• 20.09.2011, 09:51:07
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Greenpeace-Kampagne bringt auch H&M zum Umdenken

Der schwedische Modekonzern verzichtet zukünftig auf gefährliche Chemikalien

Wien/Stockholm/Peking (OTS) - Nach Puma, Nike und Adidas reagiert
nun auch H&M auf die weltweite Greenpeace-Kampagne gegen "Schmutzige
Wäsche". Wie H&M heute in Stockholm mitteilte, sollen bis 2020
gefährliche Chemikalien aus der Produktion verbannt und durch
umweltfreundliche Alternativen ersetzt werden.

"Der Trend zu sauberer Mode muss sich weiter durchsetzen und zwar
branchenumfassend", so Greenpeace Konsumentensprecherin Claudia
Sprinz. "Wir gehen davon aus, dass jetzt auch viele andere Labels dem
Beispiel von H&M, Puma, Adidas oder Nike folgen werden. Die gesamte
Branche muss erkennen, dass schmutzig hergestellte Mode in Zukunft
nicht mehr salonfähig ist. Von H&M erwarten wir, dass das Unternehmen
seine Größe und seinen Einfluss auf die gesamte Branche nützen wird
und es damit zu einer breiten Ökologisierung kommt. Außerdem gilt
jetzt für die Modeproduzenten: Wer nicht bald aus problematischen
Chemikalien aussteigt, riskiert das Vertrauen der KonsumentInnen zu
verlieren."

In zwei Untersuchungen hatte die Umweltorganisation nachgewiesen,
dass große Bekleidungsmarken Flüsse in China mit schadstoffhaltigen
Abwässern belasten. Rückstände des hormonell wirksamen Umweltgiftes
Nonylphenol fanden sich auch in den Textilien von H&M und weiteren
Marken. Nach entsprechenden Verpflichtungen von Adidas, Nike und Puma
kann Greenpeace einen weiteren Erfolg seiner aktuellen
Textil-Kampagne verzeichnen.

H&M will nun offen legen, in welchen Fabriken H&M-Textilien
produziert werden und welche Chemikalien dabei zum Einsatz kommen.
Bis zum Jahr 2020 sollen alle gefährlichen Chemikalien zum Färben,
Waschen, Bleichen und Bedrucken ausgelistet werden. H&M will zudem
den Verzicht auf gesundheitsgefährdende Chemikalien innerhalb der
Bekleidungsindustrie vorantreiben. Das schwedische Unternehmen
besitzt keine eigenen Fabriken, arbeitet aber mit etwa 700
Zulieferern in Europa und Asien zusammen. Diese Zulieferer sollen
zukünftig die von H&M geforderten Umweltstandards einhalten und
gefährliche Chemikalien ausschließen.

Als Teil des Ökologisierungsplans hat H&M auch volle Transparenz
zugesichert. Spätestens mit 1. Jänner 2013 soll die Öffentlichkeit
umfassend über die Emissionen von Chemikalien aus den Fabriken
informiert werden. Yifang Li, Chemieexpertin von Greenpeace China
begrüßt diesen Schritt: "Bei uns in China leben hunderttausende
Menschen in unmittelbarer Nähe von Fabriken. Bislang gab es keinerlei
Informationen über die Emissionen von giftigen und oft unsichtbaren
Chemikalien. Das könnte sich jetzt mit dem H&M-Beschluss rasch
ändern, zumal wir jetzt auch besseren Einfluss auf chinesische
Hersteller ausüben können."

Rückfragehinweis:

Claudia Sprinz
   Konsumentensprecherin Greenpeace
   Tel.: +43 (0)664 6126731
   mailto: [email protected]
   
   Melanie Aldrian
   Pressesprecherin Greenpeace
   Tel.: +43 (0)664 6126725
   mailto: [email protected]

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