Agraraußenhandel 2011 schlägt alle bisherigen Rekorde

Die neuen EU-Staaten erweisen sich als stabile Zukunftsmärkte

Wien (OTS) - Die österreichischen Agrarexporte sind heuer um 21% gestiegen. 2011 steuert damit in diesem Bereich auf ein noch nie da gewesenes All-Time-High zu. Deutschland ist dabei unser größter Stabilitätsfaktor und bleibt unser treuester Abnehmer für agrarische Produkte. Aber auch die neuen EU-Staaten geben ein sehr deutliches Lebenszeichen von sich und positionieren sich als starke Zukunftsmärkte. Besonders erfolgreiche Segmente sind Rind- und Schweinefleisch, Käse, Zubereitungen sowie Obst und Gemüse. Das ergab eine Analyse des Außenhandels im Wertvergleich der ersten Quartale 2010 und 2011. Basis dafür sind die Zahlen der Statistik Austria.

Berlakovich: Mit Qualitätsausrichtung auf das richtige Pferd gesetzt

"Dieses Rekordniveau ist der beste Beweis dafür, dass die Marke Österreich auch auf heiß umkämpften Auslandsmärkten punktet und wir mit der Qualitätsausrichtung unserer Agrarpolitik auf das richtige Pferd setzen. Unsere Bäuerinnen und Bauern sorgen für beste Lebensmittel, die den Menschen auf der ganzen Welt schmecken. Zusätzlich erfüllen sie aber noch für viele weitere Leistungen im Sinne der gesamten Gesellschaft. Ich will, dass die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen, bäuerlichen Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion forciert wird und, dass das auch im Sinne der Nachhaltigkeit geschieht. Dazu ist eine starke Gemeinsame Agrarpolitik erforderlich", betont Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich.

Agrarexport in die neuen EU-Staaten entwickelt sich am prächtigsten

Die Analyse des 1. Quartals 2011 im agrarischen Außenhandel beweist einmal mehr, dass Deutschland der wichtigste Außenhandelspartner war und ist. Seit vielen Jahren exportiert Österreich ein Drittel seiner Lebensmittel zum deutschen Nachbarn. Italien als zweitwichtigster Handelspartner und auch die alten EU-Staaten verlieren hingegen prozentuell Anteile. Im "Rest der Welt" allerdings sieht alles anders aus. Ganz besonders die neuen EU-Mitgliedsländer erweisen sich von Jahr zu Jahr mehr als echte Hoffnungsträger in stabilen Zukunftsmärkten. Immerhin liegt ihr Anteil am Gesamtexport bereits bei fast 19%. Auch die Länder außerhalb Europas entdecken zunehmend mehr, wie Österreich schmeckt, was sich mit über 23% in der Exportstatistik niederschlägt.

Gesamter agrarischer Außenhandel legt um 21% zu

Im 1. Quartal 2010 exportierte Österreich Agrarwaren im Wert von EUR 1,8 Mrd., in der Vergleichsperiode 2011 (Jänner bis März) waren das immerhin fast EUR 2,2 Mrd., was einem Plus von mehr als 20% entspricht. Wertmäßig war dabei in absolut allen Betrachtungsräumen ein klarer Zuwachs zu verzeichnen. Am deutlichsten fiel dieser in Deutschland, unserem wichtigsten Außenhandelspartner, aus. Auch Italien überraschte mit erwähnenswerten Wertzuwächsen. Am prächtigsten allerdings entwickelten sich zwei Gruppen. Das sind zunächst die neuen EU-Staaten - allen voran Ungarn, Slowenien und Tschechien.

Und schließlich gibt auch der Staatenblock außerhalb der EU-Zone berechtigten Grund zur Freude. Im Vergleich zur Vorjahresperiode legten etwa die Vereinigten Staaten um rund 20% zu, ebensoviel die Schweiz und mit etwa 25% Plus rangiert Frankreich an dritter Stelle dieses Rankings. Beachtlich auch der Zuwachs von 90% im Außenhandel mit Großbritannien. Die Zuwächse in den USA, Frankreich und Großbritannien kommen überwiegend aus dem Bereich der Getränke, während in der Schweiz Exporterfolge in fast allen Produktsegmenten zu verzeichnen sind.

Europa steht auf Rindfleisch aus Österreich

In der Vergleichsperiode legte der Rindfleischexport um 14,5% zu und das von sehr hohem Niveau ausgehend. Die Welt kaufte in den ersten drei Monaten 2011 österreichisches Rindfleisch im Wert von rund EUR 90 Mio. Starke Abnehmer waren neben Deutschland und Italien die Niederlande, die Türkei und Frankreich. In den neuen EU-Staaten ist Ungarn ganz weit vorne und Tschechien holt rasant auf. Österreichisches Rindfleisch punktet ganz besonders mit seiner bekannt hohen Qualität. Aber auch die verlässliche Logistik ist ein wesentlicher Teil des Erfolgs.

