Bundeskanzler Faymann in Kärnten: Heimat ist Ort des Wohlfühlens

Festakt anlässlich der Aufstellung der zweisprachigen Ortstafeln in Bad Eisenkappel/ Zelena Kapla und Sittersdorf/ Zitara vas

Kärnten (OTS) - "Heute lacht nicht nur die Sonne, sondern auch unser Herz", sagte der Eisenkappeler Bürgermeister Franz Josef Smrtnik. "Dieser Tag wird in die Geschichte Österreichs und Kärntens eingehen, die großen Steine sind aus dem Weg geräumt, nur noch kleine Kiesel sind zu beseitigen: Wir brauchen ausreichend Bildungsmöglichkeiten für unsere Kinder und ebenso genügend Geld für Südkärnten, damit die Menschen hier bleiben und ihre Kultur pflegen können."
Smritik ist nicht nur Bürgermeister von Eisenkappel, sondern auch Sänger, im Quartett mit seinen Brüdern, sang er den Schürzenjäger-Lied "Treffen ma uns in der Mittn."

Staatssekretär Ostermayer: "Das Treffen mit dem Eisenkappeller Bürgermeister war der Schlüssel zum Erfolg: Er hat zwar nicht gesungen, aber wir haben viel geredet, über die Geschichte, über die menschlichen Tragödien, die hier geschehen sind." Eisenkappel sei aber auch ein Ort mit unglaublich viel Kultur. Es wird nicht nur musiziert, auch die heurige Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Maja Haderlap komme aus Eisenkappel. "Nach 56 Jahren Konflikt gibt es jetzt eine Lösung als Basis für die Zukunft. Die Regelung sieht auch den Ausbau der zweisprachigen Kindergärten und Schulen vor, damit die Kultur der Vielfalt tradiert und das Zusammenleben gefördert wird."

Landeshauptmann Gerhard Dörfler dankte Bundeskanzler Werner Faymann, dass er mit Staatssekretär Josef Ostermayer "einen großen Mann nach Kärnten geschickt hat und ihm nun auch ermöglicht, den Dank der Kärntner entgegenzunehmen."

Umweltminister Nikolaus Berlakovich, selbst Burgenland-Kroate, berichte von dem großen Volksfest in seiner Heimatgemeinde Großwarasdorf, das anlässlich der Aufstellung der zweisprachigen Ortstafeln in vor elf Jahren gefeiert wurde: "Ortstafeln sind ein Symbol für den gemeinsamen Stolz auf unterschiedliche Kulturen, die friedlich zusammenleben." Die Einigung in Kärnten möchte Berlakovich auch als Auftakt zu einer modernen Volksgruppenpolitik sehen. " Es ist wichtig, dass Sprache nicht verloren geht, dass auch noch Kinder und Enkel sie beherrschen als Basis für die Kultur einer Volksgruppe."

Ministerpräsident Borut Pahor bekräftigte: "Heute haben wir einen großen Schritt in Richtung Toleranz, Kultur und gegenseitigen Respekt gesetzt. Es ist ein Meilenstein für Slowenien und Österreich. Wir sind aber noch nicht am Ende des Weges, Kulturen müssen gelebt und gepflegt werden, auch in Zukunft."

Zum Abschluss gratulierte Bundeskanzler Werner Faymann allen Verhandlern zu ihrem Mut, die Menschen zusammenzubringen und das gemeinsame vor das Trennende zu stellen. Beeindruckt von der Musikalität der Eisenkappler sagte der Kanzler: "Diese Musik ist doch etwas ganz besonderes. Modernität heißt nicht Gleichmacherei in den Städten, Modernität ist der Fortschritt der Lebensbedingungen der Menschen. Guten Lebensbedingungen findet man dort, wo sozialer Zusammenhalt und gegenseitiger Respekt gelebt wird und dabei die Vielfalt erhalten bleibt. "Oft werde ich beneidet, dass ich Bundeskanzler eines solchen Landes sein darf. Die Leute erzählen mir von Begegnungen mit wunderbaren Leuten, von schönen Seen und Bergen und oft auch vom wunderbaren Kärnten."

"Vielfalt ist schön, wir lieben die verschiedenen Trachten, die verschiedenen Sprachen und Kulturen in unserem Land. Wir begreifen dies zunehmend als einen zusätzlichen Reichtum. Denn Heimat ist der Ort des Wohlfühlens. Die Lösung der Ortstafelfrage ist ein Beispiel für ganz Österreich. So ist heute ein besonderer Tag nicht nur für Kärnten sondern für ganz Österreich", sagte der Bundeskanzler abschließend.

Zuletzt wurde die zweisprachige Ortstafel aufgestellt, ehe es nach Sittersdorf / Zitara vas ging, wo ebenso die Aufstellung der neuen zweisprachigen Ortstafeln im Rahmen eines Festaktes gefeiert und ganz besonders dem Sittersdorfer Bürgermeister Jakob Strauß für sein Engagement gedankt wurde.

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