Greenpeace-Kampagne bringt auch H&M zum Umdenken

Der schwedische Modekonzern verzichtet zukünftig auf gefährliche Chemikalien

Wien/Stockholm/Peking (OTS) - Nach Puma, Nike und Adidas reagiert nun auch H&M auf die weltweite Greenpeace-Kampagne gegen "Schmutzige Wäsche". Wie H&M heute in Stockholm mitteilte, sollen bis 2020 gefährliche Chemikalien aus der Produktion verbannt und durch umweltfreundliche Alternativen ersetzt werden.

"Der Trend zu sauberer Mode muss sich weiter durchsetzen und zwar branchenumfassend", so Greenpeace Konsumentensprecherin Claudia Sprinz. "Wir gehen davon aus, dass jetzt auch viele andere Labels dem Beispiel von H&M, Puma, Adidas oder Nike folgen werden. Die gesamte Branche muss erkennen, dass schmutzig hergestellte Mode in Zukunft nicht mehr salonfähig ist. Von H&M erwarten wir, dass das Unternehmen seine Größe und seinen Einfluss auf die gesamte Branche nützen wird und es damit zu einer breiten Ökologisierung kommt. Außerdem gilt jetzt für die Modeproduzenten: Wer nicht bald aus problematischen Chemikalien aussteigt, riskiert das Vertrauen der KonsumentInnen zu verlieren."

In zwei Untersuchungen hatte die Umweltorganisation nachgewiesen, dass große Bekleidungsmarken Flüsse in China mit schadstoffhaltigen Abwässern belasten. Rückstände des hormonell wirksamen Umweltgiftes Nonylphenol fanden sich auch in den Textilien von H&M und weiteren Marken. Nach entsprechenden Verpflichtungen von Adidas, Nike und Puma kann Greenpeace einen weiteren Erfolg seiner aktuellen Textil-Kampagne verzeichnen.

H&M will nun offen legen, in welchen Fabriken H&M-Textilien produziert werden und welche Chemikalien dabei zum Einsatz kommen. Bis zum Jahr 2020 sollen alle gefährlichen Chemikalien zum Färben, Waschen, Bleichen und Bedrucken ausgelistet werden. H&M will zudem den Verzicht auf gesundheitsgefährdende Chemikalien innerhalb der Bekleidungsindustrie vorantreiben. Das schwedische Unternehmen besitzt keine eigenen Fabriken, arbeitet aber mit etwa 700 Zulieferern in Europa und Asien zusammen. Diese Zulieferer sollen zukünftig die von H&M geforderten Umweltstandards einhalten und gefährliche Chemikalien ausschließen.

Als Teil des Ökologisierungsplans hat H&M auch volle Transparenz zugesichert. Spätestens mit 1. Jänner 2013 soll die Öffentlichkeit umfassend über die Emissionen von Chemikalien aus den Fabriken informiert werden. Yifang Li, Chemieexpertin von Greenpeace China begrüßt diesen Schritt: "Bei uns in China leben hunderttausende Menschen in unmittelbarer Nähe von Fabriken. Bislang gab es keinerlei Informationen über die Emissionen von giftigen und oft unsichtbaren Chemikalien. Das könnte sich jetzt mit dem H&M-Beschluss rasch ändern, zumal wir jetzt auch besseren Einfluss auf chinesische Hersteller ausüben können."

Rückfragen & Kontakt:

Claudia Sprinz
Konsumentensprecherin Greenpeace
Tel.: +43 (0)664 6126731
mailto: claudia.sprinz@greenpeace.at

Melanie Aldrian
Pressesprecherin Greenpeace
Tel.: +43 (0)664 6126725
mailto: melanie.aldrian@greenpeace.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP0001