- 16.08.2011, 15:32:18
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Bundeskanzler Faymann nach Ortstafellösung: "Kärnten ist Vorbild für ganz Europa"
Festakt anlässlich der Lösung der Kärntner Ortstafelfrage im Klagenfurter Landhaus
Klagenfurt (OTS) - "Ich bin stolz, Bundeskanzler in einem Land zu
sein, das die Tradition hat, dass man bei Konflikten positiv
aufeinander zugeht. In Österreich wird das Gemeinsame vor das
Trennende gestellt", sagte Bundeskanzler Werner Faymann, heute,
Dienstag, beim Festakt zur Lösung der Kärntner Ortstafelfrage im
Klagenfurter Landhaus, bei dem auch Staatssekretär Dr. Josef
Ostermayer, Bundesminister Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich,
Sloweniens Ministerpräsident Borut Pahor, Landeshauptmann Gerhard
Dörfler, sowie zahlreiche Vertreter der Kärntner Landesregierung, der
slowenischen Volksgruppe und der Heimatverbände zusammengekommen
waren.
Dieser positive und schöpferische Geist wäre auch bei anderen
Konflikten innerhalb Europas notwendig. Wichtig sei es, nicht stolz
zu sein, Recht behalten zu wollen und den Anderen für das Scheitern
verantwortlich zu machen. "Europa ist ein Projekt des Friedens. Das
ist in der Geschichte Europas nicht selbstverständlich. Das
friedliche Zusammenleben braucht gegenseitigen Respekt und Fairness
im Zusammenhalt der Gesellschaft", so Faymann.
Der Bundeskanzler zitierte Ingeborg Bachmann, die sagte: "Die
Geschichte lehrt uns andauernd, aber sie findet keine Schüler." So
hätte es lange auch bei der Ortstafelfrage ausgesehen. "Anfangs war
es kein Freundschaftsdienst, diese heikle Aufgabe an Josef Ostermayer
zu übertragen. Ich habe aber in ihm jemanden gefunden, der
respektvoll und beharrlich genug war, eine gemeinsame Lösung
herbeizuführen", so der Bundeskanzler.
"Die Tradition des Miteinanders ist in Österreich durch die
Zusammenarbeit in der Sozialpartnerschaft sowie zwischen Gemeinden,
Ländern und Bund gewachsen. Das hat Österreich stark gemacht. Das
Miteinander ist die Stärke des Landes. Ich habe anlässlich der
90-Jahr Feiern in Kärnten die Vielfalt der Kulturen erlebt. Zur
Vielfalt gehört aber auch der Respekt. Heute kann Kärnten Vorbild in
Europa sein", so Faymann.
Der Bundeskanzler dankte auch Landeshauptmann Gerhard Dörfler,
Staatssekretär Josef Ostermayer sowie den Vertretern der
Heimatverbände und der slowenischen Volksgruppe. "Wir setzten heute
eine historische Geste, doch die gemeinsame Zukunft des 'Wir' und des
'Füreinander' soll die Botschaft des heutigen Festaktes sein", sagte
Bernard Sadovnik von der Gemeinschaft der Kärntner Sloweninnen und
Slowenen.
"Wir wurden immer wieder von Journalisten gefragt, ob wir es schaffen
werden. Viele waren aber skeptisch. Wir waren zuversichtlich und
haben uns die Zeit genommen, die letzten Hürden zu nehmen", sagte
Staatsekretär Ostermayer. Durch die Verlautbarung des Gesetzes wird
die Frage des Zusammenlebens in Kärnten neu geregelt. "Es betrifft
nicht nur die Ortstafeln, es geht auch um die Förderung der Kulturen,
der Zweisprachigkeit und der zweisprachigen Musikschulen", so
Ostermayer.
"Als ich den Auftrag zur Lösung dieser Frage von Bundeskanzler
Faymann übernommen habe, haben manche gemeint, es wäre eine 'Mission
impossible'. Jetzt aber kann ich sagen: 'Mission completed'", so der
Staatssekretär.
Ostermayer bedankte sich bei Werner Faymann für das ihm
entgegengebrachte Vertrauen, diese sensible Aufgabe zu übernehmen:
"Er hat mir kluge Ratschläge gegeben und mir die nötige Zeit
gelassen." Ostermayer bedankte sich auch bei Außenminister Michael
Spindelegger für die Unterstützung und vor allem bei Landeshauptmann
Gerhard Dörfler für die vertrauensvollen Gespräche und dessen
Handschlagqualität.
Ebenso ging sein Dank an Landeshauptmannstellvertreter Peter Kaiser,
der wesentlich dazu beigetragen habe, die Bürgermeister von dieser
Lösung zu überzeugen. Weiters dankte er den Volksgruppenvertretern.
"Am Ende hat die Vernunft gesiegt. Der Erfolg gegen Vorurteile ist
ein Erfolg für eine gute Nachbarschaft. Es ist ein Sieg der
Rechtsstaatlichkeit", so der Staatssekretär.
Landeshauptmann Gerhard Dörfler verglich den Weg zur Einigung mit
einer holprigen Straße, die von vielen Schlaglöchern übersät gewesen
sei. "Heute bauen wir gut fundamentierte Straßen in die Zukunft",
sagte Dörfler und skizzierte eine Reihe von Ideen für eine verstärkte
wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit in der Region Alpe
Adria.
Sloweniens Ministerpräsident Borut Pahor meinte abschließend: "Wir
haben ein Tor in die Zukunft aufgemacht, wir öffnen heute ein Tor zu
den Herzen."
Bilder zu dieser Veranstaltung sind über das Fotoservice des
Bundespressedienstes, http://fotoservice.bundeskanzleramt.at,
kostenfrei abrufbar.
Rückfragehinweis:
Nedeljko Bilalic Pressesprecher des Bundeskanzlers Tel.: +43 1 531 15-2104 Mobil: +43 664 884 55 330 E-Mail: [email protected] Elvira Franta Bakk. phil. Pressesprecherin des Staatssekretärs im Bundeskanzleramt Dr. Josef Ostermayer Tel.: 01 531 15-2656 [email protected]
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