- 10.08.2011, 10:26:53
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Hungersnot in Afrika: Globales Forum in Krems thematisiert Europas Verantwortung
Meilenstein für ein anderes Landwirtschafts- und Ernährungssystem: Nyeleni-Forum für Ernährungssouveränität; 16. - 21. 8. August, Krems
Krems (OTS) - Für die katastrophale Hungersnot am Horn von Afrika
sind nicht nur Dürre und lokale Konflikte verantwortlich. Die
internationale Handelspolitik, "Land grabbing", fehlende
Nahrungsmittelreserven, unzureichendes Wassermanagement und
Spekulationen tragen zur Verschärfung dieser und anderer Katastrophen
in den ärmsten Ländern der Welt bei.* Europäische Regierungen und die
internationale Gemeinschaft müssen daher nicht nur rasche Hilfe
leisten sondern einen fundamentalen Wandel ihrer Agrar- und
Ernährungspolitiken einleiten.
Ein Meilenstein für ein anderes Landwirtschafts- und
Ernährungssystem findet von 16. bis 21. August in Krems statt: Mehr
als 600 BäuerInnen, AktivistInnen, KonsumentInnen aus Europa sowie
Delegierte aus Afrika, Asien, Süd- und Nordamerika werden beim ersten
europäischen Forum für Ernährungssouveränität erwartet. Die
TeilnehmerInnen diskutieren dabei Europas Verantwortung an der
aktuellen Hungerkrise sowie Strategien, wie sozial und ökologisch
nachhaltige Alternativen zum derzeitigen Landwirtschafts- und
Ernährungssystem verwirklicht werden können. "Um den Hunger in der
Welt langfristig zu bekämpfen, darf die Gemeinsame Agrarpolitik der
EU (GAP) nicht nur die Interessen europäischer Lebensmittelkonzerne
und Investoren bedienen. Nur wenn sie auf den Prinzipien der
Ernährungssouveränität beruht, kann das Überleben der Millionen
KleinbäuerInnen in aller Welt und die Zukunft der europäischen
Landwirtschaft gewährleistet werden", sagt Mitveranstalterin Irmi
Salzer von der ÖBV Via Campesina.
Das Konzept der Ernährungssouveränität hat sich als Kritik am
neoliberalen System und als Alternative für lokale, regionale und
internationale Lebensmittel- und Landwirtschaftspolitik etabliert.
Seit dem ersten Nyeleni-Forum 2007 in Mali (benannt nach einer
legendären malischen Bäuerin) wurde das Konzept weiterentwickelt und
wird durch das Forum in Krems, das die Basis für eine europäische
Bewegung für Ernährungssouveränität bilden wird, weiter an Schubkraft
gewinnen. Prinzipien der Ernährungssouveränität sind unter anderem
das Recht auf gesunde und kulturell angepasste Nahrung, die
Wertschätzung der LebensmittelproduzentInnen, die Stärkung lokaler
Kontrolle über das Lebensmittelsystems, die Achtung und der sorgsame
Umgang mit natürlichen Ressourcen und die Stärkung lokalen und
traditionellen Wissens.
Nyeleni-Forum für Ernährungssouveränität: www.nyelenieurope2011.net
16. bis 21. August, Messehallen Krems, Utzstraße 12, 3500 Krems
Presseinfo:
Das Forum bietet eine Vielzahl interessanter Interviewmöglichkeiten
mit internationalen TeilnehmerInnen.
Informationen dazu: http://bit.ly/rj7mqk
Weitere Hintergrundinformationen: (Pressemappe): http://bit.ly/r108OW
Detailliertes Programm: http://bit.ly/qCcTsy
* Aktueller Hintergrund:
Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) warnt,
dass sich die Hungersnot auch auf Äthiopien, Kenia, Dschibuti und
Uganda ausweiten könne. Das Beispiel Äthiopien zeigt, wie
Profitinteressen und der immense Landhunger - vorangetrieben von der
europäischen Agrartreibstoffpolitik - die Überlebensgrundlagen der
armen Bevölkerung zerstören. Obwohl schon vor der Dürre 2,8 Millionen
Menschen in Äthiopien von Nahrungsmittelhilfe abhängig waren, bot die
äthiopische Regierung mehr als 3 Millionen Hektar des fruchtbarsten
Land ausländischen Investoren zum Verkauf an. In den letzten Jahren
wurden mehr als 50 Millionen Hektar Land (und somit auch
Wasserreserven) an Hedge- und Pensionsfonds, Investmentbanken,
ausländische Regierungen und Privatinvestoren verkauft.
KleinbäuerInnen werden so buchstäblich von ihren Existenzgrundlagen
abgeschnitten.
Rückfragehinweis:
Kontakt für Akkreditierung und Interviewanfragen: DI in Irmi Salzer: [email protected], 0043-699-11827634 (bis Montag, den 15. August) Kontakt während des Forums: David Walch, [email protected], 0650 544 00 10, Julianna Fehlinger: [email protected], 0043-664-4223527
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