- 22.07.2011, 10:40:55
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1,5 Mio. Euro: Europäischer Forschungspreis für Alwin Köhler von der MedUni Wien
Wien (OTS) - Alwin Köhler vom Department für Medizinische
Biochemie (an den Max F. Perutz Laboratories) der Medizinischen
Universität Wien darf sich ab sofort doppelt ausgezeichnet fühlen:
Der 38-jährige erhält nach dem mit 1,2 Millionen Euro dotierten
START-Preis für österreichische NachwuchsforscherInnen nun auch einen
der höchst begehrten Starting Grants des European Research Council
der Europäischen Union, für den es 1,5 Millionen Euro an
Forschungsgeldern gibt. Für MedUni Wien-Rektor Wolfgang Schütz ist
das ein "starkes Signal für Grundlagenforschung an unserer
Universität, aber auch für die Max F. Perutz Laboratories, einem
Joint-Venture-Unternehmen zwischen Medizinischer Universität Wien und
Universität Wien."
"Für einen Wissenschafter, der gerade seine eigene Gruppe aufbaut,
ist das eine ganz hervorragende Ausgangsposition ", freut sich
Köhler. "Beide Preise sind eine Anerkennung meiner bisher getätigten
Publikationsleistungen, sie erlaubt mir aber gleichzeitig ein
visionäres Konzept umzusetzen. Jetzt kann ich auch Forschungsprojekte
angehen, die etwas abseits des Weges liegen und zeitintensiver sind.
Es erhöht die Sicherheit, Riskantes zu wagen." Für fünf Jahre, so
Köhler, sind die Forschungsarbeiten damit ausfinanziert. Der nächste
Schritt ist der Aus- und Aufbau der Arbeitsgruppe.
Alwin Köhler erforscht "die Rolle der Kernporen für die Regulation
der Genexpression". Kernporen sind riesige makromolekulare Strukturen
in der Kernhülle, die den Transport von Molekülen zwischen dem
Zellkern und Zytoplasma vermitteln. Es hat sich erwiesen, dass
Kernporen aber nicht nur als Transportkanäle fungieren, sondern
zahlreiche andere Prozesse im Zellkern beeinflussen. Köhler will
diese Prozesse untersuchen, um herauszufinden, wie Kernporen die
globale Architektur und Funktion des Genoms regulieren.
"Diese Forschung versucht Genregulation im dreidimensionalen Raum
zu verstehen, denn Gene sind unterschiedlich aktiv, je nachdem in
welchem Teil des Zellkerns sie sich befinden. Die Kernporen können
aktive Gene über Adaptermoleküle an der Kernhülle verankern und dort
ganze "Transkriptionsfabriken" ausbilden . Wir betreiben
Grundlagenforschung und stellen uns nicht direkt die Frage 'wozu wird
das gut sein?'. Aber ich bin Arzt, daher will ich natürlich immer
etwas über zelluläre Fehlfunktionen und Krankheitsbezüge lernen ."
Für die Verankerung von Genen an der Kernpore ist ein Enzym (USP22)
nötig, das eine nachgewiesene Rolle in der Tumorentstehung hat und
ein weiteres Protein (Ataxin-7), das an der Entstehung einer
neurodegenerativen Erkrankung beteiligt ist. Köhler: "Hier gibt es
also reichlich Möglichkeiten Brücken zwischen Grundlagen- und
klinischer Forschung zu schlagen."
Rektor Schütz: "Ein starkes Signal für den Forschungsstandort Wien"
Wolfgang Schütz, Rektor der Medizinischen Universität Wien, betont
die erfolgreiche Kooperation mit der Universität Wien im Bereich der
molekularbiologischen Forschungen: "Mit den Max F. Perutz
Laboratories konnten wir im dynamischen Feld der
molekularbiologischen Forschungen ein international erfolgreiches
Forschungsinstitut etablieren. Eine wichtige Strategie ist dabei die
gezielte Förderung von NachwuchsforscherInnen. Allein im letzten Jahr
konnten die Perutz Labs vier ERC-Starting Grants nach Wien holen. Das
ist auch ein starkes Signal für Grundlagenforschung an unserer
Universität."
Über den ERC-Award
Der ERC wurde durch die Europäische Union im Jahr 2007 geschaffen.
Er ist die erste europäische Körperschaft, die "frontier
research"-Projekte fördert. Bei der Auswahl dieser Projekte ist das
einzige Kriterium die wissenschaftliche Exzellenz des Forschers und
das innovative Potential der Forschungsidee. Die Nationalität, das
Alter des Forschers oder das Forschungsfeld spielen bei der Auswahl
keine Rolle. Die eingereichten Arbeiten werden von unabhängigen
Wissenschaftern evaluiert. Jährlich gibt es nur rund 200 Förderungen
europaweit.
Zur Person
Alwin Köhler ist Junior Group Leader an den Max F. Perutz
Laboratories, einem Joint Venture der Medizinischen Universität Wien
und Universität Wien. Nach dem Medizinstudium an der Universität
Würzburg schrieb Köhler sein Doktorarbeit am Department of Cell
Biology der Harvard Medical School, eine Postdoc-Stelle führte ihn an
das Biochemiezentrum in Heidelberg, wo er auch mit dem "Young
Investigator Award" der Medizinischen Fakultät ausgezeichnet wurde.
Seit 2010 forscht Köhler an der MedUni in Wien.
Rückfragehinweis:
Mag. Johannes Angerer
Leiter Öffentlichkeitsarbeit & Sponsoring
Tel.: 01/ 40 160 11 501
E-Mail: [email protected]
Spitalgasse 23, 1090 Wien
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