Schulgesetznovelle: 1.500 behinderte Schüler bleiben ausgeschlossen

Lebenshilfe fordert die Ausweitung der Schulintegration auf alle Schulstufen und Schultypen

Wien (OTS) - Pünktlich zu Schulbeginn endet die Begutachtungsfrist für ein neues Schulgesetz, das neben der modularen Oberstufe die Integration von Schülerinnen und Schülern mit Behinderungen in der 9. Schulstufe vorsieht. Für 1.500 Schüler heißt es aber weiterhin "Draußen bleiben". Denn Unterrichtsministerin Claudia Schmied will mit ihrem Entwurf den gemeinsamen Unterricht von Schülern mit und ohne Behinderungen auf Polytechnische Lehranstalten und Haushaltungsschulen beschränken. Die Berufsbildenden Mittleren Schulen werden im Gesetzvorschlag vollständig ausgeklammert. Damit haben Schülerinnen und Schüler mit Behinderung deutlich weniger Chancen als ihre Altersgenossen ohne Behinderungen, sich nachhaltig und gemäß ihren persönlichen Potentialen auf das Erwachsenenleben vorzubereiten.

"Inklusive Bildung hört nicht mit der 9. Schulstufe auf und darf nicht auf einzelne Schultypen beschränkt werden", erklärt Lebenshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr. Germain Weber und weiter: "Wir fordern die Ausweitung der Schulintegration auf alle Schulstufen und Schultypen."

Vor genau einem Jahr hat die Lebenshilfe Österreich einen Stufenplan zur schrittweisen Öffnung des allgemeinen Schulsystems für Menschen mit Behinderungen vorgestellt. Das Ziel: Bis zum Jahr 2016 soll die inklusive Schule, also die gemeinsame Schule für Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderung aller Altersstufen, in ganz Österreich Wirklichkeit werden. "Die Schulgesetznovelle greift zu kurz, ein klares politisches Bekenntnis zur inklusiven Bildung fehlt. Wir möchten Frau Unterrichtsministerin Claudia Schmied dazu ermutigen, die Schulintegration nach der 9. Stufe auf alle Schultypen auszuweiten. Das würde der Logik und der Verpflichtung der UN-Behindertenrechtskonvention entsprechen", schließt Weber.

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