Österreichisches Schweinefleisch ist ein Verkaufsschlager in Südkorea

Im Vergleich zur Vorjahresperiode exportierten Österreichs Schweinefleischproduzenten 20% mehr als 2010. Besonders beachtlich schlägt sich dabei die Liebe der Südkoreaner zu unserem Schweinefleisch nieder. Japan rangiert dabei bereits auf Platz zwei im Ranking der außereuropäischen Staaten. Das hat einen konkreten Grund. Die bevölkerungsreichen Staaten Asiens außerhalb von China und Nordkorea können ihren steigenden Bedarf an Schweinefleisch nicht selbst decken und greifen deshalb vermehrt auf europäische Märkte zu. Aber auch bei unseren Nachbarn in Osteuropa ist man diesbezüglich auf den Geschmack gekommen. Slowenien, Ungarn und Tschechien sind dabei besonders treue Abnehmer. Österreichs Schweinefleischproduzenten sind in all diesen Ländern bekannt dafür, dass sie sich besonders gut auf konkrete Kundenwünsche einstellen können und verlässlich das liefern, was gerade gewünscht wird.

Griechenland belebt zusätzlich den heimischen Käseexport

Käse ist seit Jahren ein echter Exportschlager und mittlerweile eine Art "Identifikationsprodukt" des österreichischen Exports. Im 1. Quartal 2011 wurde Käse im Wert von mehr als EUR 100 Mio. ausgeführt. Das bedeutet ein Plus von über 14% zur Vorjahresperiode. Der deutliche Exportanstieg nach Deutschland schlägt sich dabei überaus spürbar zu Buche. Interessant auch die Entwicklung mit Griechenland. Die Griechen importieren österreichischen Frisch- und vor allem Hartkäse. In dem Land, in dem eben eher Schaf- und Ziegenmilch fließen, sind Produkte aus Kuhmilch seltener. Österreichische Milchprodukte (exkl. Käse) scheinen sowieso seit Jahren europaweit omnipräsent zu sein. Die Werte sind hier stabil. Das leichte Plus in diesem Bereich bescherte uns der Milchprodukte-Exportzuwachs nach Ungarn.

Wurstwaren für Ungarn und Georgien beflügeln den Fleischwarenexport

Fleischzubereitungen - also Wurst und auch Schinken - tragen heuer wieder maßgeblich zur erfreulichen Exportentwicklung bei. Ein sattes Plus von 10% in diesem Segment setzt sich aus Verkaufserfolgen in aller Welt zusammen. Besonders hervorstechend sind hier die Zuwächse in den neuen EU-Staaten. Die Ungarn lieben Schinken und Wurstwaren, unter anderem auch Hartwürste von ihren österreichischen Nachbarn, was sich wertmäßig in hohen zweistelligen Zuwachsraten niederschlägt. Außerhalb der üblichen "Österreich-Klientel" fallen in diesem Lebensmittelsegment auch die Schweiz, Georgien und Russland besonders ins Auge. Auch dort liebt und schätzt man jedes Jahr mehr alles Zubereitete aus Fleisch, das aus Österreich kommt.

Obst- & Gemüse-Export entwickelt sich überdurchschnittlich

Mit einem Exportplus von mehr als 30% ist Obst & Gemüse heuer bislang die erfolgreichste Produktgruppe von allen. Besonderen Anteil an dieser Entwicklung hatten zu allererst Deutschland und auch ganz besonders Ungarn, das mittlerweile zum zweitwichtigsten Exportland für österreichisches Obst & Gemüse avancierte.

Die Zukunftsmärkte liegen im Osten und in Asien

"Die Entwicklung des Agrarexportes im 1. Quartal 2011 übertrifft alle gesetzten Erwartungen bei Weitem. Besonders die Märkte außerhalb der alten EU-Staaten erweisen sich als wahre und stabile Zukunftsmärkte. Österreich steht generell für Qualität, Verlässlichkeit und Naturnähe. Das sind alles Werte, die bei unseren Exportpartnern über alle Maßen geschätzt werden. Auch die bevölkerungsreichen Staaten Asiens werden dabei zunehmend interessanter. Grundsätzlich gilt: die Hoffnungsmärkte für die nahe Zukunft liegen räumlich in der Nähe, und jene für die ferne Zukunft liegen räumlich in der weiteren Ferne. Insgesamt steht uns aber ein gigantischer Markt offen, der darauf wartet, bearbeitet zu werden", so AMA-Exportmanager, Reinhard Schuster.
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Mag. Hermine Hackl, Unternehmenskommunikation
Tel. 01/33151-401, E-mail: hermine.hackl@ama.gv.at

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