• 26.08.2011, 08:56:57
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Schämen für Österreich

unsolidarische Haltung der Regierung ist menschenverachtend

Wien (OTS) - "Wie kann es sein, dass ein Land, das Österreich als
'Pleitekandidaten' herabwürdigt, dreizehn mal mehr Hilfsmittel für
Ostafrika bereitstellt, als Österreich?", fragt sich Petra
Navara-Unterluggauer, Geschäftsführerin der AG Globale Verantwortung.

Die Rede ist von Spanien, das unmittelbar 12 Mio Euro locker
gemacht und insgesamt 103 Mio Euro zugesagt hat. Das entspricht 2,23
Euro pro EinwohnerIn (p.E.). Der Vergleich mit Ländern, deren
Bruttonationaleinkommen mit jenem Österreichs vergleichbar ist, fällt
erst recht beschämend aus:

- UK: 39,6 Mio Euro freigegeben, 140 Mio Euro - trotz schlechter 
   Wirtschaftsdaten und akuter interner Krisen - zugesagt - 2,25 
   Euro p.E.
 - Finnland: 14,1 Mio Euro - 2,61 Euro p.E.
 - Dänemark: 21,7 Mio Euro - 3,94 Euro p.E.
 - Schweden: 49,5 Mio Euro - 5,32 Euro p.E.

Die Republik Österreich entschließt sich seit Mitte Juli in
Etappen von halben und viertel Millionen zu einem Beitrag von
umgerechnet 0,17 Euro pro EinwohnerIn - 1,5 Mio Euro, einen
zugerechneten Anteil aus dem standardmäßigen World Food Programme und
Beiträgen der Länder inklusive. Eine "milde" Gabe im Wortsinn.

Österreich zählt - wie immer, wenn es um Humanitäre Hilfe oder
Entwicklungshilfe geht - zu den Schlusslichtern Europas. Dabei könnte
mit einem angemessenen Solidarbeitrag nicht nur rasche Hilfe über die
internationalen Organisationen geleistet werden, sondern auch eine
nachhaltige Verbesserung der Situation über die professionellen
österreichischen Nichtregierungsorganisationen erbracht werden.
Bisher wurden sie vom Staat übergangen, obwohl in der Krisenregion
Schwerpunktländer der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit
liegen und die österreichischen NGOs als kompetente Partner hohes
Ansehen genießen.

"Ich schäme mich für mein Land", resigniert Navara, "diese
unsolidarische Haltung unserer Regierung ist menschenverachtend." Der
Staat wälzt seine völkerrechtliche Verantwortung, humanitäre und
Entwicklungshilfe zu leisten, auf die BürgerInnen ab, die mit Steuern
bereits ihren Beitrag leisten. Petra Navara: "Die Mittel sind da. Die
Regierungen der letzten 40 Jahre geben sie aber nicht widmungsgemäß
aus und verweigern den Ärmsten damit aktiv Hilfe. Das ist ethisch in
mehrerlei Hinsicht inakzeptabel."

Die "Nachbar in Not"-Ostafrikahilfe hat mehr als 3,5 Mio Euro
eingespielt. Zusammen mit den Spenden, die rund um die ORF-Aktion
zusätzlich eingegangen sind, kommt man auf mehr als den doppelten
Betrag. Die Österreicherinnen und Österreicher spenden damit ein
Vielfaches dessen, was die Regierung bereit ist zu geben.

Veranstaltungshinweis: Zu brisanten Themen und Fragen rund um die
humanitäre Hilfe findet am 21. Oktober erstmals ein eigener Kongress
in Wien statt.

Programm und Anmeldung: www.humanitaerer-kongress.at

Rückfragehinweis:
Petra Navara, AG Globale Verantwortung, Tel. 0699 109 555 24,
email: [email protected], www.globaleverantwortung.at

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