- 23.08.2011, 10:48:16
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Greenpeace-Produkttests decken "schmutzige Wäsche" von Textilherstellern auf
52 der 78 weltweit getesteten Textilprodukte enthalten eine erhöhte Menge umweltschädlicher Chemikalien
Wien (OTS) - Eine aktuelle internationale Greenpeace-Untersuchung
bringt die schmutzige Wäsche weltweit bekannter Textilhersteller ans
Licht: Die von der Umweltschutzorganisation untersuchten Textilproben
aus 18 verschiedenen Ländern weisen überwiegend das hormonaktive
Tensid Nonylphenolethoxylate (NPE) auf. In 52 der insgesamt 78
getesteten Kleidungsstücke von 15 bekannten Marken wie Adidas oder
H&M wurde ein erhöhter Wert, der für die Umwelt problematischen
Substanz gefunden. Darunter zwei der vier in Österreich gekauften
Textilien.
"Unsere Untersuchung zeigt, dass KonsumentInnen weltweit
unwissentlich die schmutzige Wäsche großer Markenhersteller waschen
und damit ihre heimischen Flüsse vergiften", ist Greenpeace
Konsumentensprecherin Claudia Sprinz erschüttert. Die Substanz
Nonylphenolethoxylate (NPE), die in zwei Drittel der Stichproben
gefunden wurde, ist wasserlöslich und zerfällt in Nonylphenol (NP),
eine giftige, schwer abbaubare und hormonell wirksame Chemikalie, die
Fischen und anderen Wassertieren bereits in niedrigen Mengen schadet.
Für den Menschen haben NPE-haltige Textilien zwar keine unmittelbar
gesundheitsschädigende Auswirkung, die Substanz lässt sich jedoch im
Allgemeinen von Kläranlagen nicht vollständig abbauen und kann sich
in der Nahrungskette anreichern und so auch den menschlichen
Organismus erreichen.
"Die KonsumentInnen haben das Recht darauf Bescheid zu wissen, welche
unerwünschten Nebenprodukte sie mit ihrer Markenkleidung mitkaufen
und welche einschneidenden Auswirkungen es für Mensch und Natur hat,
wenn diese in die Umwelt gelangen. Es ist skandalös, dass die
Textilindustrie KonsumentInnen unwissentlich zu Mittätern macht", so
Sprinz und fordert die Unternehmen zur Verbannung bedenklicher
Chemikalien entlang ihrer Produktions- und Lieferkette und voller
Transparenz auf: "KonsumentInnen haben das Recht zu wissen, welche
Substanzen zur Herstellung ihrer Mode verwendet wurde und welche in
den Endprodukten enthalten sind."
Schon der erste Greenpeace-Bericht über die schmutzige Wäsche der
Textilhersteller sorgte für Ernüchterung und Umdenken: Die im Juli
dieses Jahres veröffentlichten Analysen von Abwasserproben zweier
großer Textilfabriken in China hatten eine große Anzahl gefährlicher
Chemikalien belegt. Die Spuren der beiden Fabriken führten direkt zu
den großen Playern der Sportartikelbranche wie Adidas, Nike oder
Puma, die von den chinesischen Textilherstellern beliefert werden.
Keine zwei Wochen nach der Veröffentlichung dieses ersten Berichts
und dem Start der internationalen Greenpeace "Detox-Kampagne"
entschied sich Puma für eine saubere Zukunft seiner Wäsche. Der
Sportartikelhersteller gab öffentlich bekannt, bis 2020 bedenkliche
Chemikalien aus seiner Produktions- und Lieferkette zu verbannen.
Nike zog wenige Wochen später nach und bekundete ebenfalls bis 2020
chemikalienfrei zu produzieren und darüber hinaus volle Transparenz
hinsichtlich aller Chemikalien herzustellen, die von den Fabriken
seiner Zulieferbetriebe freigesetzt werden.
Die aktuelle Greenpeace-Analyse gilt als bisher umfangreichster Test
von Textilien auf NPE. Sie basiert auf Sport- und
Freizeitbekleidungsartikel der Marken Abercrombie & Fitch, adidas,
Calvin Klein, Converse, GAP, G-Star, RAW, H&M, Kappa, Lacoste, Li
Ning, Nike, Puma, Ralph Lauren, Uniylo und Youngor und beinhaltet
Stichproben aus Argentinien, China, Dänemark, Deutschland, Finnland,
Großbritannien, Italien, Japan, den Niederlanden, Norwegen,
Österreich, den Philippinen, Russland, Spanien, Schweden, der
Schweiz, Thailand und Tschechien.
Den Greenpeace-Report "Schmutzige Wäsche" finden Sie zum Download
unter http://marktcheck.greenpeace.at/detox2.html
Bildmaterial schicken wir Ihnen gerne auf Anfrage (mail to:
[email protected]) zu.
Rückfragehinweis:
Claudia Sprinz Konsumentensprecherin Greenpeace Tel.: +43 (0)664 61 26 731 mailto: [email protected] Melanie Aldrian Pressesprecherin Greenpeace Tel: +43 (0)664 61 26 725 mailto: [email protected]
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