- 05.07.2011, 11:09:12
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Elektro- und Elektronikindustrie: Mit Vollgas aus der Krise
Produktionswert steigt im ersten Quartal 2011 um 17,3%, Unternehmen suchen dringend Fachkräfte

Wien (OTS) - "Der Motor der Elektro- und Elektronikindustrie
brummt wieder. Wir gewinnen quasi stündlich an Tempo", umschreibt
Brigitte Ederer, Präsidentin des FEEI - Fachverband der Elektro- und
Elektronikindustrie (EEI) die erfreuliche Konjunkturentwicklung einer
der größten Industriebranchen Österreichs. Mit einem Produktionsplus
von 16,3% in den produzierenden Sparten im Jahr 2010 hat die Branche
die Krise besser verdaut als erwartet. Zwar wurde bis Ende 2010 das
Niveau von 2008 noch nicht erreicht, "spätestens 2011 werden wir uns
aber wieder auf dem Level vor dem Konjunktureinbruch einpendeln", ist
Ederer überzeugt. Die Zeichen dafür stehen gut. Bereits im ersten
Quartal 2011 stieg der Produktionswert um 17,3% gegenüber dem
Vorjahreszeitraum. Das Wachstum der großen Sparten lag in diesem
Zeitraum zwischen 9% bei langfristigen Anlagegütern, wie Motoren und
Generatoren, und 26% bei elektronischen Bauelementen. Mit der
steigenden Kapazitätsauslastung erhöhte sich auch der Personalbedarf
der Unternehmen. 2010 waren um 1.878 mehr Personen (+3,3%)
beschäftigt als im Jahr 2009, im 1. Quartal 2011 stieg die Zahl der
Beschäftigten gegenüber dem 1. Quartal 2010 um +2,9%. "Bedrohlich"
ist für Ederer daher der akute Fachkräftemangel. In sieben in einer
aktuellen Blitzerhebung befragten EEI-Unternehmen werden derzeit 375
Techniker gesucht.
Wachstum kommt aus dem Export
Ausschlaggebend für die erfreuliche Entwicklung sind die starken
Wachstumsimpulse aus den Exportmärkten. Die Ausfuhren stiegen 2010 um
17,5%. Über 80% der Aufträge in der Elektro- und Elektronikindustrie
kommen mittlerweile aus dem Ausland. Die EU ist mit knapp 66%
Exportanteil der wichtigste Handelspartner. Die Unternehmen haben
2010 in erster Linie vom Konjunkturaufschwung in Deutschland
profitiert. Im ersten Quartal setzte sich der Anstieg fort (+17,2%).
Es wurden um 12,7% mehr Güter in den EU-Raum exportiert als in den
ersten drei Monaten 2010. An zweiter Stelle der Handelspartner liegt
seit Jahren konstant Asien mit einem Anteil von 14% (+23,5% im 1.
Quartal 2011). Insgesamt werden mehr als 70% der Güter der Elektro-
und Elektronikindustrie exportiert. Besonders stark nachgefragt sind
Produkte, Systeme und Komponenten für innovative Umwelt-, Klima-
sowie Informations- und Kommunikationstechnologien.
Die Zukunft wird nicht rosig sondern grün
Für Ederer steht fest, dass die Elektroindustrie in den nächsten
Jahren eine Schlüsselbranche und Wegbereiter für Innovationen,
Wachstum und Wohlstand ist. Insbesondere die Megatrends wie
Globalisierung, Urbanisierung, Megacities, Energie- und Klimaschutz
sowie die Alterung der Weltbevölkerung werden den technischen
Fortschritt und damit das Wachstum der Branche vorantreiben. "Aus
heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass der nächste
Kondratjew-Zyklus durch grüne Technologien eingeleitet wird. Auch für
die österreichische Elektro- und Elektronikindustrie würde das einen
wirtschaftlichen Aufschwung für viele Jahre bedeuten, denn dank ihrer
hohen Innovationskraft sind viele unserer Unternehmen bereits heute
in den genannten Bereichen Technologieführer und brillieren auf den
internationalen Märkten", prognostiziert die FEEI-Präsidentin.
Kurzfristig ist ein weiterer Anstieg des Produktionswertes jedenfalls
fix. "Die Auftragsbücher der Unternehmen sind gut gefüllt. Im 1.
Quartal 2011 verzeichneten wir um 7,4% mehr Auftragseingänge als im
Vorjahreszeitraum.
