E-Medikation: Hauptverband brüskiert Wiener Ärzteschaft

Teilnahme an Diskussionsveranstaltung abgesagt - Mehr als 300 Wiener Ärztinnen und Ärzte erwartet

Wien (OTS) - Mehr als 300 Wiener Ärztinnen und Ärzte kommen am Donnerstag dieser Woche im Dachsaal der Wiener Urania zusammen, um untereinander und mit Experten über das Thema E-Medikation zu diskutieren. Sie werden das allerdings ohne Vertreter des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsvertreter tun, denn diese verweigern - trotz ursprünglicher Zusage - den Dialog mit der Wiener Ärzteschaft. ****

Für den Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte und Vizepräsidenten der Ärztekammer für Wien, Johannes Steinhart, ist das völlig unverständlich: "Innerhalb der Wiener Ärzteschaft gibt es viele Sorgen rund um das Projekt E-Medikation, und hier vor allem hinsichtlich des Datenschutzes." Die Diskussionsveranstaltung am Donnerstag sollte dazu dienen, auch mit Vertretern des Hauptverbands die anstehenden Probleme und Befürchtungen zu diskutieren und eventuelle Unsicherheiten auszuräumen.

Ein hochkarätiges Podium mit Patientenvertretern, Apothekern, Datenschützern und betroffenen Ärztinnen und Ärzten habe ihre Teilnahme spontan zugesagt - und für den Hauptverband der für das Projekt E-Medikation verantwortliche Manager Volker Schörghofer. "Für uns völlig überraschend hat Schörghofer aber seine Zusage der Teilnahme an der Diskussion vor wenigen Tagen wieder rückgängig gemacht", kritisiert der Vizepräsident.

Besonders verärgert ist Steinhart über die Tatsache, dass auf Nachfrage der Ärztekammer dieser dezidiert beschieden wurde, dass die Absage nicht nur für Schörghofer gelte, sondern für den gesamten Hauptverband. "Hier wird eindeutig Gesprächsverweigerung betrieben", so der Vizepräsident.

Er, Steinhart, verstehe schon, dass bei den vielen Pannen und Flops rund um das Pilotprojekt die Diskussion mit betroffenen Ärzten und Patienten ein nicht gerade leichtes Unterfangen sei, "einfach den Dialog zu verweigern, ist aber auch kein probates Mittel, um Unsicherheiten zu zerstreuen und Vertrauen für das Projekt zu schaffen".

Was bringt die Speicherung von Gesundheitsdaten?

Die von der Ärztekammer organisierte Podiums- und Publikumsdiskussion "E-Medikation: Super-GAU bei Datenklau? Oder: Was bringt das Speichern unserer Gesundheitsdaten wirklich?" findet am Donnerstag, dem 8. September 2011, im Dachsaal der Urania, 1010 Wien, Uraniastraße 1, statt. Einlass ist ab 19.00 Uhr, Beginn ist 19.30 Uhr.

Mit Ärztekammer-Vizepräsident Johannes Steinhart diskutieren unter der Moderation von Barbara Mayerl (Format) unter anderem die Vizepräsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, Christiane Körner, Patientenanwalt Konrad Brustbauer, der Obmann der ARGE Daten, Hans G. Zeger, sowie vom Gesundheitsministerium Clemens Auer.

Die Veranstaltung ist öffentlich. Um Anmeldung in der Ärztekammer wird gebeten: pressestelle@aekwien.at. (hpp)

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