Simon Wiesenthal Conference "Partituren der Erinnerung. Der Holocaust in der Musik" vom 4. bis 6. Oktober 2011

Die internationale Tagung wird mit 28 Vorträgen zeitgenössische Werke als Teil der kulturwissenschaftlichen Gedächtnisforschung thematisieren.

Wien (OTS) - Auf Initiative des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI) findet vom 4. bis 6. Oktober 2011 die internationale Konferenz "Partituren der Erinnerung. Der Holocaust in der Musik" statt. Veranstaltet wird die Tagung gemeinsam mit der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

Wie auch in anderen Kunstgattungen, setzte schon während des Holocaust selbst, vor allem aber in den 1950er- und 1960er-Jahren und später nach 1990 auch im musikalisch-kompositorischen Bereich die Thematisierung des nationalsozialistischen Massenmords ein: Dabei wurden einzelne Orte wie Konzentrations- und Vernichtungslager, Ghettos, Tatorte oder Personen, Ereignisse oder konkrete Aspekte sowie allgemeinere Themen wie Erinnerung, Trauer und Leid in zahlreichen Genres in durchaus unterschiedlicher Manier angesprochen.

Die Simon Wiesenthal Conference "Partituren der Erinnerung. Der Holocaust in der Musik" widmet sich diesen Kompositionen, ihren Interpretationen, ihren kulturellen und politischen Kontexten, ihrer Geschichte und zum Teil auch ihrer Rezeption: In 28 englisch- und deutschsprachigen Referaten von Vortragenden aus Belarus, Deutschland, Israel, den Niederlanden, Österreich, Polen, der Tschechischen Republik, den USA und dem Vereinigten Königreich werden diese zeitgenössischen Werke als ein Medium der Erinnerung, Auseinandersetzung und Aufarbeitung herausgestellt und als Teil der kulturwissenschaftlichen Gedächtnisforschung analysiert. Im Zentrum wird die Frage stehen, in welchen Formen der Holocaust selbst, die Aufarbeitung, der Umgang und die Erinnerung daran in Kompositionen zeitgenössischer Musik Eingang gefunden haben bzw. wie der Holocaust die musikästhetische Diskussion beeinflusst hat.

Im Rahmen der Eröffnung am 4. Oktober um 9.30 Uhr wird Ferenc Snétberger im Fanny Hensel-Mendelssohn-Saal der Musikuniversität ein Gitarrensolo aus seinem Werk "For my people" vortragen. Am Abend des 4. Oktober ab 19.30 Uhr spielen Snétberger und das "Ensemble Kreativ" im Arnold Schönberg Center Werke mit Bezug zum Holocaust bzw. Porrajmos, dem NS-Massenmord an Sinti und Roma.

Das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) widmet sich der Erforschung, Dokumentation und Vermittlung aller Fragen betreffend Antisemitismus, Rassismus und Holocaust, einschließlich dessen Vorgeschichte und Folgen und wird 2012 seinen Vollbetrieb aufnehmen.

Mehr Informationen unter http://www.vwi.ac.at

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Dr. Béla Rásky, Geschäftsführer
Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI)
Tel.: +43-1-890 15 14-0
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