• 08.09.2011, 12:16:25
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AUGE/UG, Paiha: "Wer die 'Einkommensschere' schließen will, darf die 'Arbeitszeitschere' nicht ignorieren!"

Unterstützung für GPA-djp Vorstoß zu Sonder-KV-Runden für Frauen - zusätzlich Mindestlöhne und Mindestarbeitszeiten bei Teilzeit gefordert

Wien (OTS) - "Der Vorstoß der GPA-djp über Sonder-KV-Runden die
Lohnschere zwischen Männern und Frauen zu verringern ist absolut
unterstützenswert. Grundsätzlich sollten im Zuge der alljährlich
stattfindenden, regulären KV-Verhandlungen neben prozentuellen
Lohnerhöhungen noch stärker die Erhöhung um Mindest-Fixbeträge
verhandelt werden, da Fixbeträge unteren Einkommensgruppen - und in
diesen finden sich besonders viele Frauen - besonders zu gute
kommen," so Klaudia Paiha, Bundessprecherin der AUGE/UG - Alternative
und Grüne GewerkschafterInnen/Unabhängige GewerkschafterInnen.

"Angesichts der dramatischen Reallohnverluste gerade in den
unteren, stark weiblich dominierten, Einkommenssegmenten seit den
letzten zehn Jahren und der massiven makroökonomischen
Ungleichgewichte innerhalb der Europäischen Union, die
mitverantwortlich für die Eurokrise gemacht werden, ist die deutliche
Anhebung der Lohneinkommen in Ländern wie Österreich ohnehin ein
Gebot der Stunde. Gerade in jenen Branchen, wo besonders viel Frauen
arbeiten, könnte damit einmal begonnen werden," fordert Paiha.

Gefragt sei bei der Anhebung weiblicher Lohneinkommen allerdings
auch die öffentliche Hand: "Im Bereich der Sozialen- und
Gesundheitsdienste die von bzw. für die öffentliche Hand erbracht
werden, arbeiten zu 79 % Frauen. Die Einkommen in diesem Bereich
liegen allerdings um rund 20 % unter den mittleren
ArbeitnehmerInneneinkommen. Arbeitsverhältnisse sind von Atypisierung
wie Teilzeitbeschäftigung geprägt. Die öffentliche Hand ist dringend
aufgefordert, mehr finanzielle Mittel für die Erbringung dieser
wichtigen Leistungen bereit zu stellen und für eine deutliche
finanzielle Aufwertung und Attraktivierung sozialer Berufe zu
sorgen!"

Zwt.: AUGE/UG für Mindestarbeitszeiten und Mindestlöhne bei Teilzeit

Neben der Lohnpolitik müssen Gewerkschaften allerdings auch eine
Arbeitszeitpolitik forcieren, welche darauf abzielt, die
Einkommensschere zwischen Männern und Frauen zu schließen. Paiha: "Es
braucht einerseits eine drastische Verkürzung der Vollarbeitszeit, um
bezahlte wie unbezahlte Arbeit zwischen den Geschlechtern gerechter
zu verteilen. Andererseits muss auch Teilzeitarbeit stärker reguliert
werden, um Einkommen von Teilzeitbeschäftigten - zu fast 85 % Frauen
- zu sichern und einen Fall ins Bodenlose zu verhindern."

Die AUGE/UG fordert daher einmal mehr einen gesetzlich
festgelegten Mindestlohn von Euro 8/Stunde und Mindestarbeitszeiten
die nicht unterschritten werden dürfen. "Wenn wir eine
Mindestarbeitszeit bei Teilzeit von z.B. 18 Wochenstunden mit einem
entsprechend garantierten Mindesteinkommen fordern, bzw. eine
entsprechende Mindestentlohnung, die bei geringeren Wochenstunden
nicht unterschritten werden darf, ist uns vollkommen bewusst, dass es
entsprechende gesellschaftliche Rahmenbedingungen - angefangen bei
Kinderbetreuung, Pflegeeinrichtungen, flächendeckender Mobilität etc.
- braucht, die eine derartige Mindestarbeitszeit ermöglichen. Wir
halten allerdings die Diskussion rund um ein Begrenzung der
Arbeitszeit nach oben wie nach unten für unumgänglich. Wenn wir die
Einkommensschere zwischen Männern und Frauen schließen wollen, dürfen
wir die 'Arbeitszeitschere' zwischen den Geschlechtern nicht
ignorieren," schließt Paiha.

Rückfragehinweis:
Klaudia Paiha, Bundessprecherin der AUGE/UG
Tel: 0664/614 50 14
Internet: www.auge.or.at

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