- 01.08.2011, 10:24:40
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Wrabetz-Bewerbung als ORF-Generaldirektor zeugt von eklatantem Missverständnis der Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
Wien (OTS) - Der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP)
kritisiert die Eckpunkte der Wiederbewerbung des amtierenden
ORF-Generaldirektors Dr. Alexander Wrabetz scharf: Dass der ORF auf
weitere Einsparungen verzichten soll und gleichzeitig von allen
Seiten - vom Staat, von den Gebührenzahlern und vom Mitbewerb - mehr
Geld erhalten soll, ist aus Sicht des VÖP völlig inakzeptabel. Ein
derartiger Kurs wäre eine klare Bankrotterklärung des
ORF-Managements!
Für eine zweite Amtsperiode stellt sich Wrabetz eine Ausweitung
sämtlicher Finanzierungsquellen des ORF vor: So soll der ORF erstens
durch eine Gebührenerhöhung mehr Geld von den Bürgern erhalten.
Zweitens soll der Zuschuss, den der Bund dem ORF im Jahr 2010 unter
dem etwas irreführenden Titel "Refundierung der
Rundfunkgebührenbefreiungen" und mit einer klaren Befristung
genehmigt hat, nun unbefristet weitergezahlt werden - auch dies
finanziert vom Steuerzahler. Drittens sollen die Werbemöglichkeiten
des ORF ausgedehnt werden und der ORF somit noch mehr Möglichkeiten
erhalten, die Finanzierungsmöglichkeiten privater Medienunternehmen
erheblich zu beeinträchtigen.
Für Dr. Klaus Schweighofer, VÖP-Vorsitzender und
Vorstandsvorsitzender der Styria Media, zeugt dies von der
"Abgehobenheit des Monopolfunks". "Ziel muss es sein, den ORF
unabhängig zu machen, insbesondere auch von Werbung.", so
Schweighofer. "Eine Gebührenerhöhung ist dann und nur dann denkbar,
wenn gleichzeitig die fast grenzenlosen Werbemöglichkeiten
eingeschränkt werden und mittelfristig der ORF werbefrei gestellt
wird. Im Programm ist endlich der gesetzliche Auftrag umzusetzen:
Österreich muss in den Mittelpunkt gestellt werden und der
journalistischen Qualität im Haus deutlich mehr Sendeplatz eingeräumt
werden. Das ist es, was ein verantwortungsvolles ORF-Management in
den nächsten Jahren zu tun hätte!", stellt Schweighofer klar.
Die bisherigen Sparbemühungen des ORF - die im Vergleich zu den
Rationalisierungsnotwendigkeiten privater Medien in den letzten
Jahren bestenfalls als "ambitioniert", aber keinesfalls als
"einschneidend" bezeichnet werden können - sollen nach Wrabetz
Vorstellungen beendet werden. Corinna Drumm, VÖP-Geschäftsführerin,
zeigt hierfür keinerlei Verständnis: "Private Medienunternehmen sind
darauf angewiesen, sich über den Werbemarkt zu finanzieren. Leider
haben wir als Privatsender nicht die Möglichkeit, unsere Budgets zu
zwei Drittel durch krisenunabhängige Gebühren oder Steuergelder
abzudecken. Daher mussten in den letzten Jahren vielerorts
schmerzhafte Rationalisierungsmaßnahmen gesetzt werden. Es ist völlig
untragbar, dass der ORF sich diesen Entwicklungen entzieht, indem er
vom Staat einfach noch mehr Geld fordert! Die Politik ist als
Interessenvertreterin der Bürger in der Pflicht, den ORF zu einem
strengen Kostenbewusstsein anzuhalten. Außerdem muss eine weitere
Kommerzialisierung des ORF durch mehr Werbemöglichkeiten, die mit dem
öffentlich-rechtlichen Auftrag im absoluten Widerspruch stehen,
verhindert werden!"
Der VÖP appelliert daher mit Nachdruck an die Politik, dafür Sorge
zu tragen, dass diese Vorstellungen des Dr. Wrabetz aus
demokratiepolitischen und gesamtwirtschaftlichen Erwägungen
jedenfalls nicht umgesetzt werden dürfen.
Rückfragehinweis:
Corinna Drumm, VÖP-Geschäftsführung
Tel. 01 / 51633-3166, [email protected]
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