Neues Volksblatt: "Schaden" von Michael KALTENBERGER

Ausgabe vom 14. September 2011

Linz (OTS) - Sollte eine Partei, etwa die Grünen, gehofft haben, man könne den Schaden, der aus einer im Fernsehen übertragenen Nationalratssitzung zum Thema Korruption entsteht, auf eine Partei, vielleicht auch noch auf eine zweite, konzentrieren, dann war das ein Irrtum. Die Schlammschlacht, die gestern im Parlament geboten worden ist, mit gegenseitigen Schuldzuweisungen, Anwürfen und Vorverurteilungen, gepaart mit lächerlichen Versuchen der Blauen und Orangen, seine Herkunft und Vergangenheit zu leugnen und sich aus der Schusslinie zu bringen - das alles hat der Politik schwer geschadet. Wer einen Grund sucht für den Unmut der Bürger, für die Politikverdrossenheit und für den Ruf, den die Politiker heutzutage haben, der hat ihn gestern Nachmittag im Fernsehen gesehen.
Es sind nicht nur die Schweinereien, von der Telekom bis zur Hypo Alpe-Adria, die die Bürger so in Rage bringen. Was die Leute darüber hinaus so zornig macht, ist der politische Umgang mit den Schweinereien.
Hätten die Bürger die Überzeugung, dass es um die Aufklärung geht und nicht um maximales politisches Kleingeld, um die Aufdeckung und Aufarbeitung und nicht um die Show - der Schaden wäre weit nicht so groß.
Die Österreich verzeihen oder vergessen ohnehin viel - aber nicht alles.

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