ÖH: Sozial gerechte Studiengebühren gibt es nicht

ÖH sieht sich von EU Studie bestätigt

Wien (OTS) - "Die heute veröffentlichte Studie der Europäischen Kommission zur sozialen Dimension von Bildung zeigt ganz klar die rückschrittliche und verfehlte Bildungspolitik der österreichischen Regierung auf", so Angelika Gruber vom Vorsitzteam der Österreichischen HochschülerInnenschaft. "Das Hochschulbudget stagniert real seit dem Jahr 1995. Anstatt dieses endlich auf die nötigen 2 Prozent des BIP anzuheben und einen verpflichtenden Budgetpfad einzuführen, fällt der ÖVP nichts Besseres ein, als nach Studiengebühren zu schreien. Es ist unverantwortlich, die politische Verantwortung auf die Studierenden abzuwälzen und sich so aus der Affäre zu ziehen. Sozial gerechte Studiengebühren existieren nicht, diese sind immer und in jeder Form sozial selektiv."

"65 Prozent der Studierenden leben unter der Armutsgrenze. Diese prekäre Situation durch Studiengebühren noch weiter zu verschärfen grenzt an Fahrlässigkeit", so Martin Schott vom Vorsitzteam der ÖH. "Gebühren von einer einkommenslosen Gruppe einzuheben, ist nicht einleuchtend - es gibt keine andere Einnahmequelle, die derart fehlgeleitet ist. Reiche Studierende gibt es nicht, lediglich reiche Eltern. Aus diesem Grund muss am gesamten Steuersystem gearbeitet werden, um dieses nicht nur schein- sondern tatsächlich progressiv zu gestalten", so Schott weiter.

"Bei der Einführung der Studiengebühren 2001 kam es zu einem Studiumsabbruch von 45000 Studierenden, die Zahl der StudienanfängerInnen ging um 15% zurück. Diese Zahl ist einer der vielen Beweise, dass Studiengebühren abschreckend und extrem sozial selektiv wirken. Besonders Menschen aus sozial und finanziell benachteiligten Familien entscheiden sich am häufigsten aus Geldgründen gegen ein Hochschulstudium. Wir fordern den freien, unbeschränkten Hochschulzugang für alle Menschen unabhängig von ihrer sozialen und nationalen Herkunft, sowie ein Beihilfensystem, das unabhängig vom Einkommen der Eltern allen Menschen ein Studium ermöglicht", so Janine Wulz vom ÖH Vorsitzteam abschließend.

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