- 22.09.2011, 09:52:41
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MedUni Wien entwickelt neues, lebensrettendes Therapiekonzept für Malaria in Bangladesh
Wien (OTS) - Ein Team der Medizinischen Universität Wien unter
Leitung von Harald Noedl vom Institut für Spezifische Prophylaxe und
Tropenmedizin entwickelt in Bangladesh ein neues Therapiekonzept für
komplizierte Malaria. Diese Therapie soll die Sterblichkeit deutlich
senken und könnte zehntausenden Kindern das Leben retten.
Auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts sterben täglich über 2.000
Menschen an Malaria, einer Krankheit, die vor allem mit Armut
assoziiert ist. Die meisten Opfer fordert die Seuche in Afrika und
hier insbesondere unter den Schwächsten, den Kindern. In den meisten
Fällen verläuft die Krankheit ohne Komplikationen, wenn sie
rechtzeitig erkannt und therapiert wird. In jenen Fällen, in denen es
zu Komplikationen kommt, ist die Sterblichkeit allerdings nach wie
vor extrem hoch.
MedUni Wien sucht neue Therapiekonzepte
"Malaria ist eine Krankheit die therapierbar ist" sagt Noedl. "Wir
brauchen aber dringend neue Therapieansätze und müssen diese auch den
Menschen zugänglich machen." Ein Team österreichischer Ärzte,
Biologen und Studenten arbeitet seit 2006 am MARIB Forschungszentrum
des Instituts für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin an der
Erforschung der Malaria in Bangladesh. Seit 2006 wurden hier fast
20.000 Patienten kostenlos betreut.
Erste Pilotstudie am MedUni Wien-Forschungszentrum in Bangladesh
Die erste Pilotstudie zu einem völlig neuartigen Therapiekonzept
beginnt in diesen Tagen in Bangladesh. Es sieht eine fixe intravenöse
Kombination der besten derzeit verfügbaren Malariamedikamente mit
einem Breitbandantibiotikum vor. Der Vorteil: Dadurch werden
bakterielle Infektionen, die häufig gleichzeitig mit der Malaria
auftreten oder irrtümlich als solche diagnostiziert werden und die
für einen großen Teil der Todesfälle verantwortlich sind,
mitbehandelt. Gleichzeitig wird die Heilung der Malaria beschleunigt
und Resistenzen vorgebeugt. "Ein weiterer Vorteil dieser Kombination
ist ihre sehr gute Verträglichkeit, insbesondere für Kinder" sagt
Paul Swoboda, der seit 2007 in Bangladesh arbeitet.
"Zehntausenden Kindern das Leben retten"
Sollte das Pilotprojekt erfolgreich sein, so planen die
WissenschafterInnen eine groß angelegte multizentrische Studie in
Afrika und Asien. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits. Noedl:
"Wenn das Konzept aufgeht und wir es schaffen, in den nächsten Jahren
die neue Kombinationstherapie den Menschen insbesondere in Afrika
zugänglich zu machen, könnten wir damit möglicherweise jedes Jahr
zehntausenden Kindern das Leben retten."
Rückfragehinweis:
Medizinische Universität Wien Mag. Johannes Angerer Leiter Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, Sponsoring, Fundraising Tel.: +431 40160 - 11 501 Mobil: +43 664 800 16 11 501 mailto:[email protected] http://www.meduniwien.ac.at
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