Neues Volksblatt: "Reformminister" (von Herbert Schicho)

Ausgabe vom 8. August 2011

Linz (OTS) - Vor einem Monat beklagte sich Norbert Darabos über
den Eisenstädter Diözesanbischof Zsifkovics, der offiziell wegen Umstrukturierungsmaßnahmen den Pfarrer aus der Heimatgemeinde des Ministers versetzen will. Darabos vermutet eine Bestrafung, weil der Geistliche "zu fortschrittlich" sei. Es stünde zwar jedem neuen Oberhirten zu, "sein Haus neu zu bestellen", aber "nicht mit Brachialgewalt", kritisiert der rote Verteidigungsminister.
Fast zeitgleich bekam Darabos von der Aufsichtskommission eine Rüge:
Das Verhalten des Ministers bei der "Verwendungsänderung" des Generalstabschefs Edmund Entacher war "nicht gesetzeskonform". Und im Parlament gab der Minister zu, dass seine Modellrechnungen von den bereitgestellten Mitteln abhingen und nicht von den Aufgaben und Leistungsfähigkeiten - darauf hat der Generalstabschef hingewiesen und wurde abgesetzt.
Der Minister hat es übrigens noch immer nicht geschafft, einen Bescheid für die Degradierung auszustellen, alle Fristen sind mittlerweile verstrichen. Nun wird sich damit wohl die Berufungskommission im Bundeskanzleramt herumschlagen müssen. Und die Bundesheerreform selbst wird vermutlich auch im Bundeskanzleramt erstellt werden müssen ...
... aber für die SPÖ bleibt er ein Reformminister.

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