- 27.07.2011, 12:04:18
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Umweltdachverband kritisiert Zick-Zack-Kurs des WWF in Sachen Donau-Auen
- Rechtliche Mängel des Naturversuchsprojektes werden vom WWF negiert
Wien (OTS) - Lobbying für ein Infrastrukturprojekt tut keiner
Umweltorganisation gut
Aus gutem Grund haben sich im Jänner 2011 in einer Allianz von
Umwelt-NGOs Umweltdachverband, WWF, Virus, BI Hainburg etc. gemeinsam
gegen die Durchführung des Naturversuches Bad Deutsch-Altenburg
ausgesprochen. "Der Naturversuch sollte die Basis für das so genannte
Flussbauliche Gesamtprojekt legen, ein massives Ausbauprojekt für die
Schifffahrt im Herzen des Nationalparks Donau-Auen. Abgesehen von
schwerwiegenden inhaltlichen Bedenken hat sich klar herausgestellt,
dass das vorliegende Naturversuchsprojekt aus rechtlichen Gründen
nicht realisiert werden kann. Hindernisse, die der WWF nun offenbar
nicht mehr sehen will", ärgert sich Gerhard Heilingbrunner, Präsident
des Umweltdachverbandes über den plötzlichen Schwenk des WWF in
dieser Causa. "Ich maße mir nicht an, über die Beweggründe für diesen
Kurswechsel zu spekulieren. Sich nun plötzlich in die Reihen der via
donau Wasserstraßengesellschaft einzugliedern, ist der
Glaubwürdigkeit des WWF jedenfalls nicht zuträglich", sagt
Heilingbrunner. "Klar ist: Der WWF torpediert mit seiner heutigen
Aktion die bisherigen Forderungen der NGOs, dass ein Naturversuch im
Nationalpark Donau-Auen nicht ohne Umweltverträglichkeitsprüfung und
ein rechtmäßiges NATURA 2000-Verfahren, in dem NGOs und
Bürgerinitiativen Parteistellung haben, gestartet werden kann und
darf. Nur mit diesen beiden Genehmigungsverfahren wäre auch ein
sicheres Beteiligungsmodell garantiert", so Heilingbrunner
Naturversuchsprojekt Bad Deutsch-Altenburg ist rechtlich tot
Der Umweltdachverband hat im Juli 2011 eine ergänzende Beschwerde bei
der EU-Kommission wegen Missachtung von EU-Vorschriften eingebracht,
weil beim Naturversuch Bad Deutsch-Altenburg bis dato kein
Naturverträglichkeitsprüfungsverfahren nach den NATURA
2000-Regelungen durchgeführt wurde. Das Land NÖ hat im Februar 2011
die Diskussion um das Pilotprojekt zur Recht beendet.
"Umweltlandesrat Dr. Stephan Pernkopf hat im Februar 2011 die via
donau und das BMVIT aufgefordert, ein überarbeitetes
Naturversuchsprojekt vorzulegen. Bis dato haben das BMVIT als auch
die via donau nicht darauf reagiert", erklärt Heilingbrunner. "Es
täte dem WWF nicht schlecht, der umwelt- und rechtspolitischen
Realität in den Hainburger Donau-Auen ins Auge zu schauen und nicht
einem rechtlich gesehen toten Projekt "Naturversuch Bad
Deutsch-Altenburg" nachzuweinen und dafür aktiv zu lobbyieren", so
Heilingbrunner abschließend.
Rückfragehinweis:
Umweltdachverband Dr.in Sylvia Steinbauer Öffentlichkeitsarbeit Tel.: (++43-1)40113/21 mailto:[email protected] http://www.umweltdachverband.at
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