Ludwig Boltzmann Institut Lungengefäßforschung als Clinical Research Center

Leiterin Andrea Olschewski: "Ein Katalysator für die Verbindung von präklinischer Spitzenforschung und klinischer Medizin" - Eröffnungsfeier am 30. Juni in Graz

Wien (OTS) - Seit einem Jahr erforscht das Ludwig Boltzmann
Institut (LBI) Lungengefäßforschung Erkrankungen von Lungengefäßen und besonders den gefährlichen Lungenhochdruck. So fällt die Eröffnungsfeier gleich mit dem ersten Geburtstag zusammen: am 30. Juni in der Kasematten am Grazer Schlossberg.

Das LBI, eines von drei aus der letzten Ausschreibung der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) hervorgegangenen Institute, erforscht die Entwicklung der Lungengefäße, die sämtliches Blut des Körpers im Minutentakt durch die Lunge transportieren. Wenn diese Gefäße erkrankt sind, entwickelt sich ein Lungenhochdruck. Ein schwerer Lungenhochdruck kann unbehandelt binnen weniger Monate zum Tod führen. Lungenhochdruck tritt häufig als Komplikation von Herz- oder Lungenerkrankungen auf und bedeutet eine eingeschränkte Prognose.

Lungenhochdruck ist eine heimtückische Krankheit, weil äußerliche Krankheitszeichen fehlen und die Diagnose schwierig ist. Wird diese dann endlich gestellt, sind die Therapieergebnisse unbefriedigend. Problematisch ist auch, dass es nur für weniger als die Hälfte aller Betroffenen eine zugelassene Therapie gibt, während den anderen Patienten keine etablierten Therapien zur Verfügung stehen.

Was sind die Schwerpunkte des LBI Lungengefäßforschung?

Die wissenschaftliche Arbeit gliedert sich in vier große Bereiche mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Zwei Bereiche konzentrieren sich auf die Erforschung neuer molekularer Signalwege und Mechanismen, die für die Entstehung der Krankheit verantwortlich sind und entwickeln Methoden, um Medikamente möglichst gezielt zum Wirkort zu bringen. Dabei werden neue Techniken entwickelt, bei denen die Nanotechnologie kombiniert mit neuen Inhalationsverfahren zum Einsatz kommt.

Ein weiterer Bereich sucht nach einfachen und zugleich schonenden Methoden, um die Diagnose früher stellen zu können. So werden modernste radiologische Techniken zu dem Zweck optimiert, den Blutfluss in den Lungengefäßen zu messen. Der klinische Bereich konzentriert sich auf Früherkennung und Frühdiagnostik von Lungenhochdruck beispielsweise mit Hilfe von Biomarkern. Dadurch soll die Erkrankung früher erkannt und die Prognose verbessert werden.

Neue diagnostische Werkzeuge sollen die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität der Betroffenen erhalten..

Was unterscheidet das LBI Lungengefäßforschung von anderen Instituten?

Die Besonderheit und Stärke des LBI ist die "gelebte translationale Medizin", so die Leiterin des LBI, Andrea Olschewski. Das heißt, dass alle Bereiche zwischen der molekularen und der klinischen Medizin besetzt sind. Zur Erreichung dieser Ziele arbeitet ein interdisziplinäres Team aus Grundlagenforschern und klinischen Ärzten in einem Zentrum zusammen. "Das LBI ist dadurch ein Katalysator für die Verbindung von präklinischer Spitzenforschung und klinischer Medizin", so Olschewski weiters.

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft als Trägerorganisation

Das LBI wurde nach einem internationalen Peer-Review-Verfahren durch die LBG gegründet und wird von der LBG maßgeblich finanziert. Es ist, neben dem LBI Klinisch-Forensische Bildgebung, das zweite medizinische Institut in Graz. Mag. Claudia Lingner, Geschäftsführerin der LBG: "Beide LBI passen sehr gut in unser Profil, das auf die Wechselwirkung von Grundlagenforschung und klinisch relevanter Forschung fokussiert. Besonders das LBI Lungengefäßforschung ist ein Clinical Research Center, das unserem Konzept entspricht".

Standort des LBI für Lungengefäßforschung ist die Medizinische Universität Graz, die auch als Partnerin des LBI fungiert.

Univ.-Prof. Dr. Josef Smolle, Rektor der Medizinischen Universität Graz: "Das LBI für Lungengefäßforschung stellt eine weitere Stärkung des Forschungsprofils der Medizinischen Universität Graz dar. Es befasst sich mit einer wichtigen Erkrankung, deren Bedeutung erst in den letzten Jahren zunehmend erkannt worden ist. Die Aktivitäten des LBI reichen von der Grundlagenforschung bis zur klinischen Anwendung. Ganz besonders wichtig ist auch die Verbindung zur forschenden Industrie, was auch für den Wirtschaftsstandort Steiermark von Bedeutung ist".

Weitere namhafte und international erfahrene Partner sind Bayer Health Care und der deutsche Medizintechnikhersteller NEBU-Tec, sowie die Österreichische Akademie der Wissenschaften.

Andrea Olschewski: "Ich freue mich über die Einrichtung dieses LBI, weil wir dadurch die Chance verbessern, Patienten mit Lungenhochdruck in der Zukunft zu heilen. Wir müssen in die Wissenschaft und Entwicklung einfach mehr investieren, rein materiell, aber auch ideell. Ich bin überzeugt, dass diese nachhaltige Investition ein ganz wesentliches Zukunftskapital unserer Gesellschaft ist.

Eröffnungsfeier Ludwig Boltzmann Institut Lungengefäßforschung

Datum: 30.6.2011, um 17:00 Uhr

Ort:
Kasematten am Schlossberg, 8010 Graz

Rückfragen & Kontakt:

Univ.-Prof. Dr. Andrea Olschewski
Leiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für Lungengefäßforschung,
Professorin für Experimentelle Anästhesiologie
Tel: +43 (0) 316 385 72057; Email: office@lvr.lbg.ac.at
www.lbg.ac.at

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