im Raum, die sich langsam einander annähern
ohne eindeutige homoerotische Bezüge. Wir sehen "Körper, die Raum
einnehmen, auch ohne Bewegung."

Claudia Bosse: "sich den Werken narrativ annähern"

Claudia Bosse zeigte sich beeindruckt vom Gang ins Depot des
Hauses, dem "Gral des Egon Schiele". Sie interessierte sich für die
Ausschnitte, die falsche Vorstellung von den Farben der Werke, wie
sie sie oft nur aus Reproduktionen kannte. Sie staunte über das
einfach Packpapier, das Schiele verwendete oder manche ausgefranste
Ecken in den Blättern des Künstlers. Der Hintergrund sei ihr wichtig,
in Audioinstallationen lässt sie Personen Bilder aus der Erinnerung
beschreiben, nähert sich den Werken narrativ an.
Brus Zeichnungen, Krystufeks Männerakte, karger Graf
Nicht bei der Pressekonferenz anwesend waren Günter Brus, der vor
allem mit Fotos und Zeichnungen brilliert, Elke Krystufek, die
großformatige Männerakte beisteuerte und Franz Graf, der seinen Raum
in eine Installation mit Materialien, Objekten und
Schiele-Facsimiles, mit einem Text, aber ohne Objektbeschreibungen
verwandelte.

Brus Zeichnungen, Krystufeks Männerakte, karger Graf

Nicht bei der Pressekonferenz anwesend waren Günter Brus, der vor
allem mit Fotos und Zeichnungen brilliert, Elke Krystufek, die
großformatige Männerakte beisteuerte und Franz Graf, der seinen Raum
in eine Installation mit Materialien, Objekten und
Schiele-Facsimiles, mit einem Text, aber ohne Objektbeschreibungen
verwandelte.

Melancholie und Provokation. Das Egon Schiele-Projekt
23. September 2011 bis 30. Jänner 2012
www.leopoldmuseum.org

Weitere Bilder abrufbar unter: www.apa-fotoservice.at/galerie/2254/

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
Mag. Klaus Pokorny
Leopold Museum-Privatstiftung Presse / Public Relations
MuseumsQuartier Wien Tel +43.1.525 70-1507
1070 Wien, Museumsplatz 1 Fax +43.1.525 70-1500
www.leopoldmuseum.org [email protected]

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