- 26.08.2011, 10:09:22
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Ärzteausbildung wird um Zusatzfach Geriatrie erweitert
Demografische Entwicklung zeigt hohen Bedarf - altersgerechte und umfassende Betreuung älterer Menschen gewährleistet
Wien (OTS) - Mit der Novellierung der
Ärztinnen-/Ärzte-Ausbildungsordnung hat die Österreichische
Ärztekammer (ÖÄK) ein großes Ziel erreicht: Seit 1. Juli 2011 können
Allgemeinmediziner und Fachärztinnen bestimmter Fachrichtungen
(Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie, Physikalische Medizin und
Remobilisation) erstmals das Additivfach Geriatrie erwerben, wofür
sie eine umfassende, drei Jahre dauernde Ausbildung absolvieren
müssen. Bisher konnte sich die Ärzteschaft im Rahmen eines
ÖÄK-Diplomlehrgangs Geriatrie weiterbilden, der auch weiterhin
angeboten wird.
"Dass die Politik diese wichtige Zusatzausbildung endlich ermöglicht,
ist ein großer Schritt nach vorne. Österreich hat nun im
geriatrischen Bereich endlich den Anschluss an Resteuropa geschafft",
freut sich der Leiter des ÖÄK-Referats für Geriatrie und Präsident
der Ärztekammer Burgenland, Michael Lang. Denn die demografische
Entwicklung zeige eindeutigen Bedarf an spezialisierten Experten, die
ältere und multimorbide Patientinnen und Patienten umfassend betreuen
könnten, so Lang am Freitag in einer Aussendung. Die ÖÄK habe sich
daher mit ganzer Kraft für das neue Additivfach eingesetzt. "Das
Additivfach wird die Qualität der Betreuung geriatrischer Patienten
noch weiter verbessern" ist Lang überzeugt.
"Prognosen gehen davon aus, dass im Jahr 2020 in Österreich bereits
8,7 Millionen Menschen leben werden, rund ein Viertel davon wird über
60 Jahre alt sein und eine entsprechende medizinische Versorgung
benötigen", bringt es Lang auf den Punkt. Die Lebenserwartung steige
dank des medizinischen Fortschritts, ältere Patientinnen und
Patienten müssten altersgerecht therapiert werden. Die jetzt vom
Gesetzgeber ermöglichte Zusatzausbildung lege Wert auf eine
fächerübergreifende Schulung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie
auf eine umfassende kurative, palliative, präventive und
rehabilitative Betreuung der Patientinnen und Patienten.
Lang: "Schwerpunkt ist die Vertiefung geriatrischer Kenntnisse im
jeweiligen zugrundeliegenden Fach. Einen Schwerpunkt bilden
akutgeriatrische Inhalte. Zusätzlich werden die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer mehrere Monate in den Sonderfächern Psychiatrie,
Neurologie, Physikalische Medizin bzw. Allgemeine Rehabilitation
sowie einem Sonderfach nach Wahl ausgebildet." Für Medizinerinnen und
Mediziner, die bis jetzt bereits geriatrisch tätig sind und an einem
der bereits bestehenden Diplomlehrgänge Geriatrie der ÖÄK und der
Akademie der Ärzte teilnehmen, gebe es eine Übergangsbestimmung: Wer
bis Ende 2012 den Diplomlehrgang absolviert habe, könne das
Additivfach Geriatrie beantragen, sofern er eine zumindest
dreijährige Betreuung geriatrischer Patienten nachweisen kann - dies
auch ohne die drei Jahre dauernde Ausbildung in Krankenhäusern und
Pflegeinstitutionen absolviert zu haben. (sl)
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33-12
Mail: [email protected]
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