• 22.08.2011, 13:14:30
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Europäische Bewegung fordert demokratische Kontrolle über Lebensmittel- und Agrarsystem

Forum "Nyeleni Europe 2011" erweitert und festigt Bewegung für Ernährungssouveränität

Wien (OTS) - Die demokratische Kontrolle über unser Lebensmittel-
und Agrarsystem zurückgewinnen - so lautet das deklarierte Ziel von
über 400 Delegierten aus 34 europäischen Ländern zum Abschluss des
Europäischen Forums für Ernährungssouveränität, Nyeleni* Europe 2011,
von 16. bis 21. 8. in Krems. Über 120 Organisationen sowie soziale
Bewegungen erweitern und festigen die Europäische Bewegung für
Ernährungssouveränität um sich dem industriellen Agrarsystem zu
widersetzen.

"Wir sind davon überzeugt, dass eine Veränderung unseres
Lebensmittel- und Agrarsystems ein erster Schritt in Richtung eines
breiteren Wandels unserer Gesellschaft ist", erklärt Alexandra
Strickner von Attac Österreich. Irmi Salzer von der ÖBV Via
Campesina: "In Zeiten politischer Instabilität sowie sozialer und
ökonomischer Krisen müssen die Menschen ihr Recht wahrnehmen, selbst
über ihre Lebensmittel- und Agrarsysteme zu bestimmen, ohne die
Rechte anderer Menschen einzuschränken oder die natürlichen
Ressourcen zu schädigen."

Die Bewegung setzt sich in der - in einem breiten demokratischen
Prozess erarbeiteten - Deklaration für Ernährungssouveränität dafür
ein, dass

- ein ökologisch nachhaltiges und sozial gerechtes Modell der
Lebensmittelproduktion und des Verbrauchs erarbeitet wird, das auf
nicht-industrieller, kleinbäuerlicher Landwirtschaft und
handwerklicher Verarbeitung sowie alternativer Verteilung beruht.

- die Lebensmittelverteilung dezentralisiert wird und die Kette
zwischen ProduzentInnen und KonsumentInnen verkürzt wird.

- die Arbeits- und Lebensbedingungen, insbesondere im Bereich
Lebensmittel und Landwirtschaft, verbessert werden.

- die Entscheidungsfindungsprozesse für die Verwendung von
Gemeingütern und kulturellem Erbe (Land, Wasser, Luft, traditionelles
Wissen, Saatgut und Nutztierarten) demokratisiert werden.

- sichergestellt wird, dass politische Entscheidungen auf allen
Ebenen die Lebendigkeit ländlicher Regionen, faire Preise für
LebensmittelproduzentInnen und sichere, GVO-freie Nahrung für alle
garantieren.

Der gesamte Text der Deklaration ist im Anhang sowie verfügbar
unter: http://www.nyelenieurope.net

* Nyeleni: benannt nach ein mythischen malischen Bäuerin,
Namensgeberin des ersten globalen Forums für Ernährungssouveränität
2007 in Mali.

Rückfragehinweis:
Attac
David Walch, Attac-Pressesprecher
Tel.: Tel.: 01/544 00 10, 0650/544 00 10
mailto:[email protected]
www.attac.at

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