- 11.07.2011, 17:31:35
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Symposium: Diskussion über neue Schwerpunkte für die OECD
Bilanz über 50 Jahre Mitgliedschaft Österreichs "als Modellbeispiel für wohlfahrtsstaatliches Handeln und Sozialpartnerschaft"
Wien (OTS) - "Die Analysen und Wirtschaftsdaten der OECD sind für
die österreichische Politik eine wichtige Grundlage für
Entscheidungen. Dabei müssen neben rein quantitativen Faktoren aber
genauso qualitative Aspekte beachtet werden", sagte Staatssekretär
Josef Ostermayer in seiner heutigen Eröffnungsrede auf dem Symposium
"50 Jahre OECD - 50 Jahre Österreich in der OECD" in der
Österreichischen Nationalbank (OeNB), an dem etwa 150 Gäste
teilnahmen. Das Bundeskanzleramt und die Nationalbank hatten
anlässlich des 50jährigen Bestehens der Organisation für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der
50jährigen Mitgliedschaft Österreichs zu dieser Veranstaltung
eingeladen, um über die Zusammenarbeit in der OECD zu reflektieren
und über Zukunftsperspektiven zu diskutieren.
OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny hob als Stärke der OECD hervor, dass
durch ihre Studien und Analysen eine langfristige Perspektive auf
wirtschaftliche und politische Entwicklungen möglich sei. "Gerade für
Nationalbanken ist es entscheidend, über einen Wachstumszyklus hinaus
zu blicken und über längerfristige Möglichkeiten nachzudenken", so
Nowotny. Historisch betrachtet habe laut dem ehemaligen Außenminister
Peter Jankowitsch Österreich immer einen engen Kontakt zur OECD
gepflegt. Angesichts des globalen Wandels in der Weltwirtschaft, mit
immer rasanter wachsenden Märkten der Schwellenländer, sei es nun für
die OECD erforderlich, ihren Anpassungsprozess fortzusetzen. Diesen
Wandel sprach auch OECD-Generalsekretär Angel Gurría an: "Wir müssen
mit den Schwellenländer stärker kooperieren und sie beispielsweise in
Wettbewerbsfragen oder in der Bekämpfung von Korruption
unterstützen." Inhaltlich habe sich die OECD von einem Fokus auf rein
ökonomische Betrachtungsweise weiter entwickelt, hin zu neuen
Schwerpunkten im sozial-, bildungs- und umweltpolitischen Bereich.
Dieser Wandel wurde gleich in der ersten Panel-Diskussion - unter der
Moderation der stellvertretenden Chefredakteurin des Magazins "News",
Corinna Millborn - einer kritischen Überprüfung unterzogen: Kurt
Bayer, Direktor der Europäischen Bank für Wiederaufbau und
Entwicklung, sieht Aufholbedarf in der OECD: "Das Gewicht sollte hier
noch stärker in Richtung nachhaltiges Wachstum und gerechte
Verteilung von Einkommen gehen." Edith Kitzmantel, ehemalige
Generaldirektorin der Europäischen Kommission, zog einen Vergleich
zwischen EU und OECD und kam zu einem ähnlichen Schluss: In der
Europäischen Union würde neben rein ökonomischen Aspekten stärker der
sozialpolitische Blickwinkel eingenommen.
Wolfgang Petritsch, Botschafter Österreichs bei der OECD, ging in
seiner Rede auf die Einflussmöglichkeiten der Pariser Organisation
ein: "Die OECD kann für ihre Mitglieder keine verbindlichen Regeln
erlassen. Trotzdem ist ihr Einfluss auf die öffentliche
Meinungsbildung und damit auf die Politik und Gesetzgebung nicht zu
unterschätzen. Österreich sollte die Empfehlungen der OECD daher
ernst nehmen und gleichzeitig aktiv an ihrem Zustandekommen
mitwirken. Wenn wir gemeinsam mit anderen Mitgliedstaaten engagiert
mitarbeiten, können wir die Prioritätensetzung in der Organisation
beeinflussen", so Petritsch. Auch er wünsche sich eine stärkere
Orientierung an einem sozial ausgewogenen und nachhaltigen
Gesellschaftsmodell. Gerade hier zeige sich auch eine wichtige Rolle
Österreichs in der OECD: "Österreich war in OECD-Vergleichen oft ein
Modellbeispiel, wenn es um wohlfahrtsstaatliches Handeln und
Sozialpartnerschaft ging". Das bestätigte auch der ehemalige
Außenminister Peter Jankowitsch: "Österreich hat sich auch immer für
eine Beratungsfunktion für die Sozialpartner innerhalb der OECD
eingesetzt". Für die Zukunft empfiehlt Petritsch, dass Österreich eng
mit gleichgesinnten Staaten in der OECD zusammen arbeitet, um
nachhaltige Politikstrategien weiter zu entwickeln.
Die abschließende Panel-Diskussion mit Bildungsministerin Claudia
Schmied, WIFO-Chef Karl Aiginger und Monika Queisser, Leiterin der
OECD-Abteilung für Sozialpolitik, setzte sich mit aktuellen
Herausforderungen in den Bereichen Bildung, Soziales und gerechte
Verteilung auseinander.
Bilder zu dieser Veranstaltung werden im Anschluss daran über das
Fotoservice des Bundespressedienstes
http://fotoservice.bundeskanzleramt.at kostenfrei abrufbar sein.
Rückfragehinweis:
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