• 27.07.2011, 13:35:09
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Brunner zu Stromkennzeichnung: KonsumentInnentäuschung endlich stoppen

Grüne: Stromkennzeichnung muss Atomstrom ausweisen

Wien (OTS) - "Viele Energieversorgungsunternehmen werben mit 100
Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen und verkaufen in Wirklichkeit
dreckigen Atom- und Kohlestrom. Die Schaffung von speziellen,
'sauberen' Stromprodukten, die gutgläubigen Stromkunden mit viel
Werbeaufwand verkauft werden, ist zwar eigentlich untersagt,
allerdings halten sich laut E-Control die meisten Unternehmen nicht
daran", erklärt die Energiesprecherin der Grünen, Christiane Brunner.
Laut aktuellstem E-Control Bericht haben 2009 25 Energieversorger auf
den Stromrechnungen den Produkt- und nicht den Versorgermix
angegeben.
"Das ist eine vorsätzliche Irreführung der heimischen Stromkunden,
denen Atomstrom auf diese Weise deklariert untergeschoben wird. Wir
brauchen ein Verbot, das diese Täuschung abstellt. Bis dahin müssen
sich Energieversorger wie VERBUND, Kelag oder EVN endlich an die
Empfehlung der E-Control halten, und den KonsumentInnen reinen Wein
einschenken", fordert Brunner.

Darüber hinaus kritisieren die Grünen die separate Ausweisung der
Energieträger-Anteile einerseits und die rechnerische Aufteilung der
Energieträger des "Stroms ungekannter Herkunft" andererseits. "Strom
unbekannter Herkunft" hat einen Atomstromanteil von fast 29 Prozent,
und einen fossilen Anteil von über 50 Prozent. "Die Anteile dieses
dreckigen Stroms werden bis jetzt allerdings nicht in die
Gesamtaufstellung eingerechnet. Es ist inakzeptabel, dass auf der
Stromrechnung der Atomstromanteil mit null Prozent angegeben wird,
während ein beträchtlicher Teil Graustrom im Versorgermix enthalten
ist, der aber sehr wohl Atomstrom enthält. Wir fordern, dass die
Anteile der jeweiligen Energieträger (Atom, Kohle, Öl, Gas,
Erneuerbare) in der Stromrechnung klar ausgewiesen und
zusammengerechnet werden. Hierbei muss der rechnerische Anteil des
Atomstroms der im 'Strom unbekannter Herkunft' enthalten ist mit
eingerechnet werden", erläutert Brunner.

Anfang Juli, beim so genannten Atom-Gipfel, hat Bundeskanzler Faymann
angekündigt, Maßnahmen gegen den Vertrieb von Strom unbekannter
Herkunft einzuführen. "Wir erwarten uns, dass die dafür notwendigen
rechtlichen Veränderungen noch im Herbst eingeleitet werden", meint
Brunner.

Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]

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