Seniorenbund: Ahnungslosigkeit von Strache ist in Pensionsfragen unschlagbar!

Generalsekretär Becker: Straches einzige Fähigkeit ist sein alt bekanntes Hetzen.

Wien (OTS) - Zu den gestrigen Aussagen zu Pensionsthemen von FPÖ-Chef Heinz Christian Strache in den ORF-Sommergesprächen äußert sich Heinz K. Becker, Generalsekretär des Österreichischen Seniorenbundes und Abgeordneter des Europaparlamentes, eindeutig negativ:

"Zu Straches peinlichem TV-Auftritt darf ein seriöser Seniorenpolitiker nicht schweigen: Seine Aussagen zu Pensionsfragen zeigen glasklar, dass Strache auf diesem Gebiet von jedwedem Sachwissen völlig befreit ist - seine Ahnungslosigkeit bei diesem wichtigen Sozialthema ist unschlagbar. Das ist ein weiterer Beweis, dass seine einzige Fähigkeit darin besteht, einzelne Gruppen gegeneinander aufzuhetzen."

Konkret bezieht sich Becker dabei auf folgende zwei Aussagen Straches:

"Zu behaupten, 40 Jahre Erwerbsleben seien für alle Zukunft genug, um eine sichere Pension zu erwerben, ist im Bestfall als gefährliche Drohung zu werten. Wenn Menschen bereits durchschnittlich über 80 werden, dann sind 40 Jahre eben nicht genug! Die Rechnung kann nicht aufgehen, Strache verrät seine blamable Inkompetenz - hoffentlich bleiben wir von solchen Leuten in einer Regierung verschont! Alle Experten Europas sind sich einig dass man nicht schon lange vor dem 60. Geburtstag seine Pension antreten kann, und der Hausverstand sagt jedem halbwegs Vernünftigen, dass diese Experten auch Recht haben. Straches Behauptung ist nichts anderes als eine populistische Peinlichkeit."

"Freilich haben wir in Österreich derzeit noch das Problem, dass die Arbeitslosigkeit ausgerechnet bei den 50plus weiterhin steigt. Und freilich müssen wir gerade diesen Menschen dringend helfen, ihre Leistung erbringen zu können. Deshalb fordert der Seniorenbund auch die umgehende Einführung der "Senior-Pools beim AMS", wo diesen Menschen aktiv geholfen wird, eine für sie passende "Neue Rolle" im späten Erwerbsleben zu finden. Sie einfach in Pension schicken wie bisher, ist hingegen nicht nur volkswirtschaftliche Vergeudung sondern auch unfair den Jungen gegenüber (die dies ja in Zukunft finanzieren müssen) aber auch genauso unfair den vielen Älteren gegenüber, die häufig und gerne weiterarbeiten wollen."

"Besonders unsachlich ist zudem Straches wiederholt vorgetragene Behauptung, man brauche lediglich kein Geld nach Brüssel zu überweisen, schon seien die Pensionen für immer finanziert. Erstens kommt man mit den so ersparten knapp 2 Milliarden nicht weit (die Pensionsanpassung 2012 alleine wird eine Milliarde kosten) und zweitens ist unser Umlage-Pensionssystem seit seiner Gründung in den 1950er Jahren in bewährter Weise so aufgeteilt: Rund zwei Drittel der Kosten tragen aktive Arbeitnehmer und deren Arbeitgeber, maximal ein Drittel der Staat aus allgemeinen Steuermitteln. Was Strache also vorschlägt, ist eine Erhöhung des Bundeszuschusses auf über ein Drittel der Gesamtkosten und somit die weitere Erhöhung unserer Staatsschulden. Auch dies bestätigt seine sozialpolitische Inkompetenz." stellt Becker fest.

"Straches Argumentation ist weiterer Beweis dafür, dass die FPÖ null Interesse an einer nachhaltigen strukturellen Lösung von Problemen hat, sondern sich ausschließlich auf das Aufhetzen einzelner Gruppen gegeneinander spezialisiert, um in billiger und verantwortungsloser Weise die Stimmen schlecht informierter Menschen zu sammeln", so Becker weiter.

"Demgegenüber haben wir Seniorenvertreter seit Jahren längst eigene konstruktive Reform-Vorschläge vorgelegt: Für einen effizienteren Arbeitsmarkt der älteren Arbeitnehmer, für ein Abschaffen vieler Privilegien und für ein "ASVG für Alle bis 2025". Und während die Bundesregierung intensiv an einem entsprechenden Maßnahmenpaket für den Herbst arbeitet, beschränkt sich der Möchtegern-Kanzler nur auf eines: Unqualifizierte Hetze", schließt Becker.

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