Zukunftsbranche und trotzdem Fachkräftemangel
Für die Realisierung der langfristigen Vision ist neben
industriefreundlichen Rahmenbedingungen die Verfügbarkeit von
hochqualifizierten Mitarbeitern eine notwendige Voraussetzung. "Als
rohstoffarmes Land ist das Know-how der Beschäftigten die einzige
Ressource, die die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Industrie
sichert", erklärt Ederer. Doch genau da ist der Haken. Obwohl die
Elektro- und Elektronikindustrie mit ausgezeichneten Karrierechancen,
der Möglichkeit Zukunftsthemen mitzugestalten oder auch dank hoher
Bezahlung zu den attraktivsten Arbeitgebern zählt, können derzeit
laut einer aktuellen Blitzumfrage allein in sieben EEI-Unternehmen
375 Technikerstellen nicht besetzt werden. Auch das AMS meldet
österreichweit 419 freie Positionen im Bereich Elektrotechnik,
Elektronik. "Insgesamt gehen wir von rund 1.000 fehlenden Fachkräften
in der EEI aus. Um einen Techniker ins Unternehmen zu holen tun die
Betriebe fast alles", beschreibt FEEI-Geschäftsführer Lothar Roitner
die schwierige Situation. Die Personalsuche erstreckt sich meist über
Monate, längst wird international rekrutiert, attraktive Löhne und
Sozialleistungen oder das Angebot von außergewöhnlichen
Entwicklungsperspektiven sollen die Gesuchten anlocken. Kurzfristig
kann der Mangel mit Leihpersonal, innovativen Arbeitszeitmodellen
oder mit verstärkten Weiterbildungsmaßnahmen abgefedert werden.
Bessert sich die Situation aber nicht nachhaltig "müssen Projekte
abgelehnt werden. Die Lieferfähigkeit und die Wettbewerbsfähigkeit
leiden. Schlimmstenfalls droht die Verlagerung der Produktion ins
Ausland", so Roitner.
Modernes Bildungssystem ist der Schlüssel
Seit Monaten fordert der FEEI ein Ende des Reformstillstandes im
Bildungswesen. "Parteiideologien und halbherzige Kompromisse werden
uns nicht weiterbringen. Wir benötigen Innovation auch in der
Ausbildung. Vor allem in der Schule bedarf es von der Organisation
über die Lehrpläne bis hin zur Integration von Migranten eines
Neuansatzes", erklärt Roitner. Die passenden Konzepte, wie z.B.
"Schule 2020" gibt es nach Meinung des FEEI-Geschäftsführers bereits.
Sie müssen nur endlich umgesetzt werden. Um seiner Forderung
Nachdruck zu verleihen, ist der Fachverband auch aktiver Unterstützer
des Bildungsvolksbegehrens. Besonders erfreulich in diesem
Zusammenhang war für Roitner eine gemeinsame Maßnahme mit den
Gewerkschaften Pro-GE und GPA djp. Im Mai wurde ein Plakat gestaltet,
das sowohl die Arbeitgeber als auch die Arbeitnehmer in den
Mitgliedsunternehmen aufrufen sollte, das Volksbegehren zu
unterstützen. Insgesamt wurden auf diese Weise 1.000 Plakate in den
Betrieben der Elektro- und Elektronikindustrie verteilt.
Der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie vertritt in
Österreich die Interessen von rund 300 Unternehmen mit knapp 59.000
Beschäftigten und einem Produktionswert von 11,5 Milliarden Euro
(Stand 2010). Gemeinsam mit seinen Netzwerkpartnern - dazu gehören u.
a. die Fachhochschule Technikum Wien, das Forum Mobilkommunikation
(FMK), das UFH, das Umweltforum Starterbatterien (UFS), der Verband
Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT) und der Verband der
Bahnindustrie (bahnindustrie.at) - ist es das oberstes Ziel des FEEI,
die Position der österreichischen Elektro- und Elektronikindustrie im
weltweit geführten Standortwettbewerb zu stärken. Weitere
Informationen und Pressemeldungen sowie Bildmaterial finden Sie unter
http://www.feei.at/presse/.
Weitere Bilder unter:
http://www.apa-fotoservice.at/galerie/2032/
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
FEEI - Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie
Mag. (FH) Kathrin Mück-Puelacher, FEEI Kommunikation
T: +43 1 588 39 29, E: [email protected]
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