- 22.09.2011, 13:29:51
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Metallgewerbe-Kollektivvertragsverhandlungen für 2012
Bevorstehende Gespräche gekennzeichnet durch unsichere Aussichten - Hohe Belastun-gen auf den Faktor Arbeit werden zunehmend zum Problem
Wien (OTS/PWK657) - Bei der Forderungsüberreichung am 22.
September 2011 für die Kol-lektivvertragsverhandlungen 2012 wurde von
der Delegation der Arbeitgeberseite eine Liste mit Punkten übergeben,
die zu einer Flexibilisierung und zum Bürokratieabbau beitragen und
auf diese Weise auch zur Schaffung von Arbeitsplätzen führen könnten.
Das konkrete Forderungsprogramm:
1. Angleichung (Verkürzung) der Kündigungsfristen der Arbeitgeber
an jene der Arbeit-nehmer
2. Entfall des Postensuchtages bei Selbstkündigung des/der
Arbeitnehmers/in
3. Verkürzung der Weiterverwendungszeit von Lehrlingen auf das
gesetzliche Ausmaß (3 Monate)
4. Zulassung einer täglichen Normalarbeitszeit bis zu 10 Stunden
im Rahmen einer 5-Tage-Woche
5. Entfall des Zeitzuschlages für Wochenstunden nach der 40.
Stunde bei dem Modell der "Erweiterten Bandbreite"
6. Bildung von sozialpartnerschaftlichen Arbeitskreisen zu den
aktuellen Themen
a. Lehrlingsausbildung
b. Bekämpfung von Lohn- und Sozialdumping
Die Arbeitgeber weisen darauf hin, dass es den Betrieben neben den
Verhandlungen über eine allfällige Lohnerhöhung auch um eine, schon
lange geforderte, Flexibilisierung bei der Arbeitszeit geht.
Es sind Modelle gefragt, die den Betrieben ein flexibles Agieren
sowohl in Spitzen- als auch in Krisenzeiten ermöglicht, ohne dass die
Kostenbelastung existenzgefährdend wird.
Es kann in Zeiten zunehmenden internationalen Wettbewerbsdrucks,
der auch das Ge-werbe voll erfasst hat, nicht sein, dass weiterhin
auf Arbeitszeitmodelle der 1970er Jahre zurückgegriffen wird, und
teure Zeit- und Überstundenzuschläge gewährt werden müssen.
Weiters ist auch bei anderen Bestimmungen des Kollektivvertrags
wie Behaltezeit von Lehrlingen, Kündigungsfristen, etc. eine Änderung
gefragt, da derzeit die Betriebe davon abgehalten werden, Lehrlinge
aufzunehmen. Dies kommt letztendlich auch den Lehrlingen zugute, wenn
auf Grund besserer Voraussetzungen die Aufnahme dieser jungen
Menschen attraktiviert wird. Zunehmend kritisch wird auch gesehen,
dass von allfälligen nominellen Lohnerhöhungen dem Arbeitnehmer nur
ein Bruchteil bleibt, während die Arbeitgeber ein Vielfaches mehr an
Kosten haben. Daher wird auch die Bildung von Arbeitskreisen
angeregt, die sich mit den Themen Lehrlingsausbildung und der
Bekämpfung von Lohn- und Sozialdumping beschäftigen. So soll
einerseits das Problem des Fachkräftemangels behandelt werden,
andererseits sollen Maßnahmen diskutiert werden, die einen fairen
Wettbewerb zwischen jenen Unternehmen ermöglichen, die ordnungsgemäß
alle Verpflichtungen erfüllen.
Das Metallgewerbe in Zahlen
Das Metallgewerbe nimmt in der österreichischen Wirtschaft eine
bedeutende Stellung ein und hat in punkto Beschäftigung der
Metallindustrie den Rang abgelaufen. Konkret werden in über 43.000
Betrieben rund 200.000 Menschen beschäftigt. In der Wirtschaftskrise
der letzten 2 Jahre hat das Gewerbe nur wenige Mitarbeiter frei
gesetzt und insbesondere durch das teure Modell der Kurzarbeit
versucht, den Beschäftigtenstand zu halten. Gut qualifizierte
Mitarbeiter sind für das Gewerbe eine Frage des Überlebens, weshalb
hier ganz besonders auf die Situation der Arbeitnehmer Rücksicht
genommen wurde. Das Gewerbe betrachtet dies auch als Vorleistung, die
bei den Kollektivvertragsverhandlungen berücksichtigt werden müssen.
(JR)
Rückfragehinweis:
Bundesinnungsgruppe Metall-Elektro-Sanitär-KFZ
Wirtschaftskammer Österreich
Geschäftsführer Dipl.-Ing. Christian Atzmüller
Tel: +43 1 505 69 50-121
e-Mail: [email protected]
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