• 19.08.2011, 10:30:31
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Jetzt NATURA 2000-Schutz für Tamarisken an Isel, Tauernbach, Kalserbach und Schwarzach!

- UWD und OeAV fordern: Land Tirol muss in Sachen NATURA 2000 endlich handeln

Wien (OTS) - - Aktuelle Studie zeigt: Osttiroler
Tamarisken-Vorkommen müssen in europäisches Naturschutznetzwerk
eingebunden werden
- Klares NEIN zu Kraftwerksplänen an naturnahen Fließgewässern

"Der Umweltdachverband, der Oesterreichische Alpenverein, der Verein
zur Erhaltung der Erholungslandschaft Osttirol und die EU-Kommission
fordern seit mehr als 10 Jahren von Österreich die Nachnominierung
weiterer national bedeutender Tamarisken-Bestände in das europäische
Schutzgebietsnetzwerk NATURA 2000 - bisher allerdings erfolglos! Eine
neue wissenschaftliche Studie belegt jetzt, dass die Vorkommen der
Deutschen Tamariske in Osttirol von europaweiter Bedeutung sind, und
dass das Land Tirol gemäß den NATURA 2000-Richtlinien der EU
verpflichtet ist, die Vorkommen dieser ökologisch wichtigen und vom
Aussterben bedrohten Pflanzenart naturnaher alpiner Fließgewässer
endlich unter Schutz zu stellen", erklärt Gerhard Heilingbrunner,
Präsident des Umweltdachverbandes.

Kraftwerkspläne bedrohen naturnahe Fließgewässer
"Aktuell sind in Osttirol naturnahe Fließgewässer der vergletscherten
Zentralalpen - wie Isel, Tauernbach, Kalserbach oder Schwarzach -
durch eine Vielzahl an geplanten Kraftwerken akut bedroht", warnt
Peter Haßlacher, Leiter der Fachabteilung Raumplanung-Naturschutz des
OeAV. "Eines dieser zahlreichen Kraftwerke ist z.B. im Virgental an
der Isel geplant. Das Projekt befindet sich jedoch in einem sehr
sensiblen Gebiet, knapp an der Grenze zum Nationalpark Hohe Tauern.
Es ist ein Skandal, dass Kraftwerkspläne wie diese an einem der
letzten intakten Gletscherflüsse der Alpen und Tirols überhaupt auf
Papier gebracht werden dürfen. Was hier völlig fehlt, ist eine
übergeordnete raumplanerische Zusammenschau, eine Abstimmung mit der
Nationalparkvorfeldgestaltung und eine vernünftige
Energieraumplanung", so Haßlacher.

Intakter Erlebnis- und Erholungsraum an der Isel wichtig für
regionale Wertschöpfung
"Die Isel ist neben dem Nationalpark Hohe Tauern das Herzstück des
Osttiroler Naturerbes. Die Einbringung der Isel und ihrer Zuflüsse in
das Netzwerk NATURA 2000 sichert nicht nur die Erhaltung der
biologischen Vielfalt, sondern auch einen intakten Erlebnis- und
Erholungsraum und ist damit Grundlage für entsprechende regionale
Wertschöpfung", sagt Theresia Brugger vom Verein zur Erhaltung der
Erholungslandschaft Osttirol.

Tamarisken-Studie macht deutlich: Österreich trägt Verantwortung
für den Erhalt ökologischer Vielfalt
"Die europäischen Naturschutzrichtlinien geben das Ziel vor, den
günstigen Erhaltungszustand der Lebensräume und Arten zu bewahren
bzw. wiederherzustellen. In einer Zusammenschau für ganz Europa wird
der Erhaltungsstand für den Lebensraum der alpinen Flüsse mit
Tamarisken-Ufergehölzen als nicht günstig ausgewiesen. Die
Tamarisken-Bestände an Isel, Tauernbach, Kalserbach und Schwarzach
sind die wichtigsten und für die Zentralalpen repräsentativsten
Bestände. Daher ist eine Nominierung der Osttiroler
Tamarisken-Vorkommen unverzichtbar", erläutert Helmut Kudrnovsky,
Autor der Tamarisken-Studie.

Tiroler Landesregierung blockiert Naturschutz - ergänzende
Beschwerde an EU-Kommission folgt
"Da die Tiroler Landesregierung zur Nachnominierung dieser für die
Zentralalpen repräsentativen Bestände weiterhin nicht bereit scheint,
wird eine ergänzende Beschwerde an die EU-Kommission eingebracht und
somit ein Verfahren bis zum EuGH in die Wege geleitet", so
Heilingbrunner und Haßlacher abschließend.

Rückfragehinweis:
Oesterreichischer Alpenverein - Peter Haßlacher, Tel. 0664/8556472, E-Mail: [email protected]
Umweltdachverband - Dr.in Sylvia Steinbauer, Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: (++43-1)40113/21, mailto:[email protected]
http://www.umweltdachverband.at

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