- 13.09.2011, 16:44:15
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VÖP: Kein Verständnis für medienpolitischen Amoklauf von ORF-Generaldirektor Wrabetz
Wien (OTS) - Berichten der APA zufolge hat der ORF-Generaldirektor
Dr. Alexander Wrabetz im heutigen Publikumsrat mit harschen Worten
gegen den Vorschlag des Ge-bührensplitting Position bezogen. Seiner
Meinung nach würden weitere Fördergelder, die an Privatsender wie
ATV, PULS4 oder Servus TV gezahlt würden, lediglich die "Reichen"
reicher machen oder ausländischen Finanzinvestoren zugutekommen.
Zudem wäre eine hohe Zuseherquote ein Kriterium des
öffentlich-rechtlichen Auftrags.
Der Verband Österreichischer Privatsender möchte in diesem
Zusammenhang zwei Fakten, die sich offenbar der Kenntnis des
ORF-Generaldirektors entziehen, sehr klar stellen:
1. Die genannten österreichischen Privatsender leisten einen
wertvollen Beitrag zur Medienvielfalt in diesem Lande. Sie
produzieren eine Vielzahl von Sendungen, die den öffentlich-
rechtlichen Teil der hiesigen Medienlandschaft höchst sinnvoll
ergänzen. Hierfür sind beachtliche Investitionen notwendig, die
von den Eigentümern geleistet werden. Ein großer Teil dieser
Wertschöpfung erfolgt in Österreich. Es sind dies Investitionen
in die Zukunft, da die Sender - u.a. aufgrund der Marktdominanz
des ORF - derzeit noch nicht profitabel operieren können. Von
einer Bereichung irgendwelcher "Reicher" kann also keine Rede
sein!
2. Die maßgeblichen Kriterien für die ordnungsgemäße Erfüllung des
öffentlich-rechtlichen Auftrags sind einzig und allein die
entsprechenden Inhalte und keineswegs besonders hohe
Zuseherquoten. Indem Wrabetz den gesetzlichen Auftrag des ORF
mit hohen Quoten verbindet, offenbart er das grundlegende
Missverständnis seiner Aufgabe als ORF-Generaldirektor. Der ORF
hat sich - so schreibt es der Gesetzgeber vor - in erster Linie
an seinem Programmauftrag zu orientieren.Der VÖP hat für diesen "medienpolitischen Amoklauf" des Dr.
Alexander Wrabetz keinerlei Verständnis und weist die entsprechenden
Aussagen scharf zurück.
Auch die Aussagen des Publikumsrats-Vorsitzenden Hans Preinfalk,
wonach Sender wie ProSieben oder RTL "parasitär" am österreichischen
Werbemarkt teilhaben würden, ohne eine Gegenleistung zu erbringen,
entbehren nach Ansicht des VÖP jeder reellen Grundlage. Ohne die
Werbefenster der Privatsender würde ein Großteil der internationalen
Werbebudgets gar nicht nach Österreich kommen, es findet somit kein
"Abziehen" von Geldern statt, sondern gerade das Gegenteil. Diese
Gelder werden zu einem großen Teil in Österreich reinvestiert,
allfällige Gewinne fließen auch an österreichische Gesellschafter,
Steuern werden in Österreich gezahlt. Auch dass keine Gegenleistungen
erbracht würden, ist falsch. Sender wie ProSieben Austria oder SAT.1
Österreich haben umfangreiche und kostenintensive österreichische
Programmfenster.
Rückfragehinweis:
Corinna Drumm, VÖP-Geschäftsführung, Tel. 01 / 51633-3166, [email protected]
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