- 24.08.2011, 09:30:34
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Gemeinnützige: Nachhaltiger Wohnungsbau ist mehr als Passivhaus
"Dreigestirn" ökonomische Stabilität, soziale Kohäsion und Klimaschutzziele gemeinsam denken
Wien (OTS) - "Nachhaltiges Wirtschaften im Wohnungsbau ist mehr
als Niedrigenergie- und Passivhaus oder Gebäudesanierung", stellte
Karl Wurm, Obmann des Verbandes gemeinnütziger Bauvereinigungen
(GBV), im Rahmen des Wohnsymposiums "Nachhaltige Wohnungspolitik -
ein europäisches Thema" bei den Alpbacher Reformgesprächen fest. So
wichtig und richtig es ist, dass der Wohnbau seinen Beitrag zu den
von der EU anvisierten Klimaschutzzielen leistet, so wenig darf das
auf Kosten zwei weiterer Säulen einer nachhaltigen Wohnungspolitik
gehen. Das österreichische Wohnbausystem zeichnet sich nicht nur
durch seine hohe ökologische Leistungsfähigkeit aus, mit der
objektorientierten Wohnbauförderung, einem ausgewogenen Mix aus
Miet- und Eigentumswohnungen und den nachhaltig wirtschaftenden
gemeinnützigen Bauvereinigungen wird damit auch ökonomische
Stabilität und soziale Kohäsion gewährleistet. Wurm: "Dass Österreich
von Immobilienkrisen und sozialen Konflikten wie jüngst in England
verschont geblieben ist, hat es wesentlich seinem sozialstaatlich
orientierten Wohnungssystem zu verdanken".
Mit rd. 3.300 Wohnungen ist Österreich "Passivhaus-Europameister".
Obwohl sich die Zahl der Haushalte und Wohnungen und auch der
Energieverbrauch erhöht haben, ist im Wohnbau in den letzten 10
Jahren mit einer Reduktion des CO2-Ausstoßes um 25% viel geschehen,
führte Wurm aus. Diese "Leistungsbilanz" konnte nur auf Grundlage des
bewährten Wohnbausystems erreicht werden, das ökologische Qualität
durch ökonomische Nachhaltigkeit gewährleistet. Wesentliche
Voraussetzung für die Erreichung dieser beiden Zielsetzungen ist die
Wohnbauförderung. Sie unterstützt durch die langfristige
Co-Finanzierung von Neubau- und Sanierungsprojekten günstige
Wohnkosten für die Nutzer und schafft gleichzeitig sozial gebundenen
Wohnraum, der generationenübergreifend immer wieder Wohnungssuchenden
zur Verfügung steht.
Gerade weil der geförderte Wohnbau aus einer starken
Objektförderung und ergänzender Wohnbeihilfe hierzulande breiten
Bevölkerungsschichten zugänglich ist, kommt es nicht zur sozialen
Segregation, sondern zu einer ausgewogenen sozialen Durchmischung in
den Häusern und Anlagen. "In Österreich leben Menschen
unterschiedlicher Herkunft und Einkommensschichten Tür an Tür
konfliktfrei neben einander", erklärte Wurm. Das trägt maßgeblich
dazu bei, Konflikte mit sozialem Sprengstoff wie jüngst in England
den Nährboden zu entziehen.
Mitentscheidend für die sich über die hohe Wohnzufriedenheit in
Österreich äußernde soziale Kohäsion ist auch ein ausbalancierter,
sich am Bedarf der Wohnungsnachfrager orientierender Mix aus Miet-
und Eigentumswohnungen. Eine solch gute Mischung trägt auch der
unterschiedlichen finanziellen Leistungsfähigkeit der Nachfrager
Rechnung und verhindert, dass sich Wohnungssuchende aus Mangel eines
günstigen Mietwohnungsangebots im Eigentumssektor riskant
verschulden. Zum Vergleich: Spanien mit einer hausgemachten
Immobilienkrise verfügt über einen Mietwohnungsanteil von nur 13% am
Gesamtwohnungsbestand, in Österreich liegt er bei über 40%.
Die nachhaltigsten Wohnbauakteure sind sicherlich die
Gemeinnützigen, stellte Wurm fest. "Die Gemeinnützigen brauchen
nachhaltiges Wirtschaften nicht erst erlernen, es ist in ihrer
'Regieanleitung' angelegt". Durch die gesetzlich verankerte
Vermögensbindung, Reinvestition ihres erwirtschafteten Eigenkapitals
und langfristige Bestandsbewirtschaftung bieten sie ihren Kunden
günstigen Wohnraum. Für die Kommunen sind sie ein verlässlicher
Umsetzer siedlungspolitischer Projekte und für die Banken und die
öffentliche Hand ein bewährter Partner in der Wohnbaufinanzierung.
Eine verantwortungsvolle Wohnungspolitik muss - bei allem
Verständnis für die aktuellen Budgetkonsolidierungsmaßnahmen - auch
weiterhin das "Dreigestirn" aus ökonomischer Stabilität, sozialer
Kohäsion und Klimaschutzzielen gemeinsam denken, plädierte der
GBV-Obmann: "Österreich ist mit diesem Modell gut gefahren. Ein
Modell, das sich auf EU-Ebene zur Nachahmung anbietet."
Rückfragehinweis:
Mag. Karl Wurm
GEWOG/Neue Heimat
Tel.: 01/401 09-12
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