- 26.07.2011, 11:50:11
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Aichinger: "Fast 3% Beschäftigte mehr im Einzelhandel trotz stagnierender Umsätze"
Einzelhandel in Österreich im 1. Halbjahr 2011 - Zwischenbilanz - Erfreulich: Beschäftigungsstand konnte gehalten und sogar ausgebaut werden
Wien (OTS/PWK557 ) - "Die Einzelhandelsbetriebe in Österreich
haben in allen Monaten des ersten Halbjahres 2011 mehr
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als im Vorjahr beschäftigt. Die Zahl
der Beschäftigten ist um fast 3 Prozent gestiegen", zeigt sich Fritz
Aichinger, Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer
Österreich (WKÖ) heute, Dienstag, erfreut. Im Durchschnitt waren
damit rund 275.200 unselbstständig Beschäftigte (exkl. geringfügig
Beschäftigte) im Einzelhandel tätig. "Insgesamt", so Aichinger,
"arbeiten im gesamten Handel in Österreich - das sind Einzel-, Groß-
und Kfz-Handel zusammen - rund 510.000 Menschen. Und das trotz
teilweise stagnierender Umsätze: Das zeigt aber einerseits das große
Interesse des Handels an der Schaffung und Sicherung von
Arbeitsplätzen: Grosso modo konnte die Anzahl der Beschäftigten
nämlich auch in der jüngsten Vergangenheit stabil gehalten werden.
Andererseits dürfen in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit von
qualifizierten Mitarbeitern für den Handel und die Schwierigkeiten,
die es oftmals gibt, solche zu finden, nicht unter den Teppich
gekehrt werden", so der Handelsobmann.
Reale Umsatzstagnation im Einzelhandel
Das Bild, das die Erhebungen der KMU Forschung Austria wiedergibt,
zeigt aber auch stagnierende Umsätze: "Zwar konnte der stationäre
Einzelhandel in Österreich im ersten Halbjahr ein nominelles
Umsatzplus von 2,8 Prozent erwirtschaften, real kam es jedoch zu
einer Umsatzstagnation", führte Handelsforscher Peter Voithofer,
Direktor der KMU Forschung Austria, aus. Absolut betrug der
Halbjahres-Einzelhandelsumsatz nach vorläufigen Erhebungen des
Institutes 24,5 Milliarden Euro. Insgesamt setzt der österreichische
Handel in den Bereichen Einzel-, Groß- und Kfz-Handel jährlich etwa
220 Milliarden Euro um.
Der Lebensmitteleinzelhandel und Drogerien/Parfümerien sind die
Branchensieger
Nach Branchen betrachtet, haben sich in der ersten Jahreshälfte 2011
der Einzelhandel mit Lebensmitteln sowie der Handel mit kosmetischen
Erzeugnissen mit einem nominellen Umsatzplus von mehr als 4 Prozent
am besten entwickelt. Im Einzelhandel mit Bau- und Heimwerkerbedarf
fielen die Erlössteigerungen mit 2,9 Prozent ebenfalls etwas höher
aus als im Gesamtdurchschnitt. Nominelle Umsatzrückgänge waren nur im
Papier- und Bucheinzelhandel sowie im Elektroeinzelhandel (inkl.
Computer, Foto) festzustellen.
Bei realer Betrachtung lag der Einzelhandel mit Elektrogeräten,
Computer und Fotoartikel (+1,4 Prozent) hingegen hinter den Drogerien
und Parfümerien (+3,1 Prozent) an zweiter Stelle. Dahinter folgt der
Lebensmitteleinzelhandel (+1,3 Prozent), die Branche mit dem höchsten
nominellen Umsatzwachstum. Zum stärksten mengenmäßigen Minus kam es
im sonstigen Einzelhandel sowie im Schuheinzelhandel.
Unterschiedliche Produktgruppen mit differenzierter
Preisentwicklung
"Die Preisentwicklung braucht je nach Produktgruppe eine
differenzierte Betrachtung", fordert Handelsobmann Aichinger
angesichts aus Sicht des Handels teils tendenziöser Vergleiche ein.
Insgesamt hat sich der Preisauftrieb - wie schon im Gesamtjahr 2010 -
etwas niedriger als die Inflationsrate von 3,1 Prozent entwickelt,
die durchschnittlichen Verkaufspreiserhöhungen im Einzelhandel lagen
in der ersten Jahreshälfte 2011 bei 2,8 Prozent. Die höchsten
Preissteigerungen fanden im Sportartikel und im sonstigen
Einzelhandel (insbesondere Trafiken) statt. Zu Preisrückgängen kam es
im Einzelhandel mit Elektrogeräten, Computer und Fotoartikeln.
Starke Polarisierung zwischen den Einzelhandelsgeschäften -
Politik gefordert
Nach wie vor zeigen sich jedoch große Unterschiede zwischen den
Einzelhandelsgeschäften: Während 49 Prozent der Geschäfte in ganz
Österreich (exkl. LEH) ein Umsatzplus erwirtschaften und 8 Prozent
zumindest das Umsatzniveau des Vorjahres halten konnten, mussten 43
Prozent Umsatzeinbußen hinnehmen: In Sachen Sicherstellung und
Belebung der Orts- und Stadtkerne sieht Handelsobmann Aichinger die
Politik insbesondere beim Thema Raumordnung gefordert: "Um die
Innenstädte und Ortszentren zu erhalten, müssen bestehende
Vorschriften korrekt vollzogen und neue, sinnvolle Lösungen gefunden
werden." (JR)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich
Bundessparte Handel
Geschäftsführer Mag. René Tritscher
Tel.: 05 90 900-3339
E-Mail: [email protected]
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