- 16.08.2011, 17:18:35
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Bundeskanzler Faymann in Kärnten: Heimat ist Ort des Wohlfühlens
Festakt anlässlich der Aufstellung der zweisprachigen Ortstafeln in Bad Eisenkappel/ Zelena Kapla und Sittersdorf/ Zitara vas
Kärnten (OTS) - "Heute lacht nicht nur die Sonne, sondern auch
unser Herz", sagte der Eisenkappeler Bürgermeister Franz Josef
Smrtnik. "Dieser Tag wird in die Geschichte Österreichs und Kärntens
eingehen, die großen Steine sind aus dem Weg geräumt, nur noch kleine
Kiesel sind zu beseitigen: Wir brauchen ausreichend
Bildungsmöglichkeiten für unsere Kinder und ebenso genügend Geld für
Südkärnten, damit die Menschen hier bleiben und ihre Kultur pflegen
können."
Smritik ist nicht nur Bürgermeister von Eisenkappel, sondern auch
Sänger, im Quartett mit seinen Brüdern, sang er den
Schürzenjäger-Lied "Treffen ma uns in der Mittn."
Staatssekretär Ostermayer: "Das Treffen mit dem Eisenkappeller
Bürgermeister war der Schlüssel zum Erfolg: Er hat zwar nicht
gesungen, aber wir haben viel geredet, über die Geschichte, über die
menschlichen Tragödien, die hier geschehen sind." Eisenkappel sei
aber auch ein Ort mit unglaublich viel Kultur. Es wird nicht nur
musiziert, auch die heurige Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Maja
Haderlap komme aus Eisenkappel. "Nach 56 Jahren Konflikt gibt es
jetzt eine Lösung als Basis für die Zukunft. Die Regelung sieht auch
den Ausbau der zweisprachigen Kindergärten und Schulen vor, damit die
Kultur der Vielfalt tradiert und das Zusammenleben gefördert wird."
Landeshauptmann Gerhard Dörfler dankte Bundeskanzler Werner Faymann,
dass er mit Staatssekretär Josef Ostermayer "einen großen Mann nach
Kärnten geschickt hat und ihm nun auch ermöglicht, den Dank der
Kärntner entgegenzunehmen."
Umweltminister Nikolaus Berlakovich, selbst Burgenland-Kroate,
berichte von dem großen Volksfest in seiner Heimatgemeinde
Großwarasdorf, das anlässlich der Aufstellung der zweisprachigen
Ortstafeln in vor elf Jahren gefeiert wurde: "Ortstafeln sind ein
Symbol für den gemeinsamen Stolz auf unterschiedliche Kulturen, die
friedlich zusammenleben." Die Einigung in Kärnten möchte Berlakovich
auch als Auftakt zu einer modernen Volksgruppenpolitik sehen. " Es
ist wichtig, dass Sprache nicht verloren geht, dass auch noch Kinder
und Enkel sie beherrschen als Basis für die Kultur einer
Volksgruppe."
Ministerpräsident Borut Pahor bekräftigte: "Heute haben wir einen
großen Schritt in Richtung Toleranz, Kultur und gegenseitigen Respekt
gesetzt. Es ist ein Meilenstein für Slowenien und Österreich. Wir
sind aber noch nicht am Ende des Weges, Kulturen müssen gelebt und
gepflegt werden, auch in Zukunft."
Zum Abschluss gratulierte Bundeskanzler Werner Faymann allen
Verhandlern zu ihrem Mut, die Menschen zusammenzubringen und das
gemeinsame vor das Trennende zu stellen. Beeindruckt von der
Musikalität der Eisenkappler sagte der Kanzler: "Diese Musik ist doch
etwas ganz besonderes. Modernität heißt nicht Gleichmacherei in den
Städten, Modernität ist der Fortschritt der Lebensbedingungen der
Menschen. Guten Lebensbedingungen findet man dort, wo sozialer
Zusammenhalt und gegenseitiger Respekt gelebt wird und dabei die
Vielfalt erhalten bleibt. "Oft werde ich beneidet, dass ich
Bundeskanzler eines solchen Landes sein darf. Die Leute erzählen mir
von Begegnungen mit wunderbaren Leuten, von schönen Seen und Bergen
und oft auch vom wunderbaren Kärnten."
"Vielfalt ist schön, wir lieben die verschiedenen Trachten, die
verschiedenen Sprachen und Kulturen in unserem Land. Wir begreifen
dies zunehmend als einen zusätzlichen Reichtum. Denn Heimat ist der
Ort des Wohlfühlens. Die Lösung der Ortstafelfrage ist ein Beispiel
für ganz Österreich. So ist heute ein besonderer Tag nicht nur für
Kärnten sondern für ganz Österreich", sagte der Bundeskanzler
abschließend.
Zuletzt wurde die zweisprachige Ortstafel aufgestellt, ehe es nach
Sittersdorf / Zitara vas ging, wo ebenso die Aufstellung der neuen
zweisprachigen Ortstafeln im Rahmen eines Festaktes gefeiert und ganz
besonders dem Sittersdorfer Bürgermeister Jakob Strauß für sein
Engagement gedankt wurde.
Rückfragehinweis:
Nedeljko Bilalic
Pressesprecher des Bundeskanzlers
Tel.: (01) 531 15 - 2104, 0664/88 455 330
mailto:[email protected]
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