- 06.09.2011, 10:00:29
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Hilfe für Afrika: MedUni Wien eröffnet Forschungszentrum an der Universität Jimma in Äthiopien
Wien (OTS) - Die Medizinische Universität Wien stattet bis Ende
Oktober ein Forschungszentrum an der Augenklinik der Universität
Jimma in Äthiopien mit Geräten und Know-how aus. Diese Kooperation
resultiert aus dem Laura Bassi Projekt OCUVAC unter der Leitung von
Talin Barisani. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines
Impfstoffs gegen die Augenerkrankung Trachom, an der tausende
Menschen in Afrika leiden und die zur Erblindung führen kann.
"Helfen, damit sich die Menschen dort selbst helfen können",
erklärt Talin Barisani die Intention des Forschungszentrums, das
verbesserte Therapien und Diagnostik erlauben soll: "Der erste
Schritt ist, eine Infektion, die zum Trachom führt, diagnostisch von
einer anderen unterscheiden zu können." Jimma hat mit 37.000
Studierenden die zweitgrößte Universität Äthiopiens.
Jimma liegt in einer Region, in der gehäuft Trachomerkrankungen
auftreten. Trachom ist eine infektiöse, entzündliche Augenerkrankung,
die zur Erblindung führen kann. Im 88-Millionen-Einwohner-Staat
Äthiopien leiden rund zehn Millionen Menschen daran, 24,5 Prozent
aller Fälle treten in der Region Jimma auf. Die Ursachen sind unter
anderem mangelhafte Hygienezustände, Trockenheit und Armut. "Es ist
natürlich nicht einfach, den Menschen, die ohnehin kein Wasser haben,
zu erklären, dass es wichtig ist, Wasser zum Waschen der
Kindergesichter zu verwenden", sagt die Wissenschafterin.
"Ein Brunnen kostet sieben Ochsen"
In vielen Dörfern gibt es überhaupt keinen Brunnen und damit auch
kein Wasser. Die Frauen müssen kilometerlange Fußmärsche auf sich
nehmen, um zur nächsten Wasserstelle zu gelangen. Barisani: "Ein
Brunnen kostet etwa sieben Ochsen. Das ist für den Einzelnen viel zu
viel. Aber die Menschen kommen nicht auf die Idee, dass es vielleicht
machbar wäre, wenn jeder einen Ochsen gibt, da das Konzept einer
gemeinsamen Verantwortung in der traditionellen Gesellschaft nicht
verankert ist. Gemeinsam mit unseren internationalen Partnern und
NGOs versuchen wir, die Menschen dazu zu bringen, kleinere Bereiche
anzustoßen und nachhaltig zu verändern."
Auch im Forschungszentrum ist Nachhaltigkeit ein großes Ziel. Die
MedUni Wien unterstützt und will helfen, die Forschungstätigkeiten an
der Abteilung zu etablieren, damit die besten MitarbeiterInnen
gehalten werden können und ihnen die Möglichkeit gegeben wird,
wissenschaftlich zu arbeiten und zu publizieren. "Denn meistens
besteht die Gefahr, dass die besten WissenschafterInnen und Ärzte
nach Europa abgeworben werden."
Auf dem Weg zu einem bahnbrechenden Impfstoff
Die Zusammenarbeit mit Jimma resultiert aus einem
wissenschaftlichen Projekt des Laura Bassi Programms (OCUVAC) an der
MedUni Wien mit dem Wirtschaftspartner BIRD-C, einem
Biotechnologie-Unternehmen, welches sich mit der Entwicklung von
Impfstoffen aus Bakterienhüllen befasst. Das MedUni Wien-Projekt wird
vom österreichischen Wirtschaftsministerium über die FFG gefördert.
OCUVAC läuft bereits seit über einem Jahr und an dessen Ende im Jahr
2017 soll ein revolutionärer Erfolg stehen: Ein Impfstoff gegen
Trachom, der ohne Nadeln verabreicht und kostengünstig hergestellt
werden kann und keine Kühlkette benötigt.
OCUVAC-Leiterin Barisani: "Die Idee ist, dass wir so genannte
Bakterien-Ghosts verwenden, leere, nicht lebende Bakterienhüllen,
deren Membranstrukturen aber noch intakt sind". Bakterien-Ghosts sind
bestens geeignet um spezifische Antigene verschiedener
Krankheitserreger in den Hüllen zu verankern. Damit werden diese
modifizierten Bakteriengeister zu Impfstoffkandidaten, die aufgrund
ihres Ursprungs, ihrer optimalen Größe und Form, sowie der intakten
Oberflächenstruktur von den Körper- und Immunzellen erkannt und
aufgenommen werden.
Rückfragehinweis:
Medizinische Universität Wien Mag. Johannes Angerer Leiter Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, Sponsoring, Fundraising Tel.: +431 40160 - 11 501 Mobil: +43 664 800 16 11 501 mailto:[email protected] http://www.meduniwien.ac.at